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Nach SuedLink-Entscheidung: Salzunger Bündnis will weiter gegen den Bau der SuedLink-Trasse kämpfen

Am 30. Oktober wurden die Befürchtungen in der Region Wirklichkeit: Die Bundesnetzagentur (BNetzA) traf die definitive Entscheidung für den Verlauf des SuedLink-Trassenkorridors (Abschnitt D) durch den Landkreis Schmalkalden-Meiningen und den Wartburgkreis. Um hierauf zu reagieren, trafen sich am 25. November die Mitglieder des Salzunger Bündnisses gegen den SuedLink in Meiningen, um den aktuellen Sachstand, das weitere Vorgehen und die gemeinsame Haltung in einem Positionspapier abzustimmen.

Am 30.November kam schließlich die Entscheidung der BNetzA über den Verlauf des Abschnittes C durch den Wartburgkreis und den Werra-Meißner-Kreis hinzu.

Das „Salzunger Bündnis“ ist ein politischer Zusammenschluss des Wartburgkreises, des Landkreises Schmalkalden-Meiningen und der kreisfreien Stadt Eisenach, gegründet im Jahr 2018, um eine Benachteiligung der Region durch den SuedLink zu verhindern. Der Werra-Meißner-Kreis unterstützt die Anliegen des Salzunger Bündnisses und arbeitet seit längerem mit den Thüringer Landkreisen entlang der geplanten Trassenführung zusammen.

In dem am 25. November abgestimmten Positionspapier wird die vehemente Ablehnung des SuedLink durch das Salzunger Bündnis bekräftigt und gleichzeitig die breite Unterstützung einer Energiewende hin zu einer dezentraleren Energieversorgung und dem Einsatz alternativer technischer Lösungen (wie z.B. Power-to-Gas) formuliert. Bezüglich der geplanten Stromleitungsinfrastruktur wird der Bundesbedarfsplan als stark überdimensioniert betrachtet und auf eine aktuelle Studie des renommierten Energiewirtschaftsexperten Prof. Dr. Lorenz Jarass verwiesen. In der Studie „Überdimensionierter Netzausbau behindert die Energiewende“ vom Januar 2020 deckt Jarass grundlegende Mängel des Netzentwicklungsplans auf und kreidet die fehlende Berücksichtigung von im Vergleich zu den geplanten Stromtrassen günstigeren und sinnvolleren Möglichkeiten an. Die Studie belegt, dass die enormen Kosten, die durch die Trassen verursacht werden, nicht hinnehmbar sind.

Das Positionspapier des Salzunger Bündnisses verweist auf die unverhältnismäßige Betroffenheit der Region, die sich in der Zerstörung der außergewöhnlich wertvollen Naturräume in den beiden betroffenen Landkreisen und in der Beeinträchtigung zukünftiger regionaler wie wirtschaftlicher Entwicklungsmöglichkeiten zeigt. Eine Verschärfung von Raumnutzungskonflikten in der Region und negative Auswirkungen der Trasse, die bislang nicht durch fundierte Forschungen ausgeschlossen werden können, sind durch den Bau des SuedLink zu befürchten.

Das Salzunger Bündnis nimmt mit Freude zur Kenntnis, dass der Freistaat Thüringen auf seiner Kabinettssitzung am 1. Dezember beschlossen hat, weiter gegen die geplante SuedLink-Trasse über Thüringer Landesgebiet vorzugehen und offiziell Einwände gegen die Trassenplanung der Bundesnetzagentur einzulegen.

Weiter wird gefordert – sollte der SuedLink entgegen allen Widerstands gebaut werden – dass ein umfassender Ausgleich für die Nachteile des Eingriffs vor Ort erbracht und hierbei gemeinsam mit den betroffenen Gemeinden Lösungen gefunden werden. Bund und Land sind aufgefordert, eine angemessene Entschädigung für die unverhältnismäßige Benachteiligung der Region durch die Stromtrasse zu erbringen.

Mit den gemeinsam formulierten und abgestimmten Positionen tritt das Salzunger Bündnis mit Landrätin Peggy Greiser, Landrat Reinhard Krebs und Bürgermeister Dr. Uwe Möller an der Spitze geschlossen an Bund, Land und Öffentlichkeit heran, um eine breite Unterstützung im Kampf gegen die nicht akzeptable Benachteiligung durch den Bau der Stromtrasse SuedLink zu erwirken.

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