Positionspapier der SPD-Stadtratsfraktion Eisenach zum Entwurf der Schulnetzplanung 2027/28–2031/32 Teil 1: Gymnasiale Bildungslandschaft Eisenach

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Pädagogische Qualität vor organisatorischer Eile – Für eine gymnasiale Vielfalt mit Raum zur Entfaltung
1. Ausgangslage, Prüfauftrag und Tenor
Der Entwurf der Schulnetzplanung (Dokument 0473_StR_2025) sieht vor, das Ernst-Abbe-Gymnasium (EAG) und das Elisabeth-Gymnasium (EG) zum Ende des Schuljahres 2026/27 aufzuheben und ab 2027/28 ein neues städtisches Gymnasium zu bilden, das zunächst alle drei Standorte Wartburgallee 60, Theaterplatz 6 und Nebestraße 24 nutzt.
Die SPD-Stadtratsfraktion hat den Entwurf der Schulnetzplanung sowie die begleitenden Sachstandsberichte des letzten Jahres intensiv geprüft. Wir haben in den zurückliegenden Wochen und Monaten zahlreiche Gespräche mit vielen an Schule beteiligten Personen geführt. Auf Basis der daraus gezogenen Erkenntnisse, der Vororttermin am Haus 1 mit der Projektvorstellung durch den Architekten und die dort gewonnenen Eindrücke, unter Berücksichtigung moderner Standards für Bildungsbauten („Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland“ der Montag Stiftung) und nicht zuletzt aufgrund unserer inneren Haltung zu zeitgemäßem Lernen ergibt sich für uns eine klare Position:
Wir sehen die mit dem Entwurf des Schulnetzplans vorgeschlagene Vereinigung der Gymnasien kritisch. Fokus unseres Handels muss die pädagogische Qualität unserer Schulen und im Kern der Lernerfolg jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers sein. Gute Bildung benötigt Planungssicherheit. Ein Zusammenschluss der Gymnasien mit der Brechstange bewirkt genau das Gegenteil. Wir sehen uns durch unser Mandat in erster Linie allen Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt und in diesem Verständnis den Schulen in unserer Schulträgerschaft verpflichtet. Die Initiative zur Schulgründung einer evangelischen Gemeinschaftsschule in einem Neubau am „Campus“ Thälmannstraße sehen wir als Bereicherung der Bildungslandschaft der Stadt Eisenach. Zu dem vom Stadtrat hierzu gefassten Beschluss stehen wir. Eine Einschränkung der Qualität der gymnasialen Bildung in Eisenach und eine damit einhergehende Gefährdung des innerstädtischen Schulfriedens auf lange Sicht durch das Projekt zur Schulgründung lehnen wir strikt ab.
Unsere zentrale Aussage lautet:
Der Standort Wartburgallee ist zu klein für ein zukunftsfähiges Eisenacher Gymnasium. Es wird immer ein zweites Gebäude benötigen. Lange Wege für die Pädagoginnen und Pädagogen machen den Arbeitsplatz unattraktiv. Modernes Lernen braucht Platz – innerhalb der Gebäude und außerhalb.
Daraus leiten wir unseren Ansatz ab:
- – Die beiden städtischen Gymnasien bleiben im gesamten Planungszeitraum bestehen
- – beide Schulen erhalten den klaren Auftrag zur Kooperation
- – die Nutzung des Gebäudes Nebestraße 24 durch eine evangelische Gemeinschaftsschule ist im Planungszeitraum praktisch ausgeschlossen
- – der Anbau am Haus 1 (Wartburgallee) wird wie geplant umgesetzt; die Auswirkungen auf Haus 2 (Theaterplatz) sind nach Fertigstellung zu prüfen
2. Schülerzahlen und Kapazitäten: Keine Notlage im Planungszeitraum
Der Entwurf zur Schulnetzplanung hält fest:
- – Die beiden städtischen Gymnasien verfügen zusammen über eine Aufnahmekapazität von 1.386 Plätzen in 48 Klassen.
- – Im Schuljahr 2025/26 werden 44 Klassen mit 1.004 Schülerinnen und Schülern geführt (91,7 % der Klassenkapazität; 72,4 % der Maximalbelegung).
Die Prognosen im Entwurf der Schulnetzplanung zeigen für beide städtische Gymnasien zusammen eine relativ stabile Entwicklung der Gesamtschülerzahl im Planungszeitraum:
- – ca. 1.004 Schülerinnen und Schüler 2025/26,
- – 1.033 Schülerinnen und Schüler 2026/27,
- – 1.040 Schülerinnen und Schüler 2027/28,
- – 1.023 Schülerinnen und Schüler 2028/29,
- – 1.025 Schülerinnen und Schüler 2029/30, insgesamt im Korridor von rund 870 bis 1.000 Schülerinnen und Schülern im Planungszeitraum.
Der Entwurf hält ausdrücklich fest, dass Mindestschülerzahlen und Mindestzügigkeiten im gymnasialen Bereich im Planungszeitraum eingehalten werden und erst danach ein mögliches Unterschreiten „an mindestens einem Gymnasium“ absehbar ist.
Es ist festzustellen:
Die Schülerzahlen bleiben im Planungszeitraum relativ stabil. Eine sofortige formale Vereinigung der Gymnasien ist aus quantitativer Sicht nicht erforderlich.
Die Stabilität der Schülerzahlen im Planungszeitraum erfordert vielmehr die Sicherung ausreichender Flächen an allen drei Standorten, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der anstehenden Bauarbeiten.
Eine Abgabe städtischer Infrastruktur in Form des Standorts Nebestraße 24 ist vor diesem Hintergrund nicht verantwortbar
3. Gute Schulen für zeitgemäße Bildung: Räumliche Qualität und Außenraum
Die bundesweiten „Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland“ definieren, was moderne Schulen leisten müssen und welche räumlichen Qualitäten dafür nötig sind. Andere Kommunen, auch in Thüringen (vgl. Neubau der Jenaplanschule), haben sich längst auf den Weg gemacht und zeigen erfolgreiche Wege einer gemeinsamen Schulentwicklung von Schule und Schulträger. Alle diese Projekte haben irgendwann eines ersten Schrittes bedurft. Dieser erste Schritt benötigt Mut. Mut zur Schulentwicklung, die der Stadt Eisenach durch die Zwangsjacke Haushaltssicherung abgewöhnt wurde. Schulentwicklung fand in den letzten 30 Jahren maßgeblich innerhalb der pädagogischen Teams der Schulen statt, geriet aber schnell und sprichwörtlich an seine baulichen Grenzen. Grenzen, die uns Schulgebäude aus dem vorletzten Jahrhundert auferlegen.
Beide Eisenacher Gymnasien haben sich trotz widriger Umstände von innen heraus entwickelt, eigene Profile gebildet und damit auch überregional Strahlkraft erzeugt. Dies war nur möglich durch den persönlichen Einsatz der Kollegien. Dieses großartige Potenzial beider Schulen darf nicht in einem schnellen Prozess zerschlagen werden. Vielmehr ist es unsere Pflicht, es für die Zukunft nutzbar zu machen.
Unsere Gesellschaft verändert sich beständig und so haben sich in den letzten Jahrzehnten auch die Anforderungen an Bildung verändert. Die Stadt Eisenach steht mit diesem Schulnetzplan nun an einem Punkt, der die Bildungslandschaft der Stadt für die nächsten 30 bis 40 Jahre prägen wird. Der vorliegende Schulnetzplan manifestiert den Status Quo und legt einem zukünftig entstehenden großen staatlichen Gymnasium bereits vor seiner Gründung die alten Fesseln an. Dies lehnen wir ab.
Mit dem geplanten Anbau soll nun ein 15 Jahre altes Konzept umgesetzt werden. Vor dem Hintergrund des sparsamen Einsatzes von Steuermitteln und abseits der förderrechtlichen Rahmenbedingungen wäre es der vernünftigste Weg, die zur Verfügung stehenden Mittel so einzusetzen, dass das Beste für die Schülerinnen und Schüler damit erreicht werden kann. Dies kann aus unserer Sicht nur ein Neubau leisten, der den Anforderungen an modernes Lernen gerecht wird.
Wir sind überzeugt, dass wir als Staatlicher Schulträger die unteilbare Verantwortung für eine zeitgemäße und moderne Bildung für alle Kinder und Jugendlichen in unserer Stadt tragen. Dafür müssen wir mit diesem Schulnetz die Weichen stellen. Beim Thema Schulbau müssen jetzt die alten Muster verlassen werden.
Leistungsfähige Schulbauten brauchen deutlich mehr als klassische Klassenzimmer:
1. Ganztag und neue Lernkultur
Schulen werden zu Lern- und Lebensorten: Neben Unterrichtsräumen braucht es differenzierte Aufenthalts-, Ruhe- und Bewegungsbereiche – innen wie außen. Lernformen werden vielfältig: Einzel- , Gruppen-, Projektarbeit, Präsentationen, informelles Lernen – dafür braucht es flexible Raumangebote (Cluster, Lernlandschaften, „Klassenraum plus“).
2. Inklusion und Teamarbeit
Heterogene Lerngruppen erfordern zusätzliche Differenzierungs- und Rückzugsräume sowie Räume für Beratung, Schulsozialarbeit und multiprofessionelle Teams. Teamarbeitsplätze sollen möglichst in unmittelbarer Nähe zu den Lernenden angeordnet sein; lange Wege zwischen Gebäuden wirken dem entgegen.
3. Digitalität und spezialisierte Lernumgebungen
Der digitale Raum ergänzt den analogen – die gesamte Schule wird Lernort, nicht nur einzelne Computerräume. Dafür sind vielfältige und gut erschlossene Flächen nötig (z. B. Makerspaces, Projektflächen, offene Lernbereiche).
4. Flächenbedarf und Raumqualitäten
Angebote gelten als nicht mehr zeitgemäß, in denen weniger als 3,6 m² Nutzfläche pro Schülerin bzw. Schüler in allgemeinen Lern- und Unterrichtsbereichen (inkl. Unterrichtsraum, Differenzierungs- und Gruppenflächen) zur Verfügung stehen. Ganztag und Inklusion erhöhen den Flächenbedarf zusätzlich; moderne Konzepte nutzen Synergien, sparen aber keine Flächen „weg“.
5. Außenraum ist Bildungsraum – Gesundheit, Aufenthaltsqualität und Freiflächen
Leistungsfähige Schulen bieten vielfältige Bewegungsräume, attraktive Freiflächen und gute Luftqualität – gerade bei Ganztagsbetrieb. Die Leitlinien betonen die Bedeutung von „bewegungsfördernden Schulhöfen“ und Rückzugsorten im Freien. Offene Raumkonzepte und großzügige Außenbereiche sind zentral. Eine drastische Verringerung der Freifläche pro Kopf – etwa durch die Konzentration von knapp 1.000 Schülerinnen und Schülern auf einem engen innerstädtischen Standort gefährdet den Bildungserfolg und das Zusammenleben der Schulgemeinschaft
Wir vertreten den Standpunkt:
Modernes Lernen braucht deutlich mehr als die klassische Flurschule mit zu kleinen Höfen. Es braucht Raum – in den Gebäuden, zwischen ihnen und im Außenbereich. Dies ist perspektivisch nur mit einem Neubau zu erreichen.
4. Standort Wartburgallee: Zu klein für ein großes, modernes Gymnasium
Der Entwurf der Schulnetzplanung beschreibt das Ernst-Abbe-Gymnasium mit zwei Standorten (Haus 1 Wartburgallee, Haus 2 Theaterplatz) und veranschlagt perspektivisch 25 Klassen und 657 Plätze für das EAG. Selbst nach dem geplanten Anbau an Haus 1 (dann 600 Plätze), der nur für das Ernst-Abbe Gymnasium allein geplant wurde, bleiben:
- – begrenzte Grundstücks- und Freiflächen direkt an einer stark befahrenen Straße, – eine Gebäudestruktur, die auf einem traditionellen Klassenraum-Flur-Modell aufbaut, – sowie der Bedarf an einem weiteren Gebäude (Haus 2), um die vorgesehenen Klassen und Fachräume überhaupt unterzubringen.
In Verbindung mit den Leitlinien bedeutet das:
1. Fläche pro Schülerin und Schüler
Ein einzelner, dicht bebauter Standort an der Wartburgallee wird – selbst mit Anbau – Schwierigkeiten haben, die empfohlenen Flächen pro Schülerin und Schüler für Unterricht, Differenzierung, Ganztag und Inklusion zu erfüllen.
Eine Überfüllung des Standorts Wartburgallee würde moderne pädagogische Konzepte (Stammgruppen, Freiarbeit, Churer Modell, Inklusion, Ganztag) im Keim ersticken, da jeder Quadratmeter für den Regelunterricht benötigt würde. Eine überfüllte Schule ohne Freiräume ist kein Lebens- und vor allem kein Lernraum
2. Ganztag und Inklusion
Für Ganztagsbetrieb, offene Lernformen und inklusive Arrangements braucht es zusätzliche Lern-, Aufenthalts- und Rückzugsräume. Ein „Voll-Gymnasium“ mit 700–800 bzw. bis zu knapp 1.000 Schülerinnen und Schülern auf alleiniger Wartburgallee-Fläche würde diese Qualitätsstandards voraussichtlich unterschreiten.
3. Außenflächen und Verkehrslage
Der innerstädtische Standort ist flächenmäßig begrenzt und verkehrlich stark belastet. Mehr Ganztag bei gleichbleibend engen Außenflächen erhöht Aufenthaltsdichte, Lärm- und Stressbelastung.
Unsere Schlussfolgerung:
Der Standort Wartburgallee ist für ein großes, zukunftsfähiges Eisenacher Gymnasium allein zu klein. Es wird absehbar immer ein zweites Gebäude benötigen – sei es am Theaterplatz, in der Nebestraße oder an einem anderen Standort. Wir lehnen daher eine frühzeitige Auflösung der beiden Gymnasien ab, die nur auf dem Papier existiert, aber baulich auf Jahre nicht untersetzt werden kann.
5. Arbeitsbedingungen: Keine „Pendler-Pädagogik“
Die Leitlinien betonen, dass leistungsfähige Schulgebäude überschaubare Einheiten, klare Wegeführungen, gute Orientierung und Team- und Beratungsräume in räumlicher Nähe zu den Lernbereichen bieten sollen.
Ein zusammengelegtes Großgymnasium, das dauerhaft auf zwei oder drei Gebäude im Stadtgebiet verteilt ist (Wartburgallee, Theaterplatz, Nebestraße), bedeutet hingegen:
- – Lange Wege für Pädagoginnen, Pädagogen und Schülerinnen und Schüler zwischen den Häusern,
- – hohen organisatorischen Aufwand (Stundenpläne, Aufsichten, Material- und IT-Logistik), – erschwerte Teamarbeit und geringere Identifikation mit der Schule als Gemeinschaft.
Zeit, die für das Pendeln zwischen Gebäuden verloren geht, fehlt für Schülerarbeit und Schulentwicklung. Ein über die Stadt zerstückelte Schule macht den Arbeitsplatz unattraktiver und steht modernen Schulbauleitlinien entgegen, die kompakte Lern- und Arbeitsbereiche empfehlen.
Für uns gilt:
Lange Wege zwischen mehreren Gebäuden machen den Arbeitsplatz für Pädagoginnen und Pädagogen unattraktiver und wirken der Zielsetzung entgegen, Eisenacher Schulen attraktiv für gute Lehrkräfte zu positionieren.
Solange ein zweites Gebäude ohnehin nötig bleibt, spricht aus unserer Sicht alles dafür, zwei eigenständige, aber kooperierende Gymnasien zu erhalten – statt eine künstliche Großstruktur mit zersplitterter Gebäudelogik zu schaffen.
Nebestraße: Flächenbedarf vs. evangelische Gemeinschaftsschule
Der Entwurf der Schulnetzplanung sieht vor, den Standort Nebestraße perspektivisch für eine evangelische Gemeinschaftsschule nutzbar zu machen, während die beiden städtischen Gymnasien vereinigt werden.
Dem stehen gegenüber:
- – die im Planungszeitraum stabilen Schülerzahlen von ca. 870 bis 1.000 Schülerinnen und Schülern an den städtischen Gymnasien,
- – der erhebliche Flächenbedarf moderner Gymnasien mit Ganztag, Inklusion und vielfältigen Lernlandschaften,
- – der Umstand, dass das Elisabeth-Gymnasium über großzügige Außen- und Sportflächen verfügt, die aus pädagogischer Sicht besonders wertvoll sind.
Unsere Bewertung:
Die städtische Schullandschaft benötigt die Flächen am Standort Nebestraße, um die Anforderungen modernen Lernens zu erfüllen. Die stabile Schülerzahl im Planungszeitraum schließt eine parallele Nutzung des Gebäudes durch eine evangelische Gemeinschaftsschule faktisch aus.
Wir können städtische Infrastruktur nicht abgeben, solange wir sie zur Sicherung angemessener Klassengrößen und Fachraumkapazitäten selbst dringend brauchen. Eine voreilige Flächenabgabe würde die Entwicklung eines leistungsfähigen, modernen Gymnasialangebots dauerhaft beschneiden.
6. Unser Ansatz: Zwei Gymnasien, klare Kooperation, ehrlicher Blick auf Haus 2
Aus den genannten Gründen schlagen wir für die Schulnetzplanung 2027/28–2031/32 folgenden Weg vor:
1. Erhalt beider städtischer Gymnasien im Planungszeitraum
- – Ernst-Abbe-Gymnasium und Elisabeth-Gymnasium bleiben rechtlich eigenständige Schulen.
- – die Schulnetzplanung stellt klar, dass die Einhaltung der Mindestschülerzahlen und Mindestzügigkeiten im Planungszeitraum gesichert ist.
2. Verbindlicher Kooperationsauftrag statt Auflösung und Neugründung
- – Beide Gymnasien erhalten den klaren Auftrag zur vertieften Kooperation, insbesondere in der Kursstufe, um breite Wahlmöglichkeiten zu sichern, ohne die Identität der Einzelschulen aufzugeben.
- – Die Kooperation kann u.a. umfassen: Abstimmung von Oberstufenkursen und Profilen (z. B. MINT, Sprachen, Sport, Kultur), gemeinsame Nutzung von Fachräumen, Sportstätten und ggf. digitalen Lernumgebungen, koordinierte Schulentwicklungsprozesse (Digitalität, Ganztag, Inklusion, Demokratiebildung).
3. Bauliche Maßnahmen: Anbau an Haus 1 Wartburgallee wie geplant umsetzen
Der Planung des Anbaus am Haus 1 (Wartburgallee) ist weit fortgeschritten. Eine Umlenkung der Mittel in die Planung und Umsetzung eines Neubaus zum jetzigen Zeitpunkt nicht zu erwarten. Für sich allein betrachtet ist es eine wichtige Investition in moderne Raumstrukturen (Mensa, zusätzliche Unterrichtsräume, barrierearme Erschließung) am Standort. Er soll wie vorgesehen realisiert werden, um die dortige Raumnot zu lindern.
4. Auswirkungen auf Haus 2 Theaterplatz später prüfen
Nach Fertigstellung des Anbaus und mit Blick auf reale Schülerzahlen, Raumqualitäten im Bestand und Kooperationspraxis wird geprüft, in welchem Umfang Haus 2 langfristig benötigt wird, ob Teil- oder Umnutzungen sinnvoll sind.
Diese Prüfung erfolgt transparent, unter Einbindung der Schulgemeinschaften und auf Basis der Schulbauleitlinien.
5. Sicherung des Standorts Nebestraße im städtischen Schulnetz
Für den Planungszeitraum bleibt Nebestraße fester Bestandteil der städtischen gymnasialen Infrastruktur. Eine mögliche spätere (Teil-)Nutzung durch einen freien Träger wird erst nach einer erneuten Schulnetzplanung und unter Berücksichtigung der dann tatsächlichen Bedarfe beraten.
Schülerinnen und Schüler, Eltern und Kollegien benötigen Ruhe und Verlässlichkeit statt einer jahrelangen „Baustellen-Fusion“. Planungssicherheit entsteht durch klare Rahmenbedingungen, nicht durch organisatorische Eile.
7. Forderungen der SPD-Fraktion an den Schulnetzplan
Vor diesem Hintergrund fordern wir für den Entwurf der Schulnetzplanung:
- Verzicht auf die frühzeitige Aufhebung von Ernst-Abbe-Gymnasium und Elisabeth-Gymnasium zum Schuljahr 2027/28.
- Aufnahme eines klaren Kooperationsauftrags für beide städtische Gymnasien in den Beschlussteil, insbesondere im Hinblick auf:
– Oberstufenkooperation,
– Profilbildung,
– gemeinsame Nutzung von Ressourcen,
– abgestimmte Schulentwicklungsprozesse. - klare Festschreibung, dass der Standort Nebestraße für ein leistungsfähiges Gymnasialangebot im Planungszeitraum Bestand hat.
- Bestätigung des Anbaus am Haus 1 Wartburgallee als Priorität der städtischen Schulbaupolitik und anschließende Prüfung der Rolle von Haus 2 Theaterplatz auf Basis der dann erreichten baulichen und pädagogischen Standards.
- Planungssicherheit für die Schulgemeinschaften:
– Klare Aussagen im Schulnetzplan, dass Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern im Planungszeitraum mit zwei städtischen Gymnasien an drei Standorten rechnen können – bei gleichzeitiger Intensivierung der Kooperation und schrittweiser Optimierung der räumlichen Rahmenbedingungen. - Planung eines gymnasialen Neubaus an einem noch zu bestimmenden Standort
So sichern wir ein leistungsfähiges, modernes und sozial gerechtes gymnasiales Angebot in Eisenach. Die Leitlinien für zeitgemäßen Schulbau werden in den zukünftigen Planungen berücksichtigt. Allen Beteiligten wird Verlässlichkeit geboten – statt durch vorschnelle Strukturentscheidungen Flächen und Optionen zu verspielen.
