Qualifizierungsreihe des Kommunalen Konfliktmanagements im Wartburgkreis abgeschlossen

Modellprojekt

Bildquelle: © Landratsamt Wartburgkreis
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Qualifizierungsreihe des Kommunalen Konfliktmanagements bekamen am 9. April in der Demokratiewerkstatt die Ausbildungszertifikate durch den Kreisbeigeordneten Martin Rosenstengel ausgehändigt.

Das Projekt „Kommunales Konfliktmanagement“ (KoKoMa) startete im August 2022 im Wartburgkreis und konnte jetzt die Ausbildungszertifikate an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommunaler Verwaltungen übergeben, die an der 5-teiligen Weiterbildungsreihe teilnahmen.

Seit August 2022 führt der Wartburgkreis in Kooperation mit der Stiftung „Sozialpädagogisches Institut Berlin ‚Walter May‘“ und dem „Sozialwerk des Demokratischen Frauenbundes – Landesverband Thüringen“ als Trägerverein das Modellprojekt „Kommunales Konfliktmanagement“ (KoKoMa) durch. Neben der Erstellung einer systemischen Konfliktanalyse im Kreisgebiet gehörte zu den Aufgaben des Projekts die Durchführung einer Qualifizierungsreihe, die sich vor allem an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommunaler Verwaltungen richtet.

Zwischen November 2022 und Dezember 2023 nahmen 10 Personen an der Weiterbildung teil, die sich auf 5 teilweise mehrtägige Seminare erstreckte, in denen die Teilnehmer sich u.a. mit wissenschaftlichen Konflikttheorien und Analysemethoden, aber auch mit Methoden der konkreten Konfliktbearbeitung auseinandersetzten. Im Abschlussmodul erstellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Übung einen Krisenpräventionsplan, der ein realistisches Szenario in der Region zur Grundlage hatte. Ziel der Weiterbildungsreihe war die Entwicklung von Kompetenzen, um demokratiegefährdende Konflikte im kommunalen Rahmen zu erkennen und diese mit systemischen Methoden zu analysieren und konstruktiv zu bearbeiten. In den Seminaren wurde sich daher auch mit der eigenen Haltung im Umgang mit Konflikten auseinandergesetzt und verschiedene Beratungsrollen ausprobiert.

Die Teilnehmer sollen in Zukunft in ihrem Arbeitsumfeld als „Kommunale Konfliktmanager“ ansprechbar sein, um entsprechende Beratungsangebote durchzuführen oder anderweitig zu vermitteln. Über ein Angebot für einen regelmäßigen Onlineaustausch, der u.a. eine kollegiale Fallberatung beinhaltet, sollen die Teilnehmenden auch in Zukunft die Möglichkeit haben, sich bundesweit mit Personen aus den 12 anderen Kommunen auszutauschen, die Teil des Modellprojekts sind.

Das „Kommunale Konfliktmanagement“ versteht sich als Beitrag für eine lebendige und funktionale Demokratie und damit als ein Baustein der Extremismusprävention. Auf kommunaler Ebene soll das Projekt durch praxisnahe Begleitung, Beratung und Qualifizierung nachhaltige Strukturen der konstruktiven Konfliktbearbeitung etablieren, die Netzwerke aus lokaler Zivilgesellschaft und kommunaler Verwaltung stärken und den Austausch zwischen den relevanten Akteursgruppen verbessern. Anlaufstelle des „Kommunalen Konfliktmanagement“ im Wartburgkreis ist die Demokratiewerkstatt in Bad Salzungen, die bereits die „Partnerschaft für Demokratie – Denkbunt im Wartburgkreis“ beherbergt. Als lokaler Prozessbegleiter und Ansprechpartner vor Ort fungiert Tim Zeidler, der sich in enger Abstimmung mit der Stiftung SPI und dem federführenden Amt um die Projektumsetzung und die Koordinierung einer Steuerungsgruppe kümmert.