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Radtourismus in Thüringen stärken

Ein neues Teilstück des Unstrut-Werra-Radweges wird ausgebaut. Für die Strecke zwischen Ebeleben und Gundersleben hat Thüringens Wirtschaftsstaatssekretär Jochen Staschewski einen Fördermittelbescheid in Höhe von 160000 Euro aus GRW-Mitteln (Gemeinschaftsaufgabe «Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur») übergeben. Die Investitionskosten für dieses 1,2 Kilometer lange Stück belaufen sich auf rund 240000 Euro.
«Thüringen ist unter Radtouristen sehr beliebt», sagte Staschewski, «der Ausbau dieses Radweges trägt dazu bei, den Radtourismus in Thüringen weiter zu etablieren». Schon heute ist der Freistaat laut der aktuellen ADFC-Radreiseanalyse 2013 eines der beliebtesten Radreiseziele in Deutschland. Wie schon 2012 liegt Thüringen auf Platz 5 von 182 Raddestinationen bundesweit – gleichauf mit der Bodenseeregion und nur knapp hinter Franken. Spitzenreiter sind Bayern und Mecklenburg-Vorpommern.

«Der Unstrut-Werra-Radweg ist ein neuer Höhepunkt für Fahrradtouristen», sagte der Staatssekretär. Bisher wurden sieben Baumaßnahmen mit einem Investitionsvolumen von rund 4,6 Millionen Euro umgesetzt und mit gut 3,7 Millionen Euro durch das Land unterstützt. Als einziger der 13 Fernradwege in Thüringen ist dieser Weg noch nicht durchgängig befahrbar. Er soll nach seinem vollständigen Ausbau eine Verbindung zwischen dem Werratalradweg bei Treffurt und dem Unstrut-Radweg bei Artern sein.

«Der Radtourismus ist für die Thüringer Tourismusbranche zu einem Wirtschaftsfaktor geworden», so Staschewski. Pro Jahr finden im Freistaat derzeit rund 3,7 Millionen Fahrrad-Tagesreisen statt, durch die ein Umsatz von 60 Millionen Euro erwirtschaftet wird. Der Staatssekretär erwartet von dieser Art des «sanften Tourismus» deshalb weiter steigende Umsätze: «Gastronomie- und Beherbergungsbetriebe, aber auch der Einzelhandel profitieren, wenn sie sich mit ihren Angeboten auf Fahrradtouristen einstellen.»

«Die Thüringer Radwege bieten eine enge Verbindung von Natur und kulturellen Highlights», sagte der Staatssekretär – gute Voraussetzungen, um in dem Segment des Radtourismus weiter zu wachsen. Das Thüringer Wirtschaftsministerium setzt deshalb auch im Rahmen seiner Tourismuspolitik einen klaren Schwerpunkt in diesem Bereich: So hat das Land im Rahmen der GRW-Förderung und des Landesprogramm Tourismus bis heute rund 200 Projekte zum Ausbau der touristischen Radwege mit insgesamt 41,7 Millionen Euro unterstützt.

Weitere Investitionen sind geplant. Ziel ist der Ausbau des radtouristischen Landesnetzes bis 2020 auf einer Gesamtstrecke von rund 3200 Kilometern – bestehend aus rund 1500 Kilometern Radfernnetz und rund 1700 Kilometern Radhauptnetz. Damit wird sich die Länge des ausgebauten touristischen Radnetzes verdoppeln. Zusätzlich zu diesem Netz sollen weitere Erlebnisrouten entwickelt werden, die überregional bedeutende Themen vorweisen.

Hintergrund: Radtourismus in Deutschland
• Deutschland hat ein Radwegenetz mit mehr als 200 Radfernwegen und rund 70000 Kilometern.
• 45 Prozent der Bundesbürger fahren mindestens dreimal pro Woche Fahrrad. Das ergab eine Online-Befragung des Zentrums für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln, an der sich 1049 Deutsche beteiligten.
• Der Radtourismus wuchs in Deutschland in den vergangenen Jahren: Etwa 45 Prozent der Deutschen über 14 Jahre, also etwa 22 Millionen, nutzen das Fahrrad im Urlaub, davon etwa 15 Prozent häufig bis sehr häufig.
• Thüringen profitiert von dieser Entwicklung. Das zeigen vermehrte Anfragen interessierter Radfahrer bei den Thüringer Touristinformationen zu den Radfernwegen, die Nachfrage nach Pauschalangeboten und die steigenden Nutzerzahlen, die entlang der Radfernwege registriert werden.

Rainer Beichler | | Quelle: ,

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