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Rosskastanie am Nikolaitor ist gefällt worden

Sanierungsarbeiten der Stützmauer am Nikolaitor werden ausgeschrieben

Am 9. März werden die Sanierungsarbeiten der Stützmauer am Nikolaitor öffentlich ausgeschrieben. Außen vor gelassen wird die Rosskastanie. Der Baum ist heute (27. Februar) gefällt worden. Oberbürgermeisterin Katja Wolf hatte zuvor gemeinsam mit Bolko Schumann (Amtsleiter Amt für Infrastruktur) und Angela-Marina Motschmann (Sachbearbeiterin Tiefbau) über die Ausschreibung, die Sanierungsarbeiten an der Stützmauer sowie über das Fällen des Baumes in einem Pressegespräch informiert.

Ich habe die Entscheidung, den Baum zu fällen, schweren Herzens getroffen. Mir ist bewusst, dass das Herz vieler Eisenacher an der Rosskastanie hängt, sagte Katja Wolf. Ich bin jedoch Kraft meines Amtes in der Verantwortung, nach bestem Wissen und Gewissen für die Sicherheit der Bürger zu sorgen und sorgsam mit den finanziellen Mitteln der Stadt umzugehen. Ich kann aus beiden Gründen keine anderslautende Entscheidung treffen, auch wenn ich dies persönlich sehr bedauere, betonte die Oberbürgermeisterin.

Gutachten belegt Schäden am Baum – Sicherheit steht an erster Stelle
Um die Rosskastanie, die in der Nähe der Stützmauer wächst, war in den zurückliegenden Jahren immer wieder gerungen worden. Drei Ausschreibungen über die Sanierungsarbeiten an der Stützmauer waren erfolglos, da kaum Angebote eingereicht worden waren. Die Gründe hierfür waren unter anderem: Ein eingeengter Bauraum mit kompliziertem Verfahren, unangemessen hohe Preise, aber auch die Rosskastanie als Behinderung bei den Bauarbeiten. Damit verbunden sind ein Risiko während der Bauphase sowie eine zu hohe Verantwortung und ein kompliziertes Bauverfahren.

Inzwischen hat die Stadt Eisenach ein anderes Bauverfahren gewählt – eine so genannte Mikrobohrpfahlwand. Diese Variante ist nicht nur vorteilhafter, sondern auch kostengünstiger. Neben dem Erneuern der Natursteinwand, die an eine neue, in ein Betonfundament eingelassene Stützwand befestigt wird, soll nun zusätzlich dahinter eine sogenannte Bohrpfahlwand gesetzt werden. Wegen der Enge des Raumes und des Gewichts der dafür nötigen Technik können keine großen Pfähle genutzt werden. Deshalb sollen zwei gegenüberliegende Reihen aus kleineren Vorpfählen mit einem Durchmesser von jeweils 30 Zentimeter für die nötige Sicherheit sorgen. Dabei wäre die Kastanie geschädigt worden. Die Sanierung der Stützmauer ist jedoch dringend geboten, so die Experten. Auf einer Skala von vier möglichen Stufen nähert sich die Mauer mit einer Bewertung von zuletzt 3,4 dem am schlechtesten, möglichen Höchstwert an.

Die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten führen zu einem massiven Eingriff in das Wurzelwerk des Baumes, sagte Katja Wolf.

Zwar schließt das vorliegende Baumgutachten nicht aus, dass der Baum dies unbeschadet überstehen könnte. Voraussetzung wäre jedoch ein extrem hoher Aufwand bei der Sanierung, um den Baum zu sichern. Das hätte Mehrkosten in Höhe von 40.000 Euro bedeutet. Dennoch könne es im Verlauf der Bauarbeiten trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu Schäden an der Kastanie kommen, die hinterher eine „mangelhafte Standfestigkeit“ oder ein „sukzessives Absterben des Baumes“ bedeuten. Das Gutachten sagt auch aus, dass vor diesem Hintergrund und in Anbetracht der Restrisiken der finanzielle und technische Aufwand, um den Baum zu erhalten, „wirtschaftlich unsinnig“ ist.

Wir wollen stattdessen sechs neue Bäume als Ersatz pflanzen, kündigte Katja Wolf an.

Für sie steht zudem die Sicherheit an erster Stelle.

Ich möchte mir die Dramatik einer umgestürzten oder abgebrochenen Kastanie am Nikolaitor, an dem vielfach Schul- und Arbeitswege entlangführen nicht ansatzweise vorstellen, so die Oberbürgermeisterin.

In Kürze wird dies der Weg sein, der als Verbindung zwischen dem Tor zur Stadt und der Innenstadt/dem Karlsplatz weiter aufgewertet wird und den künftig noch mehr Passanten täglich nutzen werden.

O-Ton von Oberbürgermeisterin Katja Wolf:

 

Der Zeitplan
Anfang März können nun die Sanierungsarbeiten öffentlich ausgeschrieben werden. Die Submission erfolgt am 31. März 2020. Im besten Fall könnten bis Mitte April ein Vergabevorschlag sowie eine Beschlussvorlage ausgefertigt werden. Die Vergabe der Bauleistungen könnte im zuständigen Fachausschuss Ende April erfolgen. Baubeginn wäre dann im Mai 2020, das Bauende ist für Mitte Dezember 2020 vorgesehen.

Über die Änderungen der Verkehrsführung während der Bauphase, werden wir rechtzeitig vor Beginn der Bauarbeiten informieren.

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