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Sanierung des Balkons der Reuter-Villa nähert sich der Fertigstellung

An der Balkonanlage der Reuter-Villa gehen seit dem späten Frühjahr die Arbeiten zum völligen Wiederaufbau voran.

Ermöglicht haben dies auch Spenden des Fördervereins Reuter-Museen e.V. aus Stavenhagen und des Fördervereins „Freundes des Thüringer Museums Eisenach e.V.“. Letzterer hatte bereits 2019 eine Spende von 5.000 Euro für den Wiederaufbau des Reuter-Villa-Balkons überreicht, die jetzt verwendet werden kann. Mitglieder des Fördervereins aus Stavenhagen um die Vorsitzende Renate Drefahl hatten nach einem Besuch der Eisenacher Reuter-Villa spontan ein Spendenkonto eingerichtet – und konnten schließlich 3.600 Euro für die Balkon-Sanierung beisteuern. Den Hauptteil der benötigten Mittel für den weiteren Balkon-Aufbau erhielt die Stadt erneut per Fördermittelbescheid vom Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie über 50.000 Euro.

Dank dieser Mittel können in den nächsten Wochen die Sandsteinsäulen des Balkonvorbaus an der Reuter-Villa steinkonservatorisch instand gesetzt werden. Die Steinmetze der Firma Albertoni beseitigen dabei kleinere Ausbrüche und reinigen die Sandsteine fachgerecht. In Vorbereitung dieser Arbeiten wurde das Flachdach des Balkons fertiggestellt.

Als nächstes werden dann die Verbindungsstellen zwischen Balkonvorbau und Fassade wieder neu verputzt sowie die Malereien an der Decke des Balkon restauratorisch bearbeitet und teilweise rekonstruiert, erklärt Bauingenieurin Manuela Hoppe von der städtischen Hochbauabteilung die nächsten Schritte.

Vorgesehen ist, dass der Balkon an der Reuter-Villa noch in diesem Jahr wieder vollständig hergestellt wird. Lediglich das Aufarbeiten der historischen, schmiedeeisernen Balkongeländer und die Sanierung der Fußböden von Balkon und Eingangsbereich müssen noch ins nächste Jahr geschoben werden.

Wir hoffen, dass vielleicht sogar bis zum 210. Geburtstag Fritz Reuters am 7. November dieses Jahres die Sanierungsarbeiten am Balkon weitestgehend abgeschlossen werden können, ist Hartmut Sommer, der Vorsitzende des Fördervereins „Freundes des Thüringer Museums Eisenach“ optimistisch.

Ich freue mich sehr über das großartige bürgerschaftliche Engagement für die Reuter-Villa, lobt Kulturdezernent Ingo Wachtmeister.

Planung für nächsten Bauabschnitt angeschoben
Mit dem Wiederaufbau des Balkons sind die Arbeiten an der Reuter-Villa jedoch noch nicht beendet. Während der Bauarbeiten wurde sichtbar, dass für das gesamte Gebäude dringender Sanierungsbedarf besteht. Deshalb wurde im späten Frühjahr bereits ein Sanierungskonzept für die Villa in Auftrag gegeben. Ermöglicht hat dies ebenfalls das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, das dafür weitere 20.000 Euro bereitstellte. Unterstützt wird die konzeptionelle Arbeit zudem mit einer Spende von 5.000 Euro von der Wandelhalle Eisenach-Stiftung (treuhänderische Stiftung unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz).

Balkonsanierung – Rückblick
Anfang Dezember 2017 war der Balkon – ein Sandsteinkonstrukt – wegen Statikproblemen als einsturzgefährdet eingestuft und im Januar 2018 zurückgebaut worden. Anschließend mussten auch der steinerne Balkon-Unterbau abgetragen und das Fundament unter dem Eingangsbereich komplett neu eingebaut werden, denn die Fassade und auch die Innenräumen zeigten deutliche Setzungsrisse. Zudem wurden sogenannte Mikrobohrpfähle neun Meter tief in den Boden getrieben, die wie eine Pfahlgründung für das Haus und auch den Balkonunterbau wirken. Auf der neuen Bodenplatte vor dem Eingang konnte dann der fachgerechte Wiederaufbau des steinernen Balkon-Unterbaus vor dem Villeneingang bis zur Decke über dem Erdgeschoss folgen.
Im November 2019 konnten die Sandstein-Säulen des Balkons der Villa mit einem Kran wieder auf den bereits sanierten Unterbau aufgesetzt werden. An den oberen Säulenenden sorgt eine neue Ringankerkonstruktion für festen Halt.

Das Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie unterstützt den Wiederaufbau von Beginn an großzügig mit Fördermitteln.

Die Reuter-Villa wurde in den Jahren 1866 bis 1868 auf Wunsch des niederdeutschen Dichters Fritz Reuter von dem Architekten Ludwig Bohnstedt im Stil der Neorenaissance erbaut. Sie soll „das getreue Abbild einer echt römischen Villa“ sein. In der Villa befindet sich das bereits 1897 eröffnete Reuter-Wagner-Museum. Neben der Reuter-Ausstellung befindet sich in der Villa auch die nach Bayreuth umfangreichste Richard-Wagner-Sammlung.

Trotz Bauarbeiten ist das Reuter-Wagner-Museum, das zum Thüringer Museum Eisenach gehört, mittwochs bis sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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