Startschuss für neuen Berufsschulcampus in Eisenach

Bildquelle: Landratsamt Wartburgkreis – Mit dem symbolischen Spatenstich fiel der Startschuss für die Erweiterung und Modernisierung des Berufsschulcampus im Eisenacher Palmental. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung, Schule sowie der am Bau beteiligten Unternehmen gaben gemeinsam den Auftakt für das zukunftsweisende Bildungsprojekt.
Wartburgkreis investiert rund 30 Millionen Euro in die berufliche Bildung – moderner Bildungsstandort für rund 1.400 Schülerinnen und Schüler entsteht im Palmental
Mit einem symbolischen Spatenstich hat der Wartburgkreis am 20. Juli 2026 den offiziellen Startschuss für die Erweiterung und Modernisierung des Berufsschulzentrums „Heinrich Ehrhardt“ im Eisenacher Palmental gegeben. Als Schulträger und Bauherr investiert der Wartburgkreis in den kommenden Jahren rund 24 Millionen Euro in den neuen zentralen Berufsschulcampus. Gemeinsam mit der Schulbauförderung des Freistaates Thüringen in Höhe von sechs Millionen Euro ergibt sich ein Gesamtvolumen von ca. 30 Millionen Euro.
Mit dem Bauprojekt werden die bisherigen drei Berufsschulstandorte Palmental, Siebenborn und Nordplatz bis 2028 an einem zentralen Campus zusammengeführt. Der bestehende Schulkomplex im Palmental wird dafür umfassend modernisiert, funktional neu geordnet und durch einen Neubau erweitert.
„Die Wartburgregion ist geprägt von einer starken Wirtschaft. Unsere Betriebe brauchen auch in Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte. Gleichzeitig wollen wir die jungen Menschen in der Region halten und ihnen hier gute berufliche Perspektiven bieten. Der Berufsschulcampus Eisenach ist ein Zukunftsprojekt, mit dem wir den Ausbildungs- und Wirtschaftsstandort Eisenach und damit die gesamte Wartburgregion stärken wollen“, sagte Landrat Dr. Michael Brodführer anlässlich des Spatenstichs.
Moderner Bildungsstandort für rund 1.400 junge Menschen
Künftig werden am Berufsschulcampus rund 1.400 Schülerinnen und Schüler in etwa 77 Klassen lernen. Hinzu kommen rund 100 Beschäftigte. Am Standort werden verschiedene Schulformen der beruflichen Bildung gebündelt, darunter die Berufsfachschule, die Fachoberschule, das Berufliche Gymnasium und das Berufsvorbereitende Jahr.
Das Ausbildungsangebot umfasst unter anderem die Bereiche Wirtschaft und Verwaltung, Metalltechnik, Elektrotechnik, Farb- und Verfahrenstechnik, Handel sowie Pflege- und Sozialberufe. Durch die Zusammenführung der bislang getrennten Standorte entstehen kürzere Wege, bessere organisatorische Abläufe und neue Möglichkeiten für den fachübergreifenden Austausch.
Der neue Campus soll zeitgemäße Lern- und Arbeitsbedingungen schaffen und damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in Unternehmen, Handwerksbetrieben, Pflegeeinrichtungen und sozialen Einrichtungen der Region leisten.
Hintergrundinformationen
Rund 8.500 Quadratmeter Nutzfläche
Das Raumprogramm des künftigen Campus umfasst 44 allgemeine Unterrichtsräume, neun kleinere Unterrichtsräume, 36 Fachunterrichtsräume und 26 Vorbereitungsräume. Ergänzt werden diese durch Flächen für Verwaltung, Lager, Technik, Sanitäranlagen sowie Gemeinschafts- und Aufenthaltsbereiche.
Insgesamt sind rund 8.500 Quadratmeter Nutzfläche vorgesehen. Etwa 55 Prozent davon befinden sich im modernisierten Bestandsbau, rund 45 Prozent im Neubau. Ein flexibel nutzbarer Mehrzweckraum für bis zu 200 Personen soll künftig Raum für schulische Veranstaltungen, Präsentationen und Begegnungen bieten.
Der Neubau wird als eigenständiges Hauptgebäude in das offene, campusartige Gesamtkonzept integriert und über einen Verbindungsgang mit dem Bestandsgebäude verknüpft. Vorgesehen ist eine sogenannte Atriumschule mit Oberlicht. Das Atrium soll als zentraler Verteiler sowie als offener Aufenthalts- und Kommunikationsbereich dienen.
Praxisnahe Werkstätten und moderne Fachräume
Ein besonderer Schwerpunkt des Projektes liegt auf modernen und praxisorientierten Ausbildungsbedingungen. Geplant sind unter anderem Werkstätten für Metall-, Holz- sowie Farb- und Verfahrenstechnik, eine Fahrradwerkstatt, Hydrauliklabore und Labore für speicherprogrammierbare Steuerungen.
Hinzu kommen Räume für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Pflege- und Simulationsräume, Lehrküchen und Hauswirtschaftsräume. Die Fachbereiche werden auf kleinere Lerngruppen mit einem hohen Praxisanteil ausgerichtet. Damit können theoretische Inhalte unmittelbar mit praktischen Übungen, modernen technischen Verfahren und einer realitätsnahen Prüfungsvorbereitung verbunden werden.
Eine Besonderheit wird die neue Lackierwerkstatt. Sie erhält eine professionelle Lackierkabine und wird in einem separaten Containerbau untergebracht. Zusätzlich entsteht eine virtuelle Lackierwerkstatt, in der vollständige Lackiervorgänge mithilfe moderner VR-Technik digital simuliert und trainiert werden können.
SHK-Labor wird vorgezogen umgesetzt
Das neue Labor für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik wird aufgrund des hohen Fachkräftebedarfs und der großen Bedeutung dieses Ausbildungsbereiches vorgezogen realisiert. Es soll bereits zum Beginn des Schuljahres 2026/2027 in Betrieb genommen werden.
Der Wartburgkreis reagiert damit frühzeitig auf die steigenden Anforderungen in den Bereichen Gebäudetechnik, Wärmeversorgung, Energieeffizienz und Klimaschutz. Zugleich werden moderne Ausbildungsbedingungen für einen Handwerksbereich geschaffen, der für die Umsetzung der Energiewende eine zentrale Rolle spielt.
Auch für die Pflege- und Sozialberufe entstehen zeitgemäße Lernumgebungen. In realitätsnahen Simulationsräumen können Krankenhaus- und Pflegesituationen sowie besondere Anforderungen der Kinderpflege geübt werden. Lehrküche und Hauswirtschaftsräume unterstützen unter anderem die praktische Ausbildung von Sozialassistentinnen und Sozialassistenten sowie angehenden Kinderpflegerinnen und Kinderpflegern.
Barrierefrei, inklusiv und hochwassergeschützt
Sowohl der Neubau als auch die umgestalteten Bereiche des Bestandsgebäudes werden umfassend barrierefrei geplant. Der Neubau erhält einen barrierefreien Haupteingang und einen Personenaufzug, über den sämtliche Geschosse erreichbar sein werden. Breite Verkehrsflächen, schwellenarme Übergänge und eine übersichtliche Wegeführung erleichtern die Nutzung und Orientierung.
Die Barrierefreiheit schließt ausdrücklich die Unterrichts-, Fach- und Werkstatträume ein. Damit sollen möglichst alle Ausbildungsbereiche unabhängig von körperlichen Einschränkungen genutzt werden können.
Auch die Anforderungen des Hochwasserschutzes wurden in der Planung berücksichtigt. Das Erdgeschoss des Neubaus wird oberhalb des sogenannten HQ100-Hochwasserniveaus errichtet.
Schulbetrieb läuft während der Bauzeit weiter
Der Unterricht soll während der gesamten Bauphase fortgeführt werden. Die Eingriffe in den Bestandsbau werden deshalb auf das notwendige Maß beschränkt und eng mit den schulischen Abläufen abgestimmt.
Auch die Außenanlagen werden im Zuge des Vorhabens neu gestaltet. Geplant sind unter anderem zusätzliche Aufenthaltsbereiche mit Pergola-Konstruktionen, ein Gerätelager, weitere Stellplätze sowie angepasste Wege- und Freiflächen. Für den Schulsport soll künftig die nahegelegene Sportarena genutzt werden. Ergänzend ist ein Bereich für eine Bistro- oder Caterernutzung vorgesehen.
Fertigstellung für September 2028 geplant
Der Abbruch der bisherigen Sporthalle wurde bereits im Mai 2026 abgeschlossen. Nach dem Spatenstich beginnen die Erd- und Baugrundarbeiten. Der Start des Rohbaus ist für Oktober 2026 vorgesehen. Die Fertigstellung des modernisierten und erweiterten Berufsschulcampus ist für September 2028 geplant.
Von den maximalen Gesamtkosten in Höhe von 30 Millionen Euro übernimmt der Wartburgkreis einen Eigenanteil von bis zu 24 Millionen Euro. Damit handelt es sich um eine der größten Bildungsinvestitionen des Landkreises.
Der Landrat dankte dem Freistaat Thüringen für die finanzielle Unterstützung sowie allen an Planung und Umsetzung beteiligten Fachämtern, Architekturbüros, Planungsunternehmen, politischen Gremien sowie den Partnern aus der Stadt Eisenach und aus der regionalen Wirtschaft.