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Statement des Landrates zu den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz

Wenn ich die Beschlüsse der gestrigen Ministerpräsidentenkonferenz lese, bin ich hin und her gerissen. Einerseits ist mir die Schwere der Lage bewusst, ist auch mir beim Blick in unsere Krankenhäuser klar, dass wir dort in Kürze ans Limit kommen, wenn wir nicht auf die Bremse treten.

Auch wenn bereits ein großer Teil der älteren Bevölkerung geimpft werden konnte, trägt die höhere Sterblichkeit der in unserer Region nun führenden Virusmutante B.1.1.7 und die Tatsache, dass die nun häufiger betroffenen jüngeren Patienten eine längere Verweildauer auf der Intensivstation haben, dazu bei, dass ohne weitere Eindämmungsmaßnahmen bereits im April eine Überlastung des Gesundheitswesens wahrscheinlich ist.

Zum anderen aber wünsche ich mir endlich ein Licht am Ende des Tunnels. Dass nach einem Lockdown nicht immer wieder der nächste Lockdown folgt, sondern, dass wir Perspektiven sehen. Dass unsere gebeutelten Gastronomen und Einzelhändler eine Überlebenschance haben. Wenn ich dieser Tage durch die Innenstädte gehe, empfinde ich die eins ums andere leise verschwindenden Ladengeschäfte als schmerzlichen Verlust.

Welche Möglichkeiten haben wir als stark betroffener Landkreis im Bundesland mit den höchsten Fallzahlen deutschlandweit? Was kann ich als Landrat tun, damit sich diese Situation ändert? Es gibt in meinen Augen vor allem zwei Lösungswege: Impfen und Testen. Auf die Menge gelieferter Impfstoffe in die Region kann ich nur wenig Einfluss nehmen. Dennoch haben unsere Forderungen im Landkreistag nach zusätzlichem Impfstoff für Hotspotregionen Erfolg gezeigt: der Wartburgkreis kann auf eine Sonderzuweisung von Impfdosen hoffen.

Um Infektionsherde zu verhindern und einzudämmen, ist es wichtig, möglichst viele Menschen möglichst engmaschig zu testen. Jeder kann kostenfrei einmal in der Woche per Schnelltest für seine persönliche Gewissheit sorgen. Hierzu hat der Wartburgkreis innerhalb der letzten Woche ein starkes dezentrales Netz von über 32 Teststationen an 18 Orten, verteilt im gesamten Kreisgebiet auf die Beine gestellt. In der Eisenacher Alexanderstraße, am Rondell in Eisenach und an der Schanzhole in Bad Salzungen sind neben den Schnelltests auch im Fall eines positiven Ergebnisses direkt im Anschluss PCR-Tests möglich. Zudem sollen diese Bürgerteststellen auch das Gesundheitsamt bei Testaktionen entlasten. Mein Ziel ist es, nach Ostern die Schulen und Kindergärten wieder zu öffnen und dauerhaft offen zu halten. Zudem möchte ich Ermessenspielräume finden, die es uns ermöglichen, ebenfalls nach Ostern Restaurants, Geschäfte und Kultureinrichtungen wieder zu betreiben. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass der Infektionsdruck in der Region geringer wird.

Es ist nicht nur der Landrat, der sich fragen muss, was er tun kann, damit die Infektionszahlen im Landkreis sinken. Diese Frage muss sich auch jeder Einzelne stellen. Ganz gleich wie coronamüde wir sind, wie gern wir uns unbeschwert treffen und feiern möchten: jeder Einzelne hat es in der Hand, sich so zu verhalten, dass das Virus keine Chance auf Verbreitung hat.

Was mir Hoffnung macht ist die Tatsache, dass es Frühling wird. Dass die Temperaturen ebenso steigen wie die Zahl der geimpften Menschen und dass wir nach Ostern aufatmen und sagen können: Das war der letzte Lockdown. Von nun an geht es bergauf!

Ihr Landrat Reinhard Krebs

 

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