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Taubert verleiht 19. Thüringer Tierschutzpreis

Die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit, Heike Taubert (SPD), wird am Dienstag in Vachdorf den mit insgesamt 2600 Euro dotierten Thüringer Tierschutzpreis 2013 verleihen.

Sozialministerin Heike Taubert sagte: «Mit dem Thüringer Tierschutzpreis ehren wir Tierschützerinnen und Tierschützer, die sich wegen ihres langjährigen und außerordentlichen Engagements verdient gemacht haben. Ihr überdurchschnittlicher Einsatz bewirkt dreierlei: Erstens sensibilisieren uns die Preisträger für das Thema Tierschutz. Zweitens erfüllen sie den Tierschutzgedanken mit Leben. Und drittens tragen sie zu einem besseren Verhältnis von Menschen und Mitgeschöpfen bei.»

Zur Auszeichnung mit dem Tierschutzpreis 2013 wurden 16 Vorschläge eingereicht. Der Thüringer Tierschutzbeirat hat als Jury fünf Preisträger ausgewählt. In diesem Jahr werden drei Tierschützer sowie zwei Unternehmen aus dem Bereich der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung prämiert.

Ausgezeichnet werden:

• Hans Gleitsmann, Tierschutzverein Schmölln Osterland, Sommeritzer Str. 75, Schmölln
• Juliane Lucas, Aspenweg 2, Jena
Sandra Senf, Wolfsburger Str. 25, Eckhardtshausen
• Agrargenossenschaft Marisfeld, Stallanlage Themarer Str., Marisfeld
• Landwirtschaftsbetrieb Alfred Kirchner, Hauptstra1e 66, Friedelshausen

Hans Gleitsmann, Tierschutzverein Schmölln Osterland
Wird geehrt für sein Engagement im Tierschutzverein Schmölln Osterland e. V.. Gleitsmann ist seit 1998 Mitglied und führt diesen Verein seit dem Jahre 2000 als Vorsitzender sehr erfolgreich. Sein fundiertes Wissen und seine hohe Kompetenz in Tierschutzfragen sowie seine diplomatische Art, mit den Problemen umzugehen, hat dem Verein stets geholfen, geeignete Partner für die Lösung der Aufgaben im organisierten Tierschutz zu gewinnen und ihm hohes Ansehen bei Tierfreunden und den Bürgern des Territoriums gebracht. Vehement setzt er sich für Tierschutzziele ein, in den letzten Jahren besonders für einen vernünftigen Umgang mit sogenannten Gefahrenhunden. Deshalb ist er ein erklärter Gegner der Rasseliste, die im «Gesetz zum Schutz der Bevölkerung vor Tiergefahren» trotz massiven Widerstandes der Tierschützer festgeschrieben wurde. Gleitsmann besitzt als sachkundige Person die Berechtigung, Sachkundeprüfungen und Wesenstest bei Hunden durchzuführen. Sein hohes fachliches Wissen gibt er gern an interessierte Bürger, Schulklassen oder die Tierschutzjugendgruppe des Vereins weiter. Aus seiner erfolgreichen Zusammenarbeit mit Kommunen, öffentlichen Körperschaften oder der Agentur für Arbeit ergeben sich immer wieder Möglichkeiten, den Tierschutz ins Gespräch zu bringen und allgemein anwendbare Regelungen zu erstreiten. Diese Regelungen gibt er gern an andere Tierheime als mögliche Diskussionsgrundlage weiter. Darüber hinaus findet Gleitsmann noch Zeit, sich schwieriger Tierschutzfälle anzunehmen und auch das Veterinäramt bei Tierschutzmaßnahmen zu unterstützen. In Notfällen nimmt er alte, kranke oder pflegebedürftige Hunde zur häuslichen Pflege zu sich. Seine Persönlichkeit und seine Vereinsarbeit tragen maßgeblich dazu bei, jedes Jahr die für die Existenz des Tierheims notwendigen Spenden einzuwerben.

Juliane Lucas, Aspenweg 2, Jena
wird geehrt für ihr jahreslanges Engagement zum Wohle der Tiere. Sie setzt sich zusammen mit ihrem Mann seit Jahren mit viel Liebe und Engagement für das Wohl der Tiere ein. Allein im letzten Jahr hat sie unzählige Katzen eingefangen, kastrieren lassen und einige konnten auch dank ihrer Hilfe vermittelt werden. Frau Lucas arbeitet eng mit dem Tierschutzverein zusammen. Sie hat einen unglaublichen Gerechtigkeitssinn. Der Vorschlag zur Auszeichnung wird auch vom Zweckverband Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt Jena-Saale-Holzland unterstützt. Lucas unterstützt oftmals die Behörde bei der Vermittlung von Tieren im Rahmen von Tierschutzanzeigen. Sie ist als engagierte Tierschützerin in Jena und Umgebung bekannt. Lange Jahre hat sie das Katzenhaus in Jena geleitet.

Sandra Senf, Wolfsburger Str. 25, Eckhardtshausen
wird geehrt für die tierschutzgerechte Versorgung eines freilaufenden Hundes. Frau Senf kümmert sich seit zweieinhalb Jahren täglich mehrmals um den freilaufenden Hund «Ecki». Der äußerst scheue Labrador-Mischling war ihr zugelaufen. Sie versorgt den Hund mit Nahrung und hat durch ihre tägliche Zuwendung das Vertrauen des scheuen Hundes aufbauen können. Ziel ist es, den Hund an die Leine zu gewöhnen und ihn dann in ein neues zu Hause zu vermitteln.

Agrargenossenschaft Marisfeld, Stallanlage Themarer Str., Marisfeld
Wird geehrt für die art- und tierschutzgerechte Haltung von Milchkühen und Kälbern. Im Jahr 1992 übernahmen die Mitarbeiter den ehemaligen Betrieb der LPG in selbständiger Tätigkeit. Die Ausgangslage war zu diesem Zeitpunkt denkbar schwierig. Trotzdem unternahmen die Mitarbeiter der Agrargenossenschaft große Anstrengungen, um ihre Vorhaben und gesteckten Ziele zu verwirklichen. Sie investierten unter anderem in die Umbauten des Kuhstalles, Neubau eines Kälberstalls, Errichtung einer Mehrzweckhalle und den Bau einer Biogasanlage. Neben den genannten Investitionen gab es immer die Vision vom Bau eines neuen Kuhstalles. So konnte im Mai 2012 der Stallneubau mit acht Melkrobotern, Tiefboxen und breiten Laufgängen für insgesamt 380 Tiere in Betrieb genommen werden. Ziel ist es, optimale Haltungsbedingungen für die Tiere zu schaffen, was den Mitarbeitern der AG Marisfeld mit diesem Stall auch vortrefflich gelungen ist. Darüber hinaus galt es aber auch, den Arbeitsbedingungen im Stall große Bedeutung beizumessen. Natürlich wurde stets auch den ökonomischen Aspekten der notwendige Stellenwert zugeordnet. Hervorzuheben sind für den neuen Stall unter anderem die sehr breiten Laufgänge, die eine enorme Bewegungsfreiheit garantieren. Zudem wurde vollständig auf ein Zwangssystem verzichtet. Die Kühe können zu jeder Zeit fressen, saufen oder zum Melken gehen, ohne ein zwingendes Gangsystem zu passieren. Sie suchen sich die Melkbox aus, die sie wollen und auch nach dem Melken werden sie direkt in den mit Tränken ausgestatteten Vorwartehof entlassen, den sie beliebig verlassen können. Zudem werden Umstellungen nur so selten wie möglich vorgenommen, um Rangkämpfe zu vermeiden. Für diese sehr guten Bedingungen bedanken sich die Kühe mit einer sehr hohen Leistung und einer sehr guten Tiergesundheit. Es ist eine Freude, die Tiere zu beobachten, mit welcher Ruhe und Gelassenheit sie sich in diesem Umfeld bewegen.

Landwirtschaftsbetrieb Alfred Kirchner, Hauptstraße 66, Friedelshausen
Wird geehrt für die tierschutzgerechte Haltung und Aufzucht von Rindern. Die Familie Kirchner bewirtschaftet einen landwirtschaftlichen Betrieb in der Rhöngemeinde Friedelshausen, die zum Biosphärenreservat Rhön gehört. Der Betrieb Kirchner verfügt über 34 ha Ackerland und 76 ha Grünland. Es werden ca. o Milchkühe der Rassen Holstein-Friesian und Fleckvieh zzgl. der entsprechenden Nachzuchten gehalten. Über die gesamte Weideperiode bleiben die Kühe ganztägig auf stallnahen Weiden und kommen zum Melken in den Stall. Auch die weibliche Nachzucht wird in dieser Zeit durchgehend geweidet, mit den entsprechenden positiven Folgen für Gesundheit, Fruchtbarkeit und Fitness. Die Futterration setzt sich aus Grassilage, Heu und Getreide aus eigenem Anbau zusammen. Außerhalb der Weideperiode werden die Kühe in einem Tiefboxen-Laufstall auf Stroh gehalten – ein Haltungsmodell, das sich sehr gut auf das Wohlbefinden der Kühe auswirkt und speziell den Beinen und Klauen der Tiere gut tut. Die außergewöhnlich guten Haltungsbedingungen in Verbindung mit ausgezeichneter fachlicher Praxis schlagen sich in überdurchschnittlicher Fruchtbarkeit, Langlebigkeit und Vitalität der Milchkühe sowie positiven Reproduktions- und Effektivitätskennziffern nieder.

Rainer Beichler | | Quelle: ,

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