Transnationaler Austausch zu Bildungsthemen in Eisenach

Seit Jahren verankert die Stadt das Thema Bildung in ihren städtischen Strukturen. Über die Schulsituation in Eisenach informierten sich am Freitag, 19. Mai, 22 Mitglieder einer südkoreanischen Delegation. Zu der Gruppe gehörte unter anderem der Direktor des Bildungsministeriums der südkoreanischen Regierung, ebenso wie Leiter der Bildungsämter der Metropolen und Provinzen dieses Landes sowie vier Forscher nationaler Bildungsagenturen.

Ziel ihres Besuchs in Eisenach war es, Einblicke in die deutschen Bildungssysteme und die Entwicklung zukünftiger Bildungsumgebungen zu erlangen. Begrüßt wurden die Gäste vom Hauptamtlichen Beigeordneten, Ingo Wachtmeister, dem Fachdienstleiter Schulverwaltung, Bernd Wächter, sowie Andrea Zebe vom Staatlichen Schulamt Westthüringen.

Sechs Spezialschulen in Thüringen
Bernd Wächter und Andrea Zebe berichteten den Gästen, wie das Schulsystem in Thüringen, aber auch die Schulverwaltung in Eisenach aufgebaut sind. Speziell ging es um Frage, wie der Schulbetrieb in Thüringen organisiert wird, was der Freistaat an Geld in die Schulen investiert und was die Stadt als Träger der Schulen pro Jahr an finanziellen Mitteln aufbringt, um einen Schulbetrieb zu gewährleisten.

Die Delegation interessierte sich unter anderem dafür, wie man begabte Schülerinnen und Schüler ausbilden kann. Sie erfuhren, dass es in Thüringen mehrere Spezialschulen für unterschiedliche Begabungen (Sport, MINT, Sprache und Musik) gibt. Über verschiedene Auswahlverfahren bekommen begabte Schülerinnen und Schüler hier die Möglichkeit, eine Spezialschule zu besuchen.

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Wie gründet man eine Schule in Deutschland?
Ebenso zeigten sich die Vertreter aus Südkorea interessiert, wie neue Schulen entstehen und welche Voraussetzungen dafür in Eisenach erfüllt sein müssen. Eine feste Basis dafür ist die Schulnetzplanung der Stadt Eisenach.

Stellen wir einen großen Aufwuchs an schulpflichtigen Kindern fest und unsere Kapazitäten sind erschöpft, dann können wir einen Antrag beim Bildungsministerium stellen, um den Schulnetzplan zu erweitern, erklärte der Leiter des städtischen Fachdienstes Schulverwaltung, Bernd Wächter.

Der Hauptamtliche Beigeordnete ergänzte, dass Freie Schulen immer die Möglichkeit haben, eine Schule zu gründen, aber auch hier das Bildungsministerium entscheidet. Weiterer Schwerpunkt in den Gesprächen war die Integration von Kindern mit sonderpädagogischer Förderung.

Wir tun alles dafür bei uns, dass diese Kinder im Regelschulbereich, wenn es möglich ist, gut beschult werden.

Auch wie die Stadt für Schülerinnen und Schüler den Sportunterricht organisiert, wie der Zugang zu Bibliotheken ermöglicht wird – all das wollten die Gäste wissen.

Nach dem angeregten Austausch folgte noch ein Abstecher ins Bachhaus, wo die Gäste persönlich vom Leiter des Bachhauses, Jörg Hansen, durch das Museum geführt wurden.

Es war eine gute Möglichkeit, Wissen auszutauschen und gegenseitige Beziehungen aufzubauen, betonte Ingo Wachtmeister im Nachgang des Besuchs.

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