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Übung LÜKEX 09/10 ausgewertet

Das Bundesministerium des Innern und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit haben insbesondere mit den Bundesländern Bayern, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein am 27. und 28. Januar die Bewältigung einer bundesweiten Krise infolge von terroristischen Anschlägen geübt. Beide Ministerien hatten zu diesem Zweck einen Gemeinsamen Krisenstab eingerichtet. Im Verlauf der LÜKEX-Übungen („Länderübergreifende Krisenmanagement-Übung/EXercise“), die regelmäßig alle zwei Jahre stattfinden, wird das Zusammenwirken von mehreren betroffenen Ressorts auf Bundesebene mit den Krisenstäben der Länder trainiert.

Der diesjährigen Übung lag eine fiktive Übungslage zugrunde, die die Krisenstäbe mit einer ganzen Reihe von Schadensereignissen in Deutschland (Chemieunfälle, konventionelle Sprengstoffanschlägen und Anschläge mit radioaktivem und chemischem Material) konfrontierte. Im Fokus der Übung stand die Abstimmung von Entscheidungen auf politischer und administrativer Ebene, zum Beispiel im Bereich der Öffentlichkeits- und Medienarbeit. Aber auch die Koordinierung von einzelnen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung, wie die Feststellung (Detektion) und Messung von Radioaktivität war Bestandteil der Übung. Darüber hinaus wurde das Zusammenwirken von öffentlichen und nicht-öffentlichen Organisationen mit haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften auf Bundes- und Landesebene sowie die Einbindung von privaten Unternehmen trainiert.

Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière zog ein positives Fazit:
„Dass in diesem Jahr an der Übung etwa 3000 Beteiligte aus allen 16 Bundesländern teilgenommen haben, unterstreicht die Akzeptanz, die die regelmäßigen LÜKEX-Übungen für den Bevölkerungsschutz in der Bundesrepublik haben. Die Einbindung und Beteiligung von privaten Betreibern Kritischer Infrastrukturen, insbesondere aus dem Verkehrsbereich, hebt den gesamtgesellschaftlichen Ansatz hervor. Die Übungsserie leistet einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung der gesamtstaatlichen Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung und zur Optimierung der Verfahren und Mechanismen in der Krisenreaktion im föderalen System der Bundesrepublik Deutschland.“ Dr. Thomas de Maizière bedankte sich bei allen Beteiligten, die mit ihrem Einsatz zum Erfolg dieser LÜKEX beigetragen haben.

Neben den aktiv mitwirkenden vier Bundesländern waren alle anderen 12 Länder mit dem Szenario vertraut und in die länderübergreifende Gesamtabstimmung und Entscheidungsfindung eingebunden. Auf Bundesebene nahmen 7 Bundesministerien, das Bundeskanzleramt, das Bundespresseamt, verschiedene Sicherheitsbehörden sowie die Bundeswehr im Rahmen der Zivilmilitärischen Zusammenarbeit teil.
Neben den Fachbehörden für den Strahlenschutz und den für den Bevölkerungsschutz zuständigen Behörden von Bund und Ländern probten insbesondere auch die Hilfsorganisationen und verschiedene Unternehmen der Wirtschaft aus den Bereichen Verkehr, Telekommunikation, Versorgung, Gesundheitswesen ihre Verfahren und Notfallpläne.
In Thüringen wurde so am Autobahntunnel bei Jena und in der Skiarena in Oberhof geübt. Notwendige Übungen, die Helfen im Ernstfall schnell und gemeinsam zu reagieren.

Die strategische Krisenmanagementübung „LÜKEX 09/10“ wurde über den Zeitraum von fast zwei Jahren in enger Abstimmung mit allen Beteiligten intensiv vorbereitet. Die Federführung für die Planung und Vorbereitung der Übung oblag dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).
An der diesjährigen 36-stündigen Übung war das BBK selbst intensiv beteiligt, u. a. mit seinem Krisenstab, dem Gemeinsamen Melde- und Lagezentrum (GMLZ), seiner Koordinierungsstelle Nachsorge, Opfer- und Angehörigenhilfe und verschiedenen Fachberatern. Die Übung wurde zentral von der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz in Ahrweiler gesteuert.

Der Übungsdurchführung folgt nunmehr die Übungsauswertung: Die Übungsergebnisse werden in Form eines Auswertungsberichts zu den verschiedenen Übungsthemen (Risiko- und Krisenkommunikation, psychosoziales Krisenmanagement, Ressourcenkoordinierung etc.) bis zum Mai 2010 zusammengetragen.

Die nächste LÜKEX-Übung wird sich im Jahr 2011 dem Schwerpunktthema „Sicherheit in der Informationstechnologie“ widmen.

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