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Verkehrsentwicklungsplan – Entwurf zur Bürgerbeteiligung vorgestellt

Bildquelle: Werbeagentur Frank Bode | www.werbe-bo.de

Der Entwurf des überarbeiteten, neuen Verkehrsentwicklungsplanes (VEP) für die Stadt Eisenach bis 2035 liegt vor. Oberbürgermeisterin Katja Wolf und Dezernent Ingo Wachtmeister stellten heute (23. Juli) Eckpunkte und erste Maßnahmen des VEP 2035 vor. Damit starteten sie zugleich die zweite Stufe der Bürgerbeteiligung. Bis zum 13. September sind alle Eisenacher Bürger*innen aufgerufen, sich über den Entwurf zu informieren und ihre Meinung mitzuteilen. Dafür wurde eine separate Online-Präsentation erstellt, diese ist über www.eisenach.de/vep erreichbar.

„Die zweite Bürgerbeteiligung bietet ab heute allen die Möglichkeit, sich die konkreten Maßnahmenvorschläge anzusehen und sich mit Anregungen einzubringen“, sagte Oberbürgermeisterin Katja Wolf und lud alle zum Mitmachen ein.

Ziele bis 2035: Verkehrsberuhigung in der Innenstadt und B 19-Umfahrung
Zentrale Ziele des Verkehrsentwicklungsplanes sind eine Beruhigung des Verkehrs in der historischen Innenstadt und die Förderung des Öffentlichen Nahverkehrs sowie des Fuß- und Radverkehrs. Dafür soll der Verkehr auf die Hauptstraßen konzentriert werden.

Besonderer Meilenstein für den Autoverkehr bleibt die Realisierung einer B-19-Umfahrung des Eisenacher Stadtkerns – also von Süden zum Anschluss an die Stadtautobahn (alte Autobahntrasse) und weiter bis zur neuen Autobahn A4.

Aktuell fahren in Eisenach überall und aus allen Richtungen Autos. Hauptachsen werden durch Ampelanlagen sowie einbiegende oder kreuzende Fahrzeuge ständig unterbrochen und werden damit für Autofahrer sehr unattraktiv. Folge ist: alle fahren überall, egal ob durch die Innenstadt, Wohngebiete oder individuelle Schleichwege – es wird versucht, die schnellste Verbindung zu fahren.

„Der neue VEP 2035 hat daher das Ziel, die Innenstadt und Schleichwege unattraktiv zu machen und gleichzeitig die Hauptstraßen durch weniger Störungen leistungsfähiger zu machen“, betonte die Oberbürgermeisterin zum Leitziel. „Die Eisenacher und Eisenacherinnen lieben das Auto und sollen das auch künftig benutzen dürfen. Besonders die Innenstadt und zahlreiche Nebenstraßen sollen aber von störenden und verkehrsgefährdenden Autoverkehren verschont werden. Damit können wir die Lebens- und Wohnqualität und die Wege für den Fuß- und Radverkehr verbessern.“ Mit verschiedenen Maßnahmen sollen die Nebenstraßen und Wege in der Innenstadt daher sicherer und als echte Alternative zum Auto verkehrsberuhigt werden, um dem Fuß- und Radverkehr höchste Priorität einzuräumen.

Darüber hinaus ist die Bundesstraße 19 als Umfahrung des Stadtkerns eine wichtige und alternativlose Verbindung, damit Eisenach auch künftig ein attraktiver Wirtschaftsstandort bleibt. Nur mit einer funktionierenden Verkehrsinfrastruktur kann die zentrale Lage der Wartburgregion auch künftig bei Investoren großes Interesse wecken. „Eine Zusage des Bundes zu einer Ortsumfahrung wäre nicht zuletzt auch im Hinblick auf die Weiterentwicklung der Wohnqualität im Eisenach und als Tourismusdestination ein zentrales Ziel bis 2035“, so Katja Wolf. Unabhängig davon ob der Bund die Zusage zur Ortsumfahrung im nächsten Bundesverkehrswegeplan (wahrscheinlich 2030) macht, soll der Verkehr in Eisenach bis 2035 optimiert werden.

Öffentliche Präsentation des Planentwurfes
Da eine bereits für Mai dieses Jahres geplante Öffentlichkeitsveranstaltung auf Grund der aktuellen Auflagen zum Infektionsschutz nicht möglich war, lädt die Oberbürgermeisterin nun alle Interessierten zu einer Online-Beteiligung ein. Zum Termin wurde, neben dem 115 Seiten umfassenden Entwurf zum Handlungs- und Realisierungskonzept des VEP 2035, auch eine neue Onlinepräsentation der Maßnahmen erstellt.

„Die Onlinepräsentation enthält alle im Entwurf enthaltenen Maßnahmen und zielt vor allem darauf ab, kurz und prägnant nach Verkehrsarten sortiert die Maßnahmen im Einzelnen vorzustellen“, erklärte die Oberbürgermeisterin. Die Präsentation, bei der sich Interessierte selbst durchklicken und zum Beispiel auch Abbildungen – durch einen Klick auf diese – vergrößern können, steht ab sofort auf der Internetseite der Stadt Eisenach zur Verfügung (www.eisenach.de/vep).

Anregungen zu den Maßnahmen und dem Entwurf des VEP 2035 können ab sofort bis zum 13. September dieses Jahres per Mail an vep@eisenach.de oder auch per Post unter dem Stichwort „VEP 2035“ an das Rathaus geschickt werden.

„Wir haben uns für einen achtwöchigen Zeitraum entschieden, damit jeder genug Zeit bekommt sich die vorgeschlagenen Maßnahmen anzuschauen, die neue Verkehrsphilosophie der nächsten 15 Jahre kennenzulernen und selbst eigene Anmerkungen einfließen zu lassen. Nur gemeinsam mit allen Verkehrsteilnehmern*innen in Eisenach schaffen wir auch ein neues Verkehrsklima in Eisenach – für ein gutes Miteinander“, ergänzte der Hauptamtliche Beigeordnete Ingo Wachtmeister.

Bisherige Vorarbeiten für den VEP 2035
Der VEP 2035 wird der dritte Verkehrsplan der Stadt Eisenach seit 1990. Seit 2017 arbeitet die Stadtverwaltung intensiv an der Entwicklung des neuen VEP 2035. Zur Fortschreibung der bestehenden Pläne wurde extra ein städtisches Verkehrsmodell aufgebaut, mit dessen Hilfe verschiedene Szenarien im Straßennetz simuliert werden können. Im Sommer 2018 fand die erste Stufe zur Beteiligung der Bürgerschaft statt. Damals konnten Ideen und Anregungen direkt in einer Einwohnerversammlung mitgeteilt sowie per Mail oder Brief innerhalb von sieben Wochen nachgemeldet werden.

Nach dieser ersten Beteiligung und Fortschreibung des VEP 2035 beschloss der Stadtrat im Dezember 2018 das verkehrliche Leitbild für Eisenach. Auf Grundlage dieses Leitbildes wurden zehn Leitziele definiert und unter Berücksichtigung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes die jetzt vorgestellten Maßnahmen entwickeltet.

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