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Vizekonsul der russischen Föderation besucht Kriegsgräber auf Eisenacher Friedhof

Bildquelle: © Ulrike Müller/Stadt Eisenach
Soslan G. Tsidaev legt eine Rose am Obelisken nieder.

Am Donnerstag, 16. September, besuchte der Vizekonsul der Russischen Föderation, Soslan G. Tsidaev, die sowjetische Kriegsgräberanlage auf dem Eisenacher Friedhof. Bürgermeister Dr. Uwe Möller begleitete den hohen Besuch.

Insgesamt wurden 1.179 Menschen an der Kriegsgräberanlage der Roten Armee in Eisenach bestattet. Soslan G. Tsidaev und Dr. Uwe Möller verharrten einige Minuten in Schweigen, um der Opfer zu gedenken.

Der Vizekonsul der russischen Föderation war gekommen, um die Anlage zu bewerten. Die Kriegsgräberanlage wurde im Jahr 1947 errichtet und 2005 grundhaft neu gestaltet. 50 Grabsteine, auf denen die Namen der Kriegsopfer stehen, sowie ein zentraler Obelisk mit einer Inschrift bilden das Gesamtbild. Vom guten Zustand der Anlage zeigte sich Soslan G. Tsidaev angetan:

Wir sehen, dass die Anlagen in Deutschland sehr gut gepflegt sind. Wir bedanken uns bei der Stadt Eisenach für die Pflege der Grabstätten.

Dies sei eine Mahnung für die nächsten Generationen, so etwas nie wieder zuzulassen.

Bildquelle: © Ulrike Müller/Stadt Eisenach
Soslan G. Tsidaev (ganz rechts) und Dr. Uwe Möller (Zweiter von rechts) verharren in Schweigen, um der sowjetischen Kriegsopfer zu gedenken.

Versöhnung über Gräbern
Dr. Uwe Möller würdigte die Erinnerung an die Kriegstoten ebenfalls.

Die Geschehnisse dürfen nicht vergessen werden. Man muss jeden Namen ehren, betonte der Bürgermeister.

Die Stadt Eisenach werde auch in Zukunft alles tun, um das ehrende Gedenken an die sowjetischen Kriegsopfer zu erhalten und die Erinnerung an die furchtbare Kriegszeit als Mahnung an kommende Generationen wachzuhalten. Dazu gehöre es auch, das Thema an die Jugend heranzutragen.

Im kommenden Jahr plant der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. ein internationales Jugend-Work-Camp in Eisenach. In den Sommerferien 2022 kommen Jugendliche aus ganz Europa zusammen, um alle Kriegsgräberstätten der Stadt Eisenach zu pflegen und sich auszutauschen. Rainer König, Mitorganisator des Camps und Mitglied des Landesvorstands Thüringen des Volksbundes Deutscher Kriegsgräberfürsorge e.V., möchte besonders die Jugendlichen der Partnerstädte der Stadt Eisenach dabei einbinden. Ziel sei es, junge Menschen über die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs ins Gespräch zu bringen, neue Freundschaften zu stiften und so „Versöhnung über den Gräbern“ zu ermöglichen, erklärt König.

Bildquelle: © Ulrike Müller/Stadt Eisenach
Die Kriegsgräberanlage für sowjetische Soldaten wurde im Jahr 1947 errichtet. Ihr heutiges Erscheinungsbild erhielt sie 2005 nach einer grundhaften Neugestaltung.

Hintergrund
Kriegsgräberanlagen stehen unter ewigem (dauerhaftem) Ruherecht, das heißt, diese Anlagen werden für die Ewigkeit als Ort des ehrenden Gedenkens und gewissermaßen auch als Mahnmal im Rahmen der Kriegsgräberfürsorge erhalten. In Eisenach pflegt die Friedhofsverwaltung das Areal. Das Thüringer Landesverwaltungsamt zahlt dafür eine Pflegepauschale, das Geld dafür stammt aber aus Bundesmitteln.

Manchmal taucht die Frage auf, warum es in Thüringen Grabstätten sowjetischer Soldaten gibt, da es hierzulande zum Ende des Zweiten Weltkriegs nur unmittelbare Kampfhandlungen mit den westlichen Alliierten gab. Oft handelt es sich um sowjetische Kriegsgefangene, die häufig unter unmenschlichen Bedingungen als Zwangsarbeiter leben mussten und ums Leben kamen. Weiterhin gilt auch nach dem 8. Mai 1945 als Kriegsopfer, wer durch Kriegseinwirkung (zum Beispiel Granatsplitter oder Krankheit durch Lagerhaft) ums Leben kam.

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