Vom Sägewerk zum globalen Spezialisten – Ministerin Katja Wolf besucht Carl Warrlich GmbH in Treffurt

Bildquelle: Karen Bopp – Geschäftsführer Kevin Warrlich und Finanzministerin Katja Wolf während der Besichtigung der Produktionsstätten
Wie unterschiedlich die Welt ein und dasselbe Bedürfnis lebt, wurde beim Besuch von Finanzministerin und MdL, Katja Wolf, bei der Carl Warrlich GmbH in Treffurt eindrucksvoll deutlich: Feuer zu entfachen ist universell – die Wege dorthin sind es nicht. Katja Wolf war vergangene Woche zum Besuch in Treffurt und beeindruckt von der internationalen Marktkompetenz des Unternehmens.
„Unsere Produkte sind immer auch eine Antwort auf kulturelle Gewohnheiten“, erläuterte Geschäftsführer Kevin Warrlich. Während in Marokko zum traditionellen Fête du Mouton oder auch Aïd al-Adha (Schaffest) große Mengen an Anzündhilfen benötigt werden, dominieren in anderen Märkten ganz unterschiedliche Anwendungen. In Norwegen etwa sind sogenannte „Tennposer“ – kleine, praktische Anzündebeutel – weit verbreitet. In Frankreich hingegen greifen Verbraucher bevorzugt zu Anzündgel, beispielsweise für den Einsatz im Kamin.
Diese Vielfalt ist kein Zufall, sondern Ergebnis gezielter Entwicklung. Das Unternehmen aus Thüringen hat sich darauf spezialisiert, Produkte exakt auf regionale Anforderungen zuzuschneiden, technisch wie kulturell. Heute exportiert die Carl Warrlich GmbH ihre Produkte in rund 50 Länder weltweit.

Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis ins Jahr 1904 zurück. Aus einem Sägewerk entwickelte sich in den 1950er-Jahren die Produktion von Anzündhilfen, zunächst aus der pragmatischen Nutzung von Sägespänen. Früh wurde dabei Know-how aus der Schweiz adaptiert und weiterentwickelt. Diese Verbindung aus Tradition und Innovationsfähigkeit prägt das Unternehmen bis heute.
Trotz historischer Einschnitte – darunter Enteignungen zu DDR-Zeiten – ist es der Familie gelungen, das Unternehmen erfolgreich neu aufzubauen und international auszurichten. Heute beschäftigt die Carl Warrlich GmbH rund 80 Mitarbeiter am Stammsitz in Treffurt.

Katja Wolf sprach mit dem Geschäftsführer über die Schwierigkeiten, die in unserer unruhigen Zeit ein besonders stark von Öl als Rohstoff abhängiges Unternehmen betreffen. Beide waren sich zudem einig, dass es in Thüringen besonders eines Bürokratieabbaus bedarf. „Politik muss bei allen großen Zielen die Umsetzbarkeit sowie die Realität der Unternehmen und Bürger im Blick behalten. Das ist mir ein sehr wichtiges Ziel.“ versicherte Wolf, die sich als Mitglied der Landesregierung in dieser Hinsicht stark macht.
Gleichzeitig setzt das Unternehmen ein klares Signal für den Standort: Mit Investitionen in neue Fertigungskapazitäten wird der Stammsitz weiter gestärkt. Treffurt bleibt damit langfristig das Zentrum der Unternehmensgruppe.
Beim Rundgang durch die Produktion zeigte sich Katja Wolf beeindruckt von der Bandbreite und Spezialisierung der Produkte: „Es ist bemerkenswert zu sehen, wie viel Know-how und Marktverständnis in einem Bereich steckt, der auf den ersten Blick so einfach wirkt.“
Der Besuch machte deutlich: Hinter einem alltäglichen Produkt steht ein hochgradig international geprägtes Geschäft – geprägt von kultureller Vielfalt, technischer Anpassung und unternehmerischer Weitsicht.
