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Wandelhalle Eisenach Stiftung hat neuen Namen

Bildquelle: © Stadt Eisenach / Denkmalstiftung Eisenach
Foto (von links): Michael Otto, Katja Wolf und Peter Bock.

Der Stiftungszweck wurde erweitert, der neue Name lautet „Denkmalstiftung Eisenach“. Im August erwarb die Stiftung das „Schmale Haus“ für die Eisenacher Bürger. Geplant ist, dass das Haus im Rahmen von Stadtrundgängen der Öffentlichkeit gezeigt werden soll.

Der Stiftungszweck der „Wandelhalle Eisenach Stiftung“ wurde erweitert und sie erhielt damit auch einen neuen Namen: „Denkmalstiftung Eisenach“. In der Satzung wird nicht mehr allein der Erhalt und die Pflege des Kulturdenkmals Wandelhalle als Aufgabe genannt, sondern ist jetzt auch die „Förderung der Restaurierung, Erhalt und Pflege von unter Denkmalschutz gestellten öffentlichen Gebäude und Baudenkmalen in Eisenach“ als Stiftungsziel verankert. Die neu benannte Stiftung ist weiterhin eine Treuhandstiftung unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.

Mit der Änderung des Stiftungszwecks kann die neue Denkmalstiftung Eisenach auch neue Aufgaben übernehmen, betonte Oberbürgermeisterin Katja Wolf.

Sie stellte am 8. September gemeinsam mit dem Vorstand der bisherigen Wandelhallen-Stiftung und seinem Vorsitzenden, Peter Bock, in einem Pressegespräch die neue Denkmalstiftung Eisenach und ihre Ziele vor. Die Oberbürgermeisterin begrüßte besonders die Vertreterin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, Elke Freifrau von Wüllenweber und bedankte sich für ihre Unterstützung bei der Sanierung der Wandelhalle und die Erweiterung der Aufgabenstellung der Stiftung.

Zwei besondere Umstände gaben seit 2017 den Anstoß zum Umdenken für die Stiftung: Zum einen war man bei der Gründung der Wandelhallen-Stiftung Eisenach davon ausgegangen, dass die Stiftung das Gebäude nach Fertigstellung übernimmt und sich um das Gebäude kümmert. Jedoch reichen die Zinserträge nicht mehr, um die laufenden Kosten der Wandelhalle zu tragen. Zum anderen kann die Wandelhallen-Stiftung personell das Gebäude nicht verwalten. Das Stiftungskapital betrug Ende 2018 insgesamt 307.000 Euro. Der Vorsitzende der Stiftung, Peter Bock, schlug deshalb vor, den Satzungszweck zu erweitern und die Wandelhalle weiter im Eigentum der Stadt zu belassen (einschließlich der Verwaltung als Veranstaltungsort).

Schmales Haus im Besitz der Stiftung
Nach dem Tod des einstigen Besitzers und Bewohners, Klaus Trippstein, im August 2017 bot sein Sohn Michael Otto das Haus der Stadt Eisenach an. Es soll im Sinne von „Trippus“ (so sein liebevoller Spitzname in Eisenach) erhalten bleiben. Oberbürgermeisterin Katja Wolf regte deshalb an, dass die Stiftung das Gebäude übernimmt, um es so dauerhaft zu bewahren. Es gilt als das schmalste bewohnte Fachwerkhaus Deutschlands.

In der Stiftungssatzung ist weiterhin festgeschrieben, dass im Rahmen der Denkmalpflege und des Denkmalschutzes in Eisenach die Trink- und Wandelhalle an der Wartburgallee vorrangig gefördert wird. Außerdem wird jetzt auch der Förderung der Restaurierung, Erhalt und Pflege von unter Denkmalschutz gestellten öffentlichen Gebäude und Baudenkmalen in Eisenach besondere Bedeutung eingeräumt, sagte der Vorsitzende des Stiftungsvorstandes Peter Bock.

Aufgrund dieser Erweiterung konnte im August 2020 die Denkmalstiftung Eisenach nun auch das „Schmale Haus“ für die Eisenacher Bürger erwerben.

Wir werden das Schmale Haus im Sinne von Klaus Trippstein und seinem Sohn erhalten und der Öffentlichkeit weiter zeigen, betonte Katja Wolf, die auch Mitglied des Stiftungsvorstandes der Denkmalstiftung Eisenach ist.

Das Inventar – Bilder, Kleinplastiken, Keramik und historische Einrichtungsgegenstände – bleiben im Gebäude und können damit den Eindruck eines bewohnten Hauses vermitteln.

Ich freue mich sehr darüber, dass durch den Übergang auf die Denkmalstiftung Eisenach das Schmale Haus für die Stadt in Zukunft gesichert ist und in den nächsten Jahren in neuem Glanz erscheinen wird. Dies bedeutet für mich persönlich auch eine Wertschätzung gegenüber meinem Vater, Klaus Trippstein, und entspricht sicher auch seiner Idee, das Schmale Haus vor allem den Bürgerinnen und Bürgern als Kulturdenkmal der Stadt zu erhalten, erklärte Michael Otto vorab, da er zur Vorstellung der Denkmalstiftung nicht in Eisenach sein konnte.

Die Stiftung wird noch eine Nutzungsvereinbarung mit der Stadt abschließen. Später können dann auch Eisenacher Gästeführer bei Stadtrundgängen den Besuchern das kuriose Haus – und einen Blick hinein – zeigen. Zunächst erfolgt, wie Frau von Wüllenweber feststellte, eine Bestandsaufnahme des Inventars. Denn gerade das Inventar macht den einzigartigen Charakter dieses Hauses aus.

Das „Schmale Haus“ in Eisenach
Das „Schmale Haus“ ist gerade einmal 2,05 Meter breit und ist vermutlich das schmalste bewohnte Fachwerkhaus Deutschlands. Es liegt am Johannisplatz im Stadtzentrum von Eisenach und ist über 250 Jahre alt. Gäste der Wartburgstadt bewundern das kuriose, zweistöckige „Schmale Haus“ mit seiner Grundfläche von 20 Quadratmetern und einer Höhe von 8,50 Metern. Den ehemals desolaten Zustand sieht man dem Schmuckstück nicht mehr an. Dem ehemaligen Besitzer Klaus Trippstein verdankt Eisenach die 1983 liebevoll restaurierte Fachwerkfassade. Sie erfuhr im Jahr 2000 eine fachgerechte Sanierung. Seit 1991 befindet sich im Haus eine kleine Ausstellung mit Bildern, Kleinplastiken, Keramik, Uhren und historischen Einrichtungsgegenständen.

Die Wandelhalle Eisenach
Die Wandelhalle Eisenach wurde im Jahr 1906 am Rande des Kartausgartens errichtet, um die Stadt für den Fremdenverkehr und den Kurbetrieb attraktiver zu gestalten. Die Wandelhalle war Ende des letzten Jahrhunderts sehr heruntergekommen. Der Zahn der Zeit hinterließ seine Spuren. Was nicht durch Wind und Wetter zerstört wurde, wurde durch die Mangelwirtschaft und später durch Vandalismus zerstört. Seit 2004 wurde die Wandelhalle schrittweise in fünf Bauabschnitten saniert und restauriert. Im Jahr 2018 konnte die Sanierung nach 14 Jahren weitgehend abgeschlossen werden. Die Kosten für die Sanierung betrugen 2,3 Millionen Euro. Finanziert wurde dieser Betrag durch 1,9 Millionen Euro Städtebaufördermittel, 189.000 Euro von der Stadt Eisenach und 172.000 Euro Spenden der Wandelhallen Stiftung. Die Wandelhalle wird in der Freiluftsaison für vielfältige Veranstaltungen genutzt – von Konzerten und Tanzfesten über Weinfeste und Märkte bis zu Sportveranstaltungen, so als Startort für den Wartburglauf.

Die ehemalige Wandelhalle Eisenach-Stiftung
Die Wandelhalle Eisenach-Stiftung wurde am 9. Sept 2001 als eine von über 220 Treuhandstiftungen unter dem Dach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gegründet. Sie fördert die Erhaltung und Pflege des nach dem Thüringer Denkmalschutzgesetz anerkannten Kulturdenkmales „Wandelhalle“ und will dazu beitragen, den Eisenachern eine weitere Nutzung zu ermöglichen. Die Stiftung Wandelhalle wurde auf Initiative des Eisenacher Verkehrsvereins und des damaligen Oberbürgermeisters der Stadt Eisenach gegründet. Zu den weiteren Stiftern gehören die Eisenacher Versorgungsbetriebe GmbH, die Südthüringen Bahn, der Privatmann Peter Mädler und die Wartburg-Sparkasse. Vorsitzender der Stiftung ist von Anfang an Peter Bock.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ist die bundesweit größte private Initiative für Denkmalschutz. Sie setzt sich seit 1985 kreativ, fachlich fundiert und unabhängig für den Erhalt bedrohter Baudenkmale ein.

Weitere Informationen:
Die Denkmalstiftung Eisenach ist auf Spenden angewiesen.
Das Spendenkonto bei der Wartburg-Sparkasse lautet:
IBAN: DE63 8405 5050 000 1731 00
Bitte für eine Spendenquittung die komplette Anschrift angeben.

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