Wartburgarena O1

Erste Koordinierungssitzung mit Fördermittelgebern

Bildquelle: Werbeagentur Frank Bode | www.werbe-bo.de

Bereits Ende Oktober hat das erste Koordinierungsgespräch zum Neubau der Wartburgarena O1 mit den Fördermittelgebern unter der Leitung des Projektsteuerers ASSMANN BERATEN + PLANEN stattgefunden. Zu diesem kamen sowohl Vertreter*innen vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), der Thüringer Ministerien für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL) sowie Bildung, Jugend und Sport (TMBJS), des Thüringer Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie (TLDA) und des Thüringer Landesverwaltungsamts (TLVA) als auch Oberbürgermeisterin Katja Wolf, Bürgermeister Christoph Ihling, die Stabstelle O1, weitere angebundene Stellen innerhalb der Stadtverwaltung und die Objektplanung ARGE Architektur Concept/SWG zusammen.

Katja Wolf stellte noch einmal die Bedeutung des Projektes für die Stadt Eisenach und die Region heraus, hinsichtlich der Wiederbelebung des historischen Areals und der damit verbundenen Aufwertung der gesamten Innenstadt, insbesondere dessen künftige Strahlkraft:

Wir wollen diesen besonderen Ort in dieser besonderen Stadt, städtebaulich, aber auch im Sinne der Nachhaltigkeit erhalten und weiterentwickeln. Die Umsetzung einer multifunktionalen und zugleich erstligatauglichen Handballhalle ist dabei immer vor dem Hintergrund des traditionellen Automobilstandorts und der fortwährenden Transformation zu betrachten.

Die Einhaltung des Kostenrahmens ist wichtig, konstatiert die Oberbürgermeisterin.

Bürgermeister Christoph Ihling erläuterte die Erkenntnisse aus der bisherigen Projektarbeit und die Bauherrenanforderungen in Bezug auf Stadtentwicklung, Denkmalschutz, Nachhaltigkeit, multifunktionaler Nutzung und legte bereits feststehende und zu erarbeitende Planungslösungen sowie das Kostenbudget dar:

Der Erhalt der Kulturdenkmaleigenschaften des Objektes stellt eine wichtige Prämisse für die weitere Planung dar, wobei gleichzeitig auch die ökologische Zukunftsfähigkeit zu berücksichtigen und umzusetzen ist.

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Darüber hinaus informierte er über die öffentlichen Ausschreibungen und Vergaben der Planungsleistungen für Objekt, Freiflächen, Tragwerk, Technische Ausrüstung sowie Projektsteuerung und deren Start in die Leistungsphasen 1 bis 3. Weitere Fachplanungen wie Planer für Brandschutz und Bauphysik (Wärme/Energie, Akustik/Schallschutz) werden noch ausgeschrieben und zeitnah vergeben.

Das BMWSB und das TMIL als Zuwendungsgeber beurteilten ihrerseits das Projekt aufgrund seines Modellcharakters und seiner Bedeutung für die Stadt Eisenach als positiv und sagten ihren Beitrag zum Projekterfolg zu.

Weitere Themen des Koordinierungsgesprächs waren erste Überlegungen zur Vorplanung der ARGE, der Erhalt der Denkmaleigenschaft des Gebäudes „O1“ und dessen Charakter als Zeitzeuge der Industriearchitektur, eine frühzeitige Abstimmung mit dem ThSV und der Fanszene zum Innenraumcharakter der Arena sowie der Sitz- und Stehplätze für die Zuschauer, die Verfolgung eines Rahmenterminplanes zur Umsetzung sowie Details hinsichtlich Finanzierung und Struktur durch die Fördermittelgeber.

Hintergrund
Die Stadt Eisenach benötigt Sportstätten für den Schul-, Wettkampf- und Vereinssport. Die größte Sporthalle, die Werner-Aßmann-Halle, entspricht nicht den Anforderungen der 1. Handballbundesliga (derzeit gibt es eine befristete Sondergenehmigung durch die HBL). Unter anderem deshalb plant die Stadt Eisenach seit Jahren den Neubau einer entsprechenden Halle. Vorgesehen für den Neubau ist ein Areal am Heinrich-Erhardt-Platz. Das hier stehende Industriedenkmal „O1“ – ehemals Stammwerk der BMW-Automobilproduktion – ist seit mehr als 20 Jahren ohne Nutzung. Geplant ist, den Neubau in der denkmalgeschützten Gebäudehülle zu errichten. Durch besondere Anforderungen an Energieeffizienz und Architektur erhält das Projekt Modellcharakter. Sowohl Planung als auch Realisierung sind daher aufwendiger als bei vergleichbaren Projekten. Aktuell geht die Stadtverwaltung Eisenach davon aus, dass eine Nutzung der Halle ab Dezember 2026 möglich sein wird.

Für die Finanzierung des Projektes wurden der Stadt bereits in Aussicht gestellt: Allein 12,8 Millionen Euro gibt der Bund. Der Freistaat Thüringen hat neun Millionen Euro über die Schuldendiensthilfe zugesagt. Zusätzlich sollen 4,84 Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln, weitere 1,25 Millionen Euro aus der Sportstättenförderung sowie Fördergelder aus Mitteln des Denkmalschutzes in Höhe von 150.000 Euro in die Umsetzung fließen. Zudem beantragte die Stadt 5,9 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) für die geplante Wartburgarena. Hinzu kommen die möglichen Fördermittel der BEG in Höhe von 1.800.000 Euro. Mehr dazu hier.

Die voraussichtlichen Gesamtkosten belaufen sich auf 42,5 Millionen Euro. Der Eigenanteil der Stadt beträgt dabei rund 6,6 Millionen Euro.

Im März 2023 wurde die Federführung des Projekts auf Beschluss des Stadtrats von der Städtischen Wohnungsgesellschaft (SWG) Eisenach mbH zurück in die Stadtverwaltung geholt. Ein zweiter Beschluss war Voraussetzung für die Einleitung des Vergabeverfahrens für den Neubau der Sportarena im Industriedenkmal „O1“ und beinhaltete das Planerauswahlverfahren. Mit diesem konnten die erforderlichen europaweiten Ausschreibungen – und anschließenden Vergaben – inklusive der erforderlichen Fachplanungen und Projektsteuerungsleistungen erfolgen.

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