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Zum Großbrand in Hastrungsfeld am 20.02.2020

Bildquelle: © Nicole Pfotenhauer

So traurig so ein Feuer für die Betroffenen ist, so eiskalt holt uns aber die Realität dann wieder ein. Es kann jeden erwischen!

Danken wir zuerst denen, die in ihrer Freizeit und ohne jeden Lohn ihren alles menschenmögliche zu tun um anderen zu Helfen oder Menschenleben sowie deren Hab und Gut zu bewahren, den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren.

Dazu sollte doch der eigentliche Aufgabenträger nämlich die Kommune, dazu stehen, den Freiwilligen ihre gefährliche „Freizeitbeschäftigung“ so leicht wie möglich zu machen. Und so ist dieser tragische Großbrand nun auch wieder einmal Anlass, hier speziell die betroffene Gemeinde Hörselberg-Hainich und ihre Verwaltung an ihre Pflichten zu erinnern.

Gerade dieser Großbrand im Ortsteil Hastrungsfeld mit einem regelmäßig gut gefüllten Löschwasserteich in der Ortsmitte hat gezeigt, das auch diese Löschwasserreserven endlich sind. Da ist es vom Geschick des Einsatzleiters abhängig, rechtzeitig Wassernachschub zu organisieren. Denn Feuerwehrleute kennen den Frust, wenn ein Brandnest gelöscht scheint und just in diesem Moment der satte Wasserstrahl zum Rinnsal wird oder gar ganz versiegt.

Da war dann Hastrungsfeld noch relativ gut aufgestellt, denn in der o.a. Gemeinde gibt es auch Ortsteile, die über keinerlei Löschwasserreserven verfügen oder in denen die Gemeindeverwaltung die Entschlammung und Reinigung des Löschwasserteiches, schlicht verweigert. Warum auch immer. Die beiden B-Orte Beuernfeld und Bolleroda sind davon betroffen. 

Bildquelle: © Nicole Pfotenhauer

Während man für Beuernfeld stets und ständig, noch während der Amtszeit des vorletzten Bürgermeisters Stephan (also vor über 10 Jahren) auf das Problem aufmerksam gemacht hat, das in Beuernfeld das Stauwehr der Böber repariert werden muss (es ist mittlerweile fast komplett zerstört), dass die Böber in den Sommermonaten fast trockenfällt und dass nach der Erneuerung der Ortswasserleitung und des zuständigen Hochbehälters erst recht kein Löschwasser mehr da sei, hatte der letzte Bürgermeister nur den lapidaren Kommentar: „…andere Ortsteile haben auch kein Wasser…“ Auch der neue Ortschaftsrat für Beuernfeld und Bolleroda läuft hier gegen Windmühlen an. Es tut sich einfach nichts.

Auch in Bolleroda ist die Situation nicht anders. Bolleroda wird vom gleichen Trinkwasserhochbehälter versorgt, liegt am gleichen Vorfluter – der Böber, hat allerdings einen verdreckten Löschwasserteich. Der Teich sieht im ersten Augenblick vollkommen okay aus, ist jedoch mindestens einen halben Meter hoch mit Schlamm gefüllt und es schwimmen unzählige Fischarten darin herum. Somit ist der Teich eigentlich nicht mehr als Löschteich zu gebrauchen. Als der Ortschaftsrat, gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr die Reinigung des verschlammten Behälters im Sommer 2019 angehen wollte, wurde dies von der Gemeindeverwaltung kurzerhand untersagt.

Weil ja die Bebauung und die Brandlasten in allen drei vorgenannten Ortsteilen nahezu identisch ist, kann man davon ausgehen, das eine solche Schadenslage wie in Hastrungsfeld in den Orten Bolleroda und Beuernfeld einfach nicht zu beherrschen ist. Denn auch die Technik, speziell das für den (vor über 15 Jahren vom Landesverwaltungsamt festgeschriebenen) Großgerätestandort Großenlupnitz zu beschaffende Tanklöschfahrzeug wurde bis heute nicht realisiert. 

Die FF Großenlupnitz verfügt zwar über eines der letztgebauten LF16 mit 2000l Wasservorrat, doch wieviel sind 2000 Liter? Die nächsten Tanklöschfahrzeuge stehen in Eisenach, Behringen und in den Erbstromorten.

Nun sollte der Neue Bürgermeister die Ärmel hochkrempeln und Grundlegend den Brandschutzbedarfsplan welchen die Ortsbrandmeister in Zusammenarbeit mit den Wehrführern erarbeitet haben studieren und umsetzen. Nicht zuletzt ist der Brandschutz eine Pflichtaufgabe der Gemeinde. So kann es nicht richtig sein das in den letzten 15 Jahren keine Rücklagen für neue Löschfahrzeug gebildet wurden. Der Feuerwehrhaushalt abzüglich wiederkehrender Verpflichtungen bei ca. 140.000€/ Jahr liegt. Womit zehn Feuerwehren 142 Quadratkilometer absichern müssen. Rechnet man hier weitere Ausgaben wie Schutzbekleidung oder Pflege und Wartung von Einsatzmittel und Gerätehäuser ab, bleiben den Wehren oft weniger wie 1000€/Jahr für dringend benötigte Einsatzmittel. 

Dieser Zustand ist bekannt und wird beinahe monatlich der Gemeinde vor Augen gehalten. Hier sollte zeitnah Grundlegend der Brandschutz überarbeitet werden. Die örtlichen Wehren und deren Führung haben ihren Teil dazu beigetragen. Nun muss die Gemeinde tätig werden. 

Text: Ortsteilrat in Kooperation mit Anwohnern und Feuerwehrmitgliedern

Bildquelle: © Nicole Pfotenhauer

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