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Zwischenbericht zum Kulturkonzept mit ersten Vorschlägen

Bildquelle: Werbeagentur Frank Bode | www.werbe-bo.de

Kleine Kulturvereine stärken – Ankerort schaffen – Hilfstopf einrichten

Die Kultur in Eisenach hat eine zentrale Funktion – für die Eisenacher selbst und für das Umland. Damit ist der Kulturbereich auch ein wichtiger Faktor für das regionale Stadtmarketing, erklärte Ralf Ebert, Stadt und Kulturforscher vom Büro STADTart aus Dortmund.

Er stellte den Mitgliedern des Eisenacher Kulturbeirates vorige Woche ein erstes Zwischenergebnis zum „Kulturkonzept Eisenach 2025 plus“ vor, das er im Auftrag der Stadt erstellt.

Es gebe in Deutschland kaum eine Stadt in der Größe Eisenachs, die ein vergleichbares kulturtouristisches Angebot hat, so die Einschätzung Ralf Eberts. Neben den bekannten Museen, einem Mehrsparten-Theater und einem Kino mit mehreren Sälen gibt es in Eisenach aber auch zahlreiche kleinere, kulturelle Initiativen.

Diese fühlen sich jedoch öffentlich vielfach zu wenig wertgeschätzt. Und ihnen fehlt ein Ankerpunkt, beispielsweise ein gemeinsamer Veranstaltungsort, erläuterte Ebert ein Fazit seiner zahlreichen Gespräche in Eisenach.

Zu seinen ersten Schlussfolgerungen anhand der Zwischenbilanz gehört, dass in der Wartburgstadt die Kultur bereits eine starke Außenwirkung hat – mit mehreren überregional bedeutenden Einrichtungen sowie auch einer ganzen Reihe temporärer Veranstaltungen wie dem Sommergewinn, den Bachwochen, den Telemanntagen …

Deshalb sollte für Eisenach nun eine Kulturentwicklung nach innen ein Schwerpunkt werden.

Der Ausgangspunkt dafür kann ein integriertes Kulturentwicklungskonzept sein, das die Stadtentwicklungsplanung, die Wirtschaftsförderung und auch die Bildungsträger einbindet, betonte Ebert.

Er schlug vor, beispielsweise alle ein bis zwei Jahre ein kommunales Kulturkonvent zu organisieren, bei dem mittel- und auch langfristige Veranstaltungen und auch Themen gemeinsam diskutiert und ausgetauscht werden können. Außerdem regte Ebert an, einen sogenannten „Feuerwehr-Topf“ einzurichten, aus dem kleinere Initiativen oder Vereine eine finanzielle Hilfe von maximal 300 Euro pro Jahr bekommen könnten. Ein weiterer Vorschlag lautete: Gründung eines Kulturzweckverbandes mit den Eisenacher Umlandgemeinden. Nur so könne die Stadt ihre Versorgungsfunktion auch bewältigen.

In der Diskussion fand vor allem die Idee eines Ankerpunktes für kleinere Vereine und Initiativen regen Zuspruch. Ebert riet jedoch davon ab, hier die Stadt in die Pflicht zu nehmen.

Ein solches Gebäude als kommunale Einrichtung ist erfahrungsgemäß nicht leicht zu händeln. Besser wäre es, wenn Vereine die gemeinsam unter sich selbst organisieren können, unterstrich er.

Catrin Schwertfeger erinnerte an die Bühne Schlachthof, die bereits vor Jahren mit dieser Idee angetreten war. Doch es fehlte einfach an Vereinen, die mitmachten.

Nur ein Verein allein kann das nicht leisten. Die Vereine müssen sich wirklich mit einbringen, nicht nur das Haus für Veranstaltungen nutzen, betonte sie.

Der Vorsitzende des Kulturbeirates Dr. Jörg Hansen ermunterte Ralf Ebert, weiter an dem Konzept zu arbeiten und seine Ansätze noch konkreter zu formulieren.

Es war für uns ein sehr interessanter Blick von außen und wir sehen das „Kulturkonzept Eisenach 2025 plus“ auf einem guten Weg, fasste er zusammen.

Der Kulturbeirat begrüßt die ersten Vorschläge – vom Erhalten der überregionalen Kulturangebote über die Suche nach einem Ankerort bis zum „Feuerwehr-Topf“. Einig waren sich alle, dass der Blick nach innen verstärkt werden soll und muss.

Das „Kulturkonzept Eisenach 2025 plus“ soll im Herbst 2018 fertig sein. Es soll Antworten auf Eisenacher Herausforderungen im kulturellen Bereich geben, ebenso wie Vorschläge zur weiteren Entwicklung. Kulturelle Teilhabe soll gefördert, die freie Kunstszene gestärkt und das kulturelle Angebot an sich weiterentwickelt werden. Relevante Kulturakteure vor Ort werden selbstverständlich eingebunden.

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