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«Automobile Welt Eisenach» öffnet am 4. Juni

Ein neues Automobilbau-Museum wird in Eisenach eröffnet. Am Samstag, 4. Juni öffnet um 17 Uhr die «Automobile Welt Eisenach» ihre Pforten. Sie ist auf dem ehemaligen Gelände des Automobilwerks Eisenach (AWE), im denkmalgeschützten Gebäude mit der Bezeichnung O2 in der Friedrich-Naumann-Straße 10, zu finden.

Das Industriegebäude O2 wurde bis zuletzt im AWE als Verwaltungsgebäude genutzt. Es wurde über mehrere Jahre hinweg schrittweise saniert.
In dem neuen Museum werden über 100 Jahre Eisenacher Automobilbaugeschichte dokumentiert – eingebettet in Zeugnisse der verschiedenen Epochen.

Betrieben wird das Museum von der Stadt Eisenach. Sie arbeitet eng mit dem Verein «Automobilbaumuseum Eisenach» zusammen, der sich in herausragendem Masse ehrenamtlich für das Museum engagiert.

Geöffnet ist das neue Museum dienstags bis sonntags jeweils 11 Uhr bis 17 Uhr.
Die Eintrittspreise:
Erwachsene: 3 Euro (ermäßigt: 2 Euro); Familienkarte: 7,50 Euro; Gruppen ab 10 Personen: 2,50 Euro pro Person; Schülergruppen ab 10 Personen: 1,50 Euro pro Person (Begleitperson 2 Euro); Kinder unter 6 Jahren: Eintritt frei.

Wer eine Führung buchen oder sich über das Museum informieren will, kann dies direkt bei der Automobilen Welt Eisenach unter Telefon 03691/77212 tun. Informationen zur Automobilbau-Ausstellung gibt ebenfalls das Kulturamt der Stadtverwaltung (Tel.: 03691/670419).

Die Ausstellung «Automobile Welt Eisenach» teilt die Eisenacher Automobilbaugeschichte in zwölf Abschnitte.
Dabei wird auf Ausstellungs-Inseln (Module) jeweils ein Zeitabschnitt dargestellt – mit Fahrzeugen aus Eisenacher Produktion, aber auch mit Gegenständen, die Zeitzeugnisse des Fahrzeugbaus und der Lebensverhältnisse aus der entsprechenden Epoche sind.

In folgende Abschnitte wurde die Präsentation untergliedert:
Anfänge des Automobils (1898 bis 1904),
Anfänge des industriellen Automobilbaus (1904 bis 1914),
„Auto für das Volk“ mit Dixi und Übernahme durch BMW (1918 bis 1930),
Nationalsozialismus und Motorisierung in den 1930er Jahren (1935 bis 1939),
Kriegsproduktion (1939 bis 1945),
Nachkriegszeit (1945 bis 1949),
die automobile Klassengesellschaft in der DDR (1952 bis 1960),
Hochleistungssport (1950 bis 1956),
Export-Fahrzeuge mit IFA F 9 und Wartburg 311 bzw. 313-1 (1953 bis 1970)
Freizeitfahrzeuge (1955 bis 1990),
abgebrochene Entwicklungen (1966 bis 1988) und
Ende einer Ära und dem Neubeginn mit Opel und BMW (nach 1990).

Zu sehen sind beispielsweise der erste Wartburg-Motorwagen von 1899, der Dixi 3/15 sowie ein BMW 328, aber auch Serien-Modelle aus dem Automobilwerk Eisenach (AWE) und ein AWE-Rennsportwagen aus dem Jahr 1956. Karosserie-Studien aus Holz, Prototypen und Konstruktionspläne geben darüber hinaus Einblick in die Fahrzeug-Entwicklung in Eisenach.

Zweites Standbein der neuen Ausstellung ist ein begehbarer Fundus, in dem eine ganze Reihe weiterer historischer Fahrzeuge aus Eisenacher Produktion präsentiert werden. Dort werden, wie bei den zwölf Zeit-Inseln auch, Fahrzeuge aus den umfangreichen Beständen der Stadt wie auch des Vereins Automobilbau Museum Eisenach e.V. gezeigt.

Beide Ausstellungsteile werden auf insgesamt rund 800 Quadratmeter Fläche im Erdgeschoss der Ausstellungshalle O2 zu besichtigen sein. Dabei wird die Automobilbaugeschichte den Besuchern mit Führungen nahe gebracht. Die Gäste können sich aber auch selbstständig auf einen chronologischen Rundgang begeben oder sich an einzelnen Abschnitten informieren.

Die Konzeption für die neue Ausstellung wurde von Dr. Kurt Möser, Konservator des Landesmuseums für Technik und Arbeit in Mannheim, gemeinsam mit dem Kuratorium des Vereines «Automobilbau Museum Eisenach» erarbeitet.
Trotz knapper finanzieller Mittel wurde eine adäquate und hochkarätige Gestaltung der neuen Ausstellung angestrebt. Verantwortlich dafür ist das Designer-Büro Lepper-Schmidt-Sommerlade aus Kassel, die bereits zum Jubiläum «100 Jahre Eisenacher Automobilbau» 1998 eine temporäre Ausstellung im O2 realisierte.
Für Gestaltung und Ausstattung der neuen Ausstellung standen 45000 Euro zur Verfügung.

In einer späteren Etappe soll auch das erste Obergeschoss genutzt werden. Hier soll Raum für thematisch wechselnde Ausstellungen entstehen. Außerdem beherbergt das O2 auch das Archiv zur Eisenacher Automobilbaugeschichte.

Die Eröffnung der Ausstellung «Automobile Welt Eisenach» bildet den praktischen Abschluss in einem langen Findungsprozess zwischen dem Kuratorium des Vereins Automobilbau Museum Eisenach e.V. und der Eisenacher Stadtverwaltung.

Der Verein betreibt im Gebäude O5 – Ostkantine – einen fahrbaren Fundus. Mit funktionsfähigen Autos will der Verein bei Veranstaltungen und Treffen für die Eisenacher Traditionen werben.
In Vorbereitung ist die Gründung einer Stiftung.

Rainer Beichler |

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