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„Bachtage“ sollen Ohrdruf wieder als Bachstadt etablieren

Vom 10. bis 13. Juni finden die ersten „Bachtage Ohrdruf“ statt. Unter der Schirmherrschaft von Ilse Junkermann, Landesbischöfin der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM), und Christoph Matschie, Thüringer Kultusminister, wird ein abwechslungsreiches Programm mit Konzerten von Klassik bis Pop, Schulprojekten, Theater, einer Bach-Ausstellung, Stadtführungen und einer „Kulinari¬schen Zeitreise“ angeboten. Organisiert wird das Fest von einem Kuratorium aus Repräsentanten von Ohrdrufer Institutionen und Vereinen unter Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde.

„Wir wollen Ohrdruf wieder in der Reihe der Bachstädte positionieren, denn das geistige Leben wurde hier über viele Jahrzehnte von Mitgliedern der Familie Bach bestimmt. Gleichzeitig wollen wir zeigen, dass Kultur in der Region ihren Platz hat. Das Schloss, die Kirchen, die Michaelisbibliothek und andere historische Orte haben größeres touristisches Potenzial als bisher bekannt“, sagt Kantor Marco Lemme. „Die Bachtage sind ein einzigartiges Kulturangebot – das zeigt sich schon am Engagement so vieler verschiedener Ohrdrufer. Und unser Programm ist sehr vielseitig. Wir haben für jeden Geschmack etwas“, so Lemme. Die „Bachtage Ohrdruf“ sollen sich fest etablieren, betont der Kantor.

Die Konzerte sollen ein genre- und altersübergreifendes Publikum ansprechen. Mit Ludger Lohmann spielt zur Eröffnung einer der führenden Organisten Deutschlands (10. Juni, 19.30 Uhr). Für ein jüngeres Publikum spielt die Pop-Band „Herr Rynkowski“ Musik von Bach auf ihre Weise (11. Juni, 22 Uhr). Das international renommierte Ensemble „cantus cölln“ kommt mit dem vielfach preisgekrönten Programm „Altbachisches Archiv“ (12. Juni, 19.30). Die Schul- und Jugendprojekte sind für verschiedene Altersgruppen geplant. Bei einer Kulinarischen Zeitreise gibt es Geschichten und Informationen zu Rezepten und Lebensmitteln vergangener Jahrhunderte, verbunden mit einer Probierstube.

In Zusammenarbeit mit dem Kirchengeschichtsverein Ohrdruf wird im Schloss Ehrenstein eine Bachausstellung eingerichtet. Dabei sind Schüler der Ohrdrufer Michaelisschule und des Gymnasiums Gleichense einbezogen. Ein Teilabschnitt der Ausstellung befasst sich mit der Vereinnahmung Bachs als „deutscher Meister“ durch die Nazis, wie es auch in Ohrdruf der Fall war.

1695 kam der zehnjährige Johann Sebastian Bach als Vollwaise nach Ohrdruf zu seinem Bruder, dem Organisten Johann Christoph Bach. Fünf Jahre besuchte er die Lateinschule, erwarb sich ein umfangreiches theologisches Wissen und seine musikalischen Grundlagen. 1700 verließ er Ohrdruf als gut ausgebildeter Mann. In Lüneburg begab er sich im Anschluss in die Lehre des berühmten Organisten und Komponisten Georg Böhms, der aus dem Dorf Hohenkirchen vor den Toren Ohrdrufs stammte. In Ohrdruf waren noch über 170 Jahre lang Mitglieder der Familie Bach als Organisten, Kantoren, Diakone, Superintendenten, Lehrer und Stadträte tätig.

Weitere Informationen: http://www.bachtage-ohrdruf.de/

Rainer Beichler | | Quelle:

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