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„Nach dem Leben gemalt“: Das 1985 entdeckte „Gebel-Bild“ stammt aus dem 18. Jahrhundert und wird von Kunsthistorikern für ein originales Bach-Bild gehalten – wenn es nicht auf einer noch älteren Vorlage beruht. Gebel-Gemälde Bach, vor 1756 | Bildquelle: © André Nestler / Bachhaus Eisenach

Beschreibung: „Nach dem Leben gemalt“: Das 1985 entdeckte „Gebel-Bild“ stammt aus dem 18. Jahrhundert und wird von Kunsthistorikern für ein originales Bach-Bild gehalten – wenn es nicht auf einer noch älteren Vorlage beruht. Gebel-Gemälde Bach, vor 1756
Bildquelle: © André Nestler / Bachhaus Eisenach

Bilderrätsel im Bachhaus Eisenach

Ist das Bach oder kann das weg? So könnte die Ausstellung im Bachhaus Eisenach auch betitelt sein, die sich ab dem 28. Juni zum ersten Mal seit 1994 wieder der Bach-Ikonographie widmet, einem der Sammlungs-Schwerpunkte des Museums. Die Ausstellung erläutert Rätselfragen um bekannte, aber höchst umstrittene angebliche Bach-Porträts. 11 davon werden im Original oder in frühen Kopien gezeigt. Ein im Eintrittspreis inbegriffener Katalog führt in Streitstände in der Literatur ein.

Betrachtet man die zahlreichen, auf Büchern, Platten- und CD-Covern, Plakaten und in Programmheften abgebildeten Darstellungen, die alle angeblich Johann Sebastian Bach zeigen, so könnte man meinen, Bach habe sich in seinem Leben sehr oft porträtieren lassen: als junger Mann, Orgelspieler und Kapellmeister, in fortgeschrittenem und sogar in hohem Alter. Das mag sogar sein. Jedoch ist nur eines der bekannten Bilder nachweislich von der lebenden Person gemalt worden: Das von Elias Gottlob Haußmann 1746 gemalte Porträt im Alten Rathaus in Leipzig. Von anderen Bildern wird es nur mehr oder minder überzeugend behauptet.

Foto: © André Nestler / Bachhaus Eisenach • „Ich hege keinen Zweifel, dass es tatsächlich ein Bildnis von Bach ist“, meinte 1928 der Rekonstrukteur von Bachs Gesicht und Schöpfer des Leipziger Bach-Denkmals Carl Seffner. Das Bild zeigt aber den Uhrmacher John Harrison. „Raasted-Gemälde“

An vierzehn Stationen geht die Ausstellung im Bachhaus Eisenach den Rätselfragen um die angeblichen Bach-Bilder nach. Gezeigt wird etwa die „Bach-Silhouette“ – eines von drei Exemplaren, die beiden anderen sind verschollen –, die bis heute häufig abgebildet wird und noch 1979 in das 18. Jahrhundert datiert wurde. Sie stammt aber aus der von Reinhold Hanisch ab 1910 zeitweise mit dem jungen Adolf Hitler betriebenen Fälscherwerkstatt in Wien, wie eine versteckte Signatur beweist. Nicht fehlen darf das berühmte Gemälde von Johann Jacob Ihle, das im Bachhaus lange als Originalporträt Bachs gezeigt wurde, aber nicht Bach, sondern wahrscheinlich einen Bayreuther Hofadeligen zeigt.

Bilderrätsel
Sonderausstellung des Bachhauses Eisenach
28.06.-10.11.2019
Bachhaus Eisenach, Frauenplan 21, 99817 Eisenach

Ein Katalog ist im Eintrittspreis enthalten und kann von Nicht-Besuchern für 10 € bezogen werden.

Foto: © Bachhaus Eisenach • Die Silberstiftzeichnung wird heute für eine Pause nach einem Druck von 1840 gehalten. „Silberstiftzeichnung Bach“

Andrea T. | | Quelle:

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