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Die Heimatstube bietet mehr als nur Symbole

Es ist schon etwas Besonderes, das Adelheid Schulze da seit 1996 kontinuierlich im Alten Forsthaus zu Thal aufbaut – die Thaler Heimatstube.
Zahlreiche Exponate hat die gebürtige Kittelsthalerin mit ihrem Heimatverein im Laufe der Zeit gesammelt, restaurieren lassen oder, besonders alte Schriften in Sütterlin oder Frakturbuchstaben, übersetzen lassen. «Ich glaube, dass unser Verein schon sehr stolz auf seine Sammlung sein kann», erklärt Schulze.

Und in der Tat, ein buntes Sammelsurium hat sich im Lauf der vergangenen Jahre gebildet und so geben die Antiquitäten und Exponate einen Einblick in das Leben und Arbeiten der vergangenen zwei Jahrhunderte. Von verschiedenen Trachten über Schallplatten mit Erzählungen in Mundart bis zu Fotografien von Arbeitern und Gebäuden ist eigentlich alles in diesem kleinen Museum zu finden.

Ganz besonders hervorstechen tut dabei eine große grüne und beige Flagge. Sie zeigt auf der einen Seite eine Stickerei des Tannhäusers, auf der anderen Seite das schwarz gelbe Wappen der Gemeinde «Bad Thal».
Die Fahne zählt zu den Herzstücken der Ausstellung in der Heimatstube und wurde vor etwa zwei Jahren von einem Privatmann an den Heimatverein gestiftet. Damals war sie vollkommen zerstört und dringend restaurierungsbedürftig. «Wir haben uns damals beim, noch existierenden Hersteller der Fahne kundig gemacht, was dies kosten würde. Aber 40 000€ konnte unser Verein nicht aufbringen», berichtet Schulze, wenn man sie nach dem inzwischen wieder tollen aussehenden Fahne fragt.

Durch Angela Senf vom Thüringer Museum in Eisenach jedoch erfuhr Adelheid Schulze von der selbstständigen Restauratorin Kathrin Kuzera aus Schneeberg und fand damit eine günstigere Möglichkeit, um die Flagge aus dem Jahr 1901 wiederherzustellen. «Für ungefähr ein Zehntel von dem Preis der Fabrik konnte Frau Kuzera mit der Restauration beginnen», freut sich Frau Schulze noch heute.
Inzwischen hängt die Standarte, die früher das Zeichen des Gesangsvereins «Sängerlust» war, in der Heimatstube und teilt sich ihren Platz mit der Rotkreuz-Fahne der Thaler Sanitätskolonne, die im Jahr 1934 geweiht wurde.

Doch nicht nur Symbole bietet die Thaler Heimatstube. Auch zahlreiche Exponate aus dem täglichen Leben des Dorfs, das bis 1921 noch in die Orte Heiligenstein und Thal unterschieden wurde, lassen sich in dem kleinen Museum finden.
Neben alten Schautafeln aus dem Biologie- und Heimatkundeunterricht des vergangenen Jahrhunderts ist es beispielsweise auch ein Bierservice, das sich dort finden lässt. Aus dem Jahre 1903 stammend, zählt es zwar nicht zu den ältesten Stücken der Schau, allerdings zu denen, die am neusten hinzugekommen sind. Denn erst vor wenigen Wochen war es eine private Spenderin, die verstarb und in ihrem Testament verfügte, dass dieses Erbstück an die Thaler Heimatstube gehen soll.
«Unsere Stube freut sich über jede solche Spende, denn wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Historie unseres Ortes und der Region zum Anfassen wiederzugeben. Und dies ist nun einmal am besten mit originalen Exponaten möglich», weiß Adelheid Schule zu berichten.

Die Heimatstube ist von Mai bis September an jedem Samstag und Sonntag von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet.

Paul-Philipp Braun |

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