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«Echt Bach!» – Bachhaus wieder im Berliner Dom

Wie bereits 2013 präsentiert das Bachhaus Eisenach auch in diesem Jahr eine Ausstellung im Berliner Dom. Unter der Überschrift «Echt Bach!» geht es vom 13. März bis 4. Mai um die Suche nach dem «wahren Bach»: vor allem in der Bach-Ikonographie, aber auch in Biographik und Aufführungspraxis.

Wenn Christoph Hagel in diesem Jahr erneut Johann Sebastian Bachs Johannes-Passion im Berliner Dom als Tanztheater inszeniert, und dabei Parallelen zur Situation von Todeszellen-Insassen oder zur aktuellen Lage in Nahost zieht, wird wieder gefragt werden: Darf man das, Bachs Musik so zu emotionalisieren und politisieren?

Wie schon 2013 hat der Dom das Bachhaus Eisenach eingeladen, die Hagelsche Inszenierung mit einer Kabinett-Ausstellung zu begleiten. Thematisierte das Bachhaus damals die Entstehung von Bachs Passionen zwischen lutherischer Tradition und italienischer Oper und ihre Wiederentdeckung im Geist der Romantik, so wird es diesmal um die Suche nach dem «wahren Bach» gehen.

Zu der Ausstellung gehört zunächst ein Bereich zur Bach-Biographik im Kaiserflur. Sie reicht vom ersten Lexikoneintrag über Bach (1732) über die erste Bach-Biographie von Johann Nikolaus Forkel (1802) bis zur Darstellung Bachs als «musicien-poète» in der Bach-Biographie von Albert Schweitzer (1905) und als «gelehrter Musiker» in der Bach-Biographie von Christoph Wolff (2000). Die protestantische Wiedergewinnung Bachs, der manchen gar als «fünfter Evangelist» gilt, wird ebenso thematisiert wie die Vereinnahmung Bachs in der DDR. In der Dom-Loge finden sich sechs Hörstationen. Neben Meilensteinen der Bach-Interpretation erklingen hier auch Werke, die lange fälschlich Bach zugeschrieben wurden.

Augenfällig wird die Suche nach dem «wahren Bach» im gleichfalls im Kaiserflur gezeigten Bereich zur Bach-Ikonographie: Denn für keines der etwa zwei Dutzend angeblichen Bach-Gemälde gibt es einen urkundlichen Echtheitsnachweis, etwa in Form einer lückenlos aufgeklärten Besitzkette bis in die Bach-Zeit. Selbst das berühmteste aller Bach-Bildnisse, das von Elias Gottlob Haußmann aus dem Jahr 1746, das heute im Alten Rathaus in Leipzig hängt, tauchte erst 1809 im Privatbesitz eines niedersächsischen Kantors auf. Wie dieser daran gelangte und wer es davor besaß, ist ungewiss. So wundert es nicht, dass nach der Ausgrabung der Gebeine im Jahr 1894 Bach die erste Person der Medizingeschichte wurde, deren Gesicht posthum anatomisch rekonstruiert wurde. Unterlagen zu dieser ersten Gesichtsrekonstruktion sind im Berliner Dom ebenso zu sehen wie solche zur zweiten forensischen Bach-Gesichtsrekonstruktion von 2008 und weitere Schätze aus der ikonographischen Sammlung des Bachhauses, der größten zu Bach weltweit.

«Echt Bach!» – Eine Kabinettausstellung zum Bach-Bild.
Ausstellung des Bachhauses Eisenach im Berliner Dom
Am Lustgarten, 10178 Berlin
13. März 2014 bis 4. Mai 2014, Mo-Sa 9 – 19 Uhr, So 12 – 19 Uhr.
www.berlinerdom.de

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