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Eisenach ist Musikstadt

Fazit des ersten sinfonischen Wochenendes in der Wandelhalle

Das erste Sinfonische Wochenende in  Eisenach war ein großer Erfolg.

Das war eine tolle Teamleistung, sagte Kulturamtsleiter Dr. Achim Heidenreich in seiner Begrüßung, in der er allen  Mitwirkenden der beteiligten Klangkörper und der Stadtverwaltung dankte.

Das begeisterte Publikum konnte sich an den vier ereignisreichen Konzertabenden ein Bild über die großartige Spielkultur der Thüringen Philharmonie Gotha – Eisenach machen. Bereits beim Vorabend erlebte das Publikum im voll besetzten Rokokosaal des Eisenacher Stadtschlosses einen mitreißenden Klavierabend mit dem Rachmaninow-Preisträger Alexei Kornienko. Kornienko leitete darüber hinaus die Thüringen Philharmonie Gotha – Eisenach im Preisträgerkonzert des erstmals ausgetragenen Internationalen Eisenacher Kompositionspreises sehr eindrucksvoll.

In dem von den Goetheinstituten international ausgeschriebenen Kompositionswettbewerb war eine Auseinandersetzung mit dem Schaffen Johann Sebastian Bachs, des großen Sohns Eisenachs, gefordert. Der aus Brasilien stammende Preisträger Acácio Piedade, Jahrgang 1961, hatte dann in seinem Werk „Divertimento für Kontrasubjekte“ Bachs fulminante Fugentechnik mit frühlingswiesenhaft schillernden Orchesterfarben verarbeitet. Das Publikum in der mit 350 Plätzen vollbesetzten Wandelhalle lauschte andächtig und nahm das neue Werk mit würdigendem Applaus an.

Bevor sie zusammen mit dem Preisstifter und Leiter des Steigenberger Hotels Thüringer Hof Eisenach, Dr. Joachim Hook und Dr. Achim Heidenreich den Preis überreichte, freute sich Oberbürgermeisterin Katja Wolf, dass die frisch sanierte Wandelhalle sowohl Künstlern als auch Eisenachern wieder zur Verfügung steht und diese das schöne Ambiente wieder genießen können.

Die auch Wagner-Stadt Eisenach ist zwar nicht Bayreuth, einen grünen Hügel hat sie mit dem Kartausgarten über der Wandelhalle allerdings auch. Und so nutzten die vielen Besucher der Konzerte die Konzertpausen, um miteinander ins Gespräch zu kommen und zu flanieren. Dazu Dr. Achim Heidenreich:

Damit wäre auch die Frage nach der Bedarfsorientierung dieser Veranstaltung geklärt: Bedarf besteht, siehe die hohe Platzauslastung! Und auch die Teilhabegerechtigkeit wurde umgesetzt: Das Preisträgerkonzert fand bei freiem Eintritt statt. Jede und jeder war herzlich willkommen.

In Kooperation mit dem Landesjugendorchester Thüringen wurde der hohe Ausbildungsstand der Thüringer Musikschulen demonstriert. Unter der Leitung des erfahrenen Dirigenten Juri Lebedev wurde das Ergebnis der sommerlichen Probenphase in der Landesmusikakademie Schloss Sondershausen mit einem auch dem zeitgenössischen gegenüber sehr aufgeschlossenen Programm präsentiert. Zum Beispiel mit Beethovens Ouvertüre „Zur Namensfeier“. Romeo Wecks, Weimarer Komponist Jahrgang 1994, steuerte eine Stummfilmvertonung für einen grotesken Stummfilm bei, in dem ein Hornist mit dem Klang des Horns sogar Züge zum Rückwärtsfahren buchstäblich bewegen konnte. In Alfred Schnittkes „Moz-Art à la Haydn“ entstand dank der beiden wunderbaren Geigensolistinnen dann ebenfalls eine kammermusikalische Intensität. 

Das Abschlusskonzert dann wieder mit der Thüringen Philharmonie Gotha – Eisenach unter der Leitung von Juri Lebedev war von ihm sorgsam komponiert worden. Mozart Vater und Mozart Sohn mit gewissermaßen „wiederentdeckten“ Werken zeigten beide Komponisten eindrucksvoll in ihrer Entwicklung. Der Vater noch ganz der barocken Suite verpflichtet mit vorklassischer Dynamik durchsetzt, der erste achtjährige Wolfgang Amadé mit bereits versierter Hand für Themenerfindung und Themenverarbeitung, ganz zu schweigen von dem gewieften Handhaben der orchestralen Mittel. Mit dem ebenfalls zumindest seinerzeit temporären Eisenacher Georg Philipp Telemann und dessen Suite C-Dur klang das Sinfonische Wochenende in der Wandelhalle noch einmal mitreißend aus.

Andrea T. | | Quelle:

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