Anzeige

Eröffnung der Sonderausstellung „Ghettobilder“ des polnischen Malers Zdzislaw Lachur in Behringen

Bildquelle: © Karin Poppe-EKA e.V.
v.l. Jürgen Dawo, Landrat Reinhard Krebs.

Ein Zeichen setzen gegen zunehmenden Antisemitismus

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, der Reichspogromnacht, wurden in Deutschland die Synagogen geschändet und angezündet, Juden angegriffen, jüdische Einrichtungen zerstört sowie Geschäfte und Wohnhäuser von Juden geplündert.

Diesen Gedenktag hat die Europäische Kommunikations-Akademie mit ihrem 1. Vorsitzenden Jürgen Dawo zum Anlass genommen, um die Sonderausstellung „Ghettobilder“ in Behringen zu zeigen. Zahlreiche Kunstinteressierte- unter ihnen auch der Landrat des Wartburgkreises Reinhard Krebs und weitere Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft fanden sich ein, um die rund 50 Werke Lachur’s zu sehen.

Jürgen Dawo sprach in seiner Eröffnungsrede auch über die bundesweit wachsende Zahl antisemitischer Vorfälle.

Die Steine, die 1938 in die Schaufenster jüdischer Bürgerinnen und Bürger flogen, werden heute durch die Computertastaturen ersetzt. In den sozialen Netzwerken wird gehetzt und die Verbreitung geht rasend schnell- mit riesiger Reichweite. Wir dürfen nicht wegschauen, denn aus solcher Hetze ist nicht nur ein Mal konkrete Gewalt geworden. Wir müssen Stellung beziehen, im Familien- und Freundeskreis, am Arbeitsplatz, in Vereinen und Netzwerken., so Dawo.

Jürgen Dawo zitierte in seiner Rede Max Mannheimer, einen Holocaust-Überlebenden: „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“

Zdzislaw Lachur malte zur Verarbeitung seiner Augenzeugenschaft der nationalsozialistischen Gewaltverbrechen am Warschauer Ghetto „Sosnowiec“, in dem er aufwuchs. Die Darstellungen seiner Erinnerungen malte er derart detailgetreu, dass sogar Chagall und Picasso darauf aufmerksam wurden und mit ihm Kontakt aufnahmen.

Seine Intention war es, mit Werken wie „Vernichtung von Menschenleben“, „Tod der Eltern“, „Einmarsch“, „Vater verteidigt Kinder“, „Prostitution“, aber auch „Heilige Familie“ oder “Trost“ an das Unfassbare zu erinnern, um so zu verhindern, dass so etwas noch einmal passiert.

Alle Bilder wurden 2016/2017 zuletzt auch in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Mittelbau-Dora gezeigt.

Bis zum 22. Dezember 2021 sind Führungen für Interessierte möglich. Um Anmeldung auf der Webseite https://www.ek-akademie.de/ueber-die-eka-ev/kunst-projekte.html, oder telefonisch unter 036254 86 599 502 wird gebeten.

Anzeige
Top