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Fünf Jahre Kunstpavillon Eisenach

Zum Jubiläum wird auf der legendären Drehscheibe des ehemaligen Automobilmuseums erstmals wieder ein Wartburg stehen – ein goldfarbener 311er.

Vom 5. bis 9. Juli gibt es Ausstellungen, Vorträge, Kabarett, Konzerte, eine Tombola mit Kunstwerken und einem Trikot des ThSV-Keepers Radek Musil.

Die Abrissgenehmigung war bereits erteilt, als der Eisenacher Künstler Peter Schäfer vor fünf Jahren ins Rathaus ging und sein Konzept für das ehemalige Automobilmuseum in der Wartburgallee 47 vorstellte. Bach, Luther, Telemann – an viele war in Eisenach bisher gedacht worden, nur nicht an die Lebenden.
Also nahm ein Dutzend Künstler das Schicksal selbst in die Hand und gründete einen Verein, das Zentrum für Gegenwartskunst. Hier zeigen sie nun seit fünf Jahren ihre Werke und bieten sie an, wollen zeigen, dass es sich als Künstler auch in der Provinz überleben lässt, ohne auf sie angewiesen zu sein.

Bis nach Paris schafften sie es 2009 mit dieser Philosophie: zur SNBA (Société Nationale des Beaux Arts), einer bedeutenden Ausstellung für zeitgenössische Kunst im Louvre. Sogar der Oberbürgermeister kam mit, sprach über den Thüringer Wald und lobte Eisenach über den grünen Klee. Werke aus der freien Künstlerszene Thüringens im Louvre – weil das gar nicht hoch genug zu schätzen ist, gibt es die Werke zum Jubiläum noch einmal zu sehen.

Am Donnerstag begrüßt Peter Schäfer und Vorsitzender Hans D. Metzner die Gäste zur Vernissage. Parallel beginnt im Petit Cabinet eine Ausstellung, die sich mit der automobilen Geschichte des Glas- und Betonbaus in der Wartburgallee beschäftigt. Unterstützung kommt dazu vom Allgemeinen Wartburgfahrerclub Eisenach, ein Film zur Automobilgeschichte läuft auf Rotation. Eine kleine Sensation: Auf der Drehscheibe wird erstmals seit zwei Jahrzehnten wieder ein Wartburg stehen, ein goldfarbener 311er.

Dass dabei zur Technikgeschichte der Kunstaspekt dazu kommt, liegt in der Natur der Sache. Gold sei jedenfalls nicht alles, was glänzt, hielten sich die Vereinsmitglieder noch bedeckt. Die Feiertage von Donnerstag bis Montag bieten für jeden etwas. Für Kunstinteressierte gibt es die erste Kunstpavillon-Edition: 100 nummerierte und signierte Grafiken, die der Maler Jost Heyder exklusiv für das Zentrum geschaffen hat. Die Nr. 1 der Edition, sowie viele weitere Kunstwerke regionaler Künstler, gibt es in der Tombola zu gewinnen, die aber auch für Kunstmuffel einiges zu bieten hat, so ein Auto-Wochenende mit einem Fiat, ein Original-Trikot Radek Musils, Bücher und Gutscheine. Das alles bei sozialen Preisen: ein Euro kostet ein Los, für den Eintritt werden pro Tag fünf Euro fällig.

‚Und wer an dem Wochenende nicht nach Eisenach kommt, der verpasst etwas“, freut sich Peter Schäfer. Ein paar Meter weiter in der Wandelhalle ist am Samstag das Kleinklang-Festival und in der Brauerei wird die neue Hopfenkönigin gewählt. Über ein bunt gemischtes Publikum, das von Veranstaltung zu Veranstaltung wandelt, würden sich die Künstler am meisten freuen. Doch ab 21 Uhr sollte sich niemand Arnim Töpel entgehen lassen. Er gilt als der Philosoph unter den deutschen Kabarettisten, so Schäfer.

Das Programm:
5. Juli:
Vernissagemit den Künstlern der Louvre-Ausstellung und des Wartburgfahrerclubs
ab 19 Uhr, 21Uhr Performance

6. Juli:
Vorträge ab 19 Uhr und ab 21 Uhr Kabarettlive mit Arnim Töpel, Träger des Deutschen Kleinkunstpreises: «Sex ist keine Lösung.»

7. Juli: 7×30 Minuten
Konzerte ab 19 Uhr, Stanley Blume, Quartett Reblaus, Böttger-Swing-Trio

8. Juli:
Performance mit dem Theater am Mark ab
15 Uhr, Kinderfest und Tombola-Auflösung, TAM-Theater ab 20 Uhr

9. Juli:
Kino mit Überraschungsfilmen ab 20 Uhr

Rainer Beichler | | Quelle:

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