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Hexenverfolgung in der Region

(Eisenach/Schmalkalden). Das Wartburg-Radio holt die Kultur ins Radio. Da aktuell Museen und sonstige Kultureinrichtungen geschlossen haben, versucht das Radioteam, den Einrichtungen auf vielfältige Weise „On Air“ eine Stimme zu geben. Das Museum Schloss Wilhelmburg in Schmalkalden wurde 1585 und 1590 als Nebenresidenz der hessischen Landgrafen erbaute Schloss. Es gilt wegen seiner originalen Innenräume, der prächtigen Wandmalereien und Stuckaturen sowie der fast vollständig erhaltenen Außenanlage als ein Juwel unter den Renaissance-Schlössern Deutschlands. In einer Sondersendung berichtet Historiker und Direktor Dr. Kai Lehmann über ein Thema, welches eng mit dem Schloss verbunden ist. Allein in dessen Gefängnisturm wurden zahlreiche Opfer der Hexenverfolgung in der Frühen Neuzeit eingekerkert und unter grausamsten Bedingungen gefangen gehalten. In der Sendung „Hexenverfolgung in der Region“ spricht er via Zoom-Konferenz mit Franziska Klemm vom Wartburg-Radio über einen „der grausamsten Massenmorde an unschuldigen Menschen in unserer Geschichte“. Damals konnte es jeden treffen – Frauen, Männer und sogar Kinder. Sie wurden nicht nur in Schmalkalden, sondern zum Beispiel auch in der Gegend um Creuzburg oder Ruhla gefangen genommen, verhört, gefoltert und oftmals lebendig auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Der Historiker nimmt Bezug auf sein Buch „unschuldig – Hexenverfolgung südlich des Thüringer Waldes: über 500 recherchierte Fälle aus dem 16. und 17. Jahrhundert“. In dieser Regionalstudie veranschaulichte er die grausame Zeit der Hexenverfolgungen in den Gebieten südlich des Thüringer Waldes.

Es werden Fragen geklärt wie:
Wie gerieten Frauen, aber auch Männer, in die Mühlen der todbringenden Justiz? Wie war der Ablauf eines Hexenprozesses? Welche Qualen und Schmerzen mussten die Verdächtigen erdulden?

Außerdem berichtet Dr. Kai Lehmann über eine Datenbank, die aktuell entsteht, in der alle Fälle von Hexenverfolgung abrufbar sein werden, die im ehemaligen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation nachgewiesen werden konnten.

Diese Sendung ist nichts für schwache Nerven und wirft ein neues Licht auf die „Hexen“, deren Begrifflichkeit heute vielerorts als Belustigung oder Beleidigung dient und „an denen ein ganzer Tourismuszweig im Harz Geld verdient“, berichtet der Historiker.

Die Sendedaten sind:

Mittwoch, 20. Januar 14 Uhr

Samstag 20. Februar um 14 Uhr

Freitag, 30. April 17 Uhr

Zu hören ist die Radiosendung in der Region um Eisenach auf der Frequenz UKW 96,5 oder via Stream auf www.wartburgradio.com.

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