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Ines Geipel liest über «Amok in Erfurt»

Auf Einladung der Buchhandlung „LeseLust“ liest Ines Geipel am 25. Februar im Rautenkranz (Markt 22) aus Ihrem streitbaren und wichtigen Buch: «Für heute reicht’s – Amok in Erfurt.» Beginn der Veranstaltung ist 19.30 Uhr.

Dieser vielversprechende – es herrscht rege Vorverkaufsstimmung – Abend soll jedoch nicht nur zum Vorlesen dienen, sondern auch zum Sprechen und Diskutieren über das scheinbar Unfassbare, das schließlich doch Realität geworden ist.
Über das Buch «Jetzt reicht’s» wurde viel gesprochen und geschrieben.
Aber wer hat es tatsächlich auch gelesen? Wer kennt die vielen Fragen, die sich Elsa im Zusammenhang mit dem dramatischen Ereignis am Gutenberg-Gymnasium stellt. Elsa, die zwei Jahre vor dem Frühjahr des Jahres 2002 am Gutenberg-Gymnasium das Abitur geschafft hatte und damals froh war, dem Druck der Schule entronnen zu sein.

Am 26. April 2002 riss Robert Steinhäuser, einer von Elsas ehemaligen Mitschülern, sie in die Vergangenheit zurück. Dabei macht der Erfurter Amoklauf bei den Toten nicht Halt, sondern löste eine Fülle widersprüchlicher Reaktionen aus. Nach der Katastrophe ist Elsa so fassungslos wie alle anderen: Wie konnte das passieren?
Um die Hintergründe besser zu verstehen, entschließt sie sich zu einer Reise durch Thüringen, fährt zum legendenumwobenen Kyffhäuser, besucht das KZ Buchenwald, das sie als Kind immer «fasziniert» hat, beobachtet die Jugendszene im Land: rechte Skins in Neustadt/Orla und Pößneck, Drogenkids in Sondershausen, die Junge Gemeinde in Jena, LAN-Partys, Death-Metal-Konzerte. Und immer wieder ist sie in Erfurt, bei den Hinterbliebenen des Amoklaufs, bei ihrer Lehrern und Mitschülern.
Was Elsa erfährt und entdeckt, fügt sich allmählich zu einem Bild, in dem sich viele Elemente auf unheilvolle Weise ergänzen: Kleinbürgermoral desorientierte Familien, Regierungsaffären und Polizeiskandale, Vereinsamung und wachsende Brutalität.
So entsteht der persönliche Erfahrungsbericht einer Zwanzigjährigen, die den Ursachen der Gewalt in ihrer Generation auf den Grund geht.

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