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Kino Capitol feierte Geburtstag

Mit dem ersten Film von Luis Trenker begann am 18. Oktober 1930 die Geschichte des Kinos «Capitol». Doch die Geschichte der Lichtspieltheater in Eisenach startete schon im Dezember 1883. Bewegte Dioramen waren zu sehen. 1897 gab es dann im Schmelzerhof ein Kino. Dort flimmerten die ersten «lebenden Photographien» über die Leinwand. Damals kostete es 50 Pfennig Eintritt und es gab dreimal am Tag Vorstellungen. Auch spielte dort eine Sechsmann-Kapelle. In der Chronik der Kinos findet man Wanderkinos, das Kino am Frauenberg 13 oder 1900 in der Bahnhofstraße. 1910 kam die Schauburg hinzu und 1913 das «Titania». Die Flohkiste entstand am 20. Juni 1919, dieses gab es bis 1950. Der Tonfilm hielt am 3. Januar 1930 Einzug in die Wartburgstadt.
Das «Capitol» hatte zur Gründung 600 Plätze und 500 Lampen beleuchteten den Saal indirekt. Nach einem Umbau wurden es 750 Plätze. Damals kostet der Besuch eine Mark und im Sperrsitz 1,20 Mark.
Horst Martin, Eigentümer des Hauses, würdigte dieses Kino als eine der wichtigsten Versammlungsstätten Eisenachs. Immerhin hätten rund 20 Millionen Menschen das Kino besucht. Das «Capitol» erlebte die Weimarer Republik, des Nationalsozialismus, den Sozialismus. Vor fünf Jahren erwarb die Filmtheatergesellschaft Martin das Kino. In kurzer Zeit, nach viel Diskussionen, wurde das Haus umgestaltet. Oberbürgermeister Gerhard Schneider stellte fest, dass die Entscheidung richtig war, trotz Bedenken einiger Denkmalschützer. Wäre der Schritt anders gewesen, hätte man in Eisenach ein zweites Titania.
In fünf Sälen gibt es Kino pur, mit bester THX-Technik. Über 650 Plätze gibt es und 25 Mitarbeiter sorgen sich um die vielen Gäste. Schon wird über eine mögliche Erweiterung des Kinos in der Innenstadt nachgedacht.
Martin: «Wir leisten einen wichtigen kulturellen Beitrag in Eisenach, haben rund 250000 Besucher im Jahr und leben ohne Subventionen.»
Zur Feier ging es Stilecht zu Charly Chaplin und ein Spacegirl empfingen die Gäste, die erste Werbeanzeige war zu sehen und eine Dame im Kittel mit Taschenlampe wies die Besucher ein. Als Film gab es einen «Augenzeugen» (DDR) und einen «Blick ins Land» (BRD). Und zum technischen Vergleich, Luis Trenker und den jüngsten Bergsteigerfilm im digitalen Format.

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