Kultureller Jahresrückblick 2022 – Stadt Eisenach

JAHRESRÜCKBLICK KULTUR: DAS WAREN DIE HÖHEPUNKTE IM JAHR 2022

 

Die kulturelle Vielfalt des nun ablaufenden Jahres 2022 dürfte einmalig für Eisenach sein. Dazu hat nicht nur das Jubiläum „500 Jahre Bibelübersetzung“ (siehe Bilanz Luther-Jahr) wesentlich beigetragen. Auch weitere Höhepunkte wie das Sinfonische Wochenende „Belle Epoque“, der Yiddish Summer, das ACHAVA Festival sowie das Bachfest und der Eisenacher Kulturherbst leisteten einen erheblichen Beitrag dazu. Gleich sechs Sonderausstellungen waren und sind zum Teil noch in den drei Standorten des Thüringer Museums Eisenach zu sehen. Als Dauerausstellung hat sich die Curt Elschner-Galerie im Stadtschloss inzwischen bei Einheimischen und Gästen etabliert.

 

Die städtische Musikschule „Johann Sebastian Bach“ gab nach der Pandemie wieder das „Konzert der Jüngsten“ im Bachhaus und das beliebte Weihnachtskonzert in der Georgenkirche. Im kommenden Jahr steuert die Musikschule zudem auf ihr 70-jähriges Bestehen zu. Die Planungen für die Feierlichkeiten laufen bereits. Die Stadtbibliothek beteiligte sich am Luther-Jubiläum mit der Aktion „Mit uns in andere Welten übersetzen“. Großformatige Plakate waren im Herbst im gesamten Stadtraum zu sehen. Eine ausführliche Jahresbilanz legt die Stadtbibliothek traditionell im Januar vor. Eine entsprechende Pressemitteilung dazu folgt.

 

Kulturförderung für 22 Projekte

Wichtige Aufgabe der Stadt Eisenach ist zudem die Freie Kulturförderung. 2022 wurden insgesamt 22 Förderanträge bewilligt. Davon profitierten zum Beispiel der Verein Landleben Göringen-Wartha, das Theater am Markt oder die Mitteldeutsche Barockcompany. So wird die kulturelle und künstlerische Vielfalt in der Wartburgstadt gestärkt und gezielt weiterentwickelt. Zudem spendete das Publikum beim Freikonzert der Oberbürgermeisterin im Rahmen des Sinfonischen Wochenendes 580 Euro für die Ukraine. Beim Preisträgerkonzert des Bach Kompositionspreises 2021 kamen 520 Euro zusammen. Das Geld wurde dem Hilfsprojekt der ungarischen Partnerstadt Sárospatak zugeführt, mit dem Nahrungsmittel und Hilfsgüter in die nahegelegene Ukraine gebracht werden.

 

Einen vierten Internationalen Eisenacher Bach Kompositionspreis gab es in diesem Jahr nicht. Das Preisträgerkonzert mit dem Gewinner des Vorjahres Ende März war allerdings ein musikalischer Höhepunkt: Der österreichische Preisträger Otto Wanke – 31 Jahre jung – überzeugte mit seinem Orchesterwerk „Shattered Mirror“. Erstmals wurde im November mit „Poesie im Stadtschloss“ eine neue Reihe mit insgesamt fünf Veranstaltungen präsentiert, die gut angenommen wurde. Unter anderem begab sich der französische Autor Marc Sagnol auf eine berührende, familiäre Spurensuche in die Westukraine – ein nachdenklich stimmendes Zeugnis davon, wie vielfältig das ehemals jüdische Leben in dieser Region einmal gewesen war.

 

Folgende Sonderausstellungen zeigten das Thüringer Museum Eisenach sowie die Stadt Eisenach:

  • Stadtschloss: „Einige waren Nachbarn“, 24.02.-31.03.22, Wanderausstellung des Washington Holocaust Memorial Trust#
  • Stadtschloss: Frühjahrsausstellung im Westflur zu Glaskunst aus der Glasmanufaktur Lauscha im Rahmen des Internationalen Jahres des Glases 2022
  • Predigerkirche: „Leuchten sollst Du. Kunst im Dialog“, 03.04.-26.06.2022, Ausstellung der Künstler Christian Manss und Manaf Halbouni
  • Stadtschloss: Winterausstellung „Pebe und Co: Baukästen aus DDR-Zeit“ (noch bis Februar 2023)
  • Stadtschloss: Begleitausstellung zur Eisenacher Pilgerbibel mit den Leporello-Büchern des Künstlers Willy Wiemann im Original, 05.05.-31.10.2022
  • Eisenacher Stadtverwaltung, Foyer Markt 2: Wanderausstellung „Auf dem Weg zur modernen Demokratie – Die deutschen Freiheitsbewegungen von der Französischen Revolution bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts“, 31.08.-06.11.2022, in Kooperation mit der Wartburg-Stiftung und der Gesellschaft zur Erforschung der Demokratiegeschichte

 

Zudem führte der Kulturverein in Zusammenarbeit mit der Stadt Eisenach zwei Sonderausstellungen in der Predigerkirche durch: Von Januar bis Ostermontag wurden Fotografien von Uwe Jung-Kempe unter der Überschrift „Elisabeth.Erinnerungen aus der Gegenwart“ gezeigt. Von Juli bis November stellte die Seebacher Künstlerin Veronika Wagner Malereien und Objekte unter dem Querschnittsthema „Gott und die Welt“ aus.

 

Dass die Stadt Eisenach durchaus ungewöhnliche Wege bei der Kulturförderung geht, zeigte der Besuch des Baltic Sea Philharmonic zum Luther-Jubiläum im September: Öffentliche Proben im ehemaligen Automobilwerk, ein Pop Up-Konzert auf dem Schulhof und im Schulgebäude der Geschwister-Scholl-Schule zur Überraschung der Schüler*innen und Lehrkräfte und „Schnupper-Hören“ am Tag des Offenen Denkmals ermöglichten eine niederschwellige Ansprache solcher Zielgruppen, die sich üblicherweise wenig für klassische Musik interessieren. Das Abschlusskonzert mit dem Dirigenten Kristjan Järvi im ausverkauften Landestheater am 15. September rundete den Besuch des international renommierten Orchesters eindrücklich ab.

 

 

 

Bildnachweise:

Mit einem Pop Up-Konzert überraschte das Baltic Sea Philharmonic die Schüler*innen der Geschwister-Scholl-Schule im Rahmen der Festwoche „Kraft der Worte“. © Stadt Eisenach/Ulrike Unger

Beitragstitel: Die neue Elschner-Galerie im Eisenacher Stadtschloss zieht seit der Eröffnung im Dezember 2021 kontinuierlich Besucher*innen an. © Stadt Eisenach/Ulrike Müller

Erstmals las der französische Autor Marc Sagnol in der neuen Reihe „Poesie im Stadtschloss“ in Eisenach. © Natalia Bogdanovska

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