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Lautstarke Forderungen der Jugend

Auf der Wartburg tagen heute und morgen die Kultusminister der Länder. Auf dieser Konferenz geht es in Schwerpunkten um Gewalt in der Gesellschaft, Gewaltprävention an Schulen; weitergehende Folgerungen aus PISA 2000; Überarbeitung der einheitlichen Prüfungsanforderungen in der Abiturprüfung (EPA) in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch; Konsequenzen der Zuwanderung für Schulen; Länder- und hochschulübergreifende Qualitätssicherung in Deutschland. Die Konferenz wird von deren Präsidentin und Thüringer Wissenschaftsministerin Prof. Dr. Dagmar Schipanski geleitet.

Heute Abend trafen sich an der Eselstation über 150 Jugendliche aus allen Teilen Deutschlands, um ihren Unmut über die Bildungspolitik und die Lage an den Berufsschulen Luft zu zeigen. Die Gewerkschaften haben zu dieser Demonstration und den Demozug aufgerufen.
Mit Trillerpfeifen, Rufen und Trommeln machten die Auszubildenden und Schüler auf ihre Situation aufmerksam. Prof. Schipanski und Thüringens Kultusminister Michael Krapp kamen von der Burg, um zu den Jugendlichen zu sprechen.

Die jungen Leute stellten ihre Forderungen auf – die Situation an den Schulen und Berufsschulen seien katastrophal. Lehrer fehlten, trotz Bemühungen sei die Ausbildung nicht ausreichend, veraltet, die Lehrer oft überfordert, die Zustände in den Einrichtungen schlecht. Gefordert wurden Bildungs- und Lebenschancen für alle Jugendlichen.

Die jungen Gewerkschafter, Schüler- und Elternvertreter wollen mit an den Tisch, wenn die Kultusminister über die Belange der Jugendlichen und Schüler sprechen. Und so gab es oft den Spruch: «Wir wollen mit auf die Burg». Ein Forderungskatalog wurde der Kultusministerkonferenz überreicht.
Schipanski und Krapp konnten nur allgemein über ihre Arbeit informieren, damit gaben sich die Teilnehmer nicht zu frieden. Sie forderten eine Wende in der Bildungspolitik im Interesse ihrer Zukunft. Immerhin versprachen die Politiker den Forderungskatalog zu lesen und den Ministerkollegen zu geben.

Unter lautstarken Protesten der Demonstranten verließen die Politiker nach 30 Minuten den Platz gegenüber der Eselstation, um auf der Wartburg mit dem Programm der Konferenz fort zu fahren. Im Innenhof der Wartburg gab es ein Konzert mit dem Blechblasensemble der Musikhochschule Weimar und im Hotel den Eintrag der Ministerinnen und Minister ins Goldene Buch der Stadt Eisenach.

Die jungen Leute führten ihre Veranstaltung mit Rede- und Trommelbeitragen unter dem Motto: «Kultusminister aufgewacht!» fort.

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