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Mehr Frauen in die Politik!: Zweites Kommunales Werkstattgespräch in Falken

In Falken kamen zum erneuten Kommunalen Werkstattgespräch am 24. September 2022 insgesamt 20 Frauen und Männer zusammen, um sich dem Thema Frauen in der Lokal-Politik zu widmen. Dies war bereits die zweite Gesprächsrunde im „Aktionsprogramms Kommune – Mehr Frauen in die Politik!“, zu der die Gleichstellungsbeauftragte des Wartburgkreises, Petra Lehmann, eingeladen hatte. Als Gäste konnten mit Mentee Joana Heinemann, Mentee Petra Hofmann sowie den Mentoren Ines Senf, Gemeinderätin in Seebach, und Bad Liebensteins Bürgermeister Dr. Michael Brodführer vier Teilnehmer begrüßt werden, die im Mentoringprogramm aktiv sind.

Initiiert wurde das Aktionsprogramm Kommune – Mehr Frauen in die Politik! federführend durch den Deutschen Landfrauenverband e.V. Gefördert werden sollen insbesondere Regionen im ländlichen Raum. Daher bot es sich an, das Werkstattgespräch mit dem Hoffest von Landfrau Kerstin Becker in Falken zu kombinieren. Der Hofladen feierte an diesem Tag sein einjähriges Bestehen.

Neben dem Hoflanden gründete Kerstin Becker bereits im Oktober 2020 den Landfrauenortsverein Werrataler Landmädels mit derzeit zwölf Mitgliedern im Alter von 26 bis 55 Jahren. Es ist besonders erfreulich, dass sich hier eine recht junge Gruppe gefunden hat, die sich zu regelmäßigen Treffen zusammenfindet. Zum Hoffest in Einklang mit dem Kommunalen Werkstattgespräch konnte auch die Erntekrone der Landfrauen fertiggestellt werden, die zum Erntedankfest die Falkener Kirche schmücken wird. In angenehmer Atmosphäre kam ein reger Austausch zum Werkstattgespräch zu Stande.

Die Landfrauen backen aber nicht nur Kuchen. Es ist weit mehr als das. Auch Männer engagieren sich mittlerweile in den Vereinigungen. Wenn man überlegt, wie viele Menschen im Wartburgkreis auf dem Land leben, sind Landfrauen ein sehr wichtiger Bestandteil, um Traditionen zu bewahren. Hier fängt Politik im Kleinen an, resümiert die Gleichstellungsbeauftragte Petra Lehmann.

Während der Gesprächsrunde wurden Themen wie Frauenquote, Multitasking und gewisse Vorurteile, die in der Gesellschaft bestehen, diskutiert. Auch die Ursachen, warum Frauen in der Politik unterrepräsentiert sind wurden beleuchtet. Herauskristallisiert hat sich, dass Sitzungstermine politischer Gremien häufig nicht mit anderen Verpflichtungen überein passen. Es wurde auch herausgearbeitet, dass es viele Frauen gibt, die sich nicht trauen, ihre Meinung in der Öffentlichkeit wiederzugeben und politisch nicht in Erscheinung treten wollen. Um mehr Frauen für die Politik zu gewinnen ist es wichtig bestehenden Problemen entgegenzuwirken. Neben beruflichen, familiären und privaten Verpflichtungen muss Frauen der Rücken freigehalten und die Rahmenbedingungen geändert werden, damit sie sich auch auf lokaler Ebene politisch engagieren können.

Die Vereinbarkeit von Familie und Terminen ist immer etwas schwierig, aber machbar, bringt Dr. Michael Brodführer in die Runde ein. Es geht immer um die Frage, wie entwickeln wir unsere Region, unseren Ort, unseren Ortsteil weiter. Es sollte eine gute Durchmischung der Gremien vorhanden sein, damit alle Perspektiven Gehör finden. Daher habe ich mich auch entschlossen, an diesem Programm teilzunehmen. Es lohnt sich dafür zu streiten, dass es mehr Frauen in der Politik gibt, weil Männer überrepräsentiert sind, so Brodführer weiter. Demokratie ist von Debatten abhängig, diese müssen sachlich geführt werden, je mehr Perspektiven in Debatten dazu kommen, desto vielschichtiger und interessanter werden diese.

Joana Heinemann ergänzte abschließend:

Grundsätzlich muss man es mit sich ausmachen und abwägen, ob man den Schritt in die Politik wagt. Es gibt einen bunten Strauß an Möglichkeiten sich für seine Region, seinen Ort einzubringen.

Für das Förderprogramm des Bundesfamilienministeriums und des Deutschen Landfrauenverbandes hatte sich der Wartburgkreis erfolgreich beworben und kann auf dieser Basis das Programm zukunftsweisend gestalten. Neben den beiden Werkstattgesprächen in Steinbach und Falken sind für das kommende Jahr weitere Gespräche geplant. Zudem wird es bis November themenspezifische Kinoveranstaltungen im Wartburgkreis geben.

Wer sich zum überparteilichen Programm „Mehr Frauen in die Politik!“ informieren möchte, kann sich an die Gleichstellungsbeauftragte des Wartburgkreises, Petra Lehmann, wenden unter: Tel.: 03695 / 615108 oder per E-Mail: Gleichstellungsbeauftragte@wartburgkreis.de. Weitere Informationen bietet auch die Internetseite www.frauen-in-die-politik.com.

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