Neues „Lutherbanner“ am Lutherhaus Eisenach

Rekonstruktion der historischen Beflaggung ziert wieder die Eisenacher Reformationsstätte

Viele Jahrzehnte war es nicht mehr zu sehen: Das historische „Lutherbanner“, das noch in den 1930er Jahren das Lutherhaus in Eisenach zierte, ist wieder Teil der bekannten Reformationsstätte.

In enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege und anderen zuständigen Behörden der Stadtverwaltung ist es der Stiftung Lutherhaus gelungen, das Banner mit der Lutherrose wieder dauerhaft zu einem Teil des Lutherhauses zu machen. Zeitgleich mit der Anbringung des neuen Fahnenauslegers wird auch das provisorische Banner an der Nordfassade des Museums entfernt, das zur Feier des 10-jährigen Bestehens der Stiftung vorübergehend angebracht worden war.

Ein Geschenk zum Jubiläum

Wie in historischen Aufnahmen zu erkennen ist, schmückte in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg bereits ein Banner mit der charakteristischen Lutherrose die Ostfassade der Reformationsstätte in der Eisenacher Lutherstraße. Anlässlich der Feier zum 10-jährigen Bestehen der Stiftung Lutherhaus Eisenach im vergangenen Jahr reifte der Entschluss, eine Rekonstruktion des historischen Eindrucks zu wagen: In engem Austausch mit der Denkmalschutzbehörde und weiteren Fachabteilungen der Eisenacher Stadtverwaltung entstand schließlich ein Entwurf, der nicht nur dem historischen Erscheinungsbild und der Gestaltungssatzung der Stadt gerecht wird, sondern auch modernen Bau- und Sicherheitsanforderungen entspricht.

Traditionelle Handwerkskunst aus der Region 

Den künstlerischen Entwurf für den Fahnenausleger und die aufwändigen Kunstschmiedearbeiten übernahm Metallbaumeister Andreas Wiegand aus Nazza, dessen Familie schon seit mehreren Generationen im Schmiedehandwerk tätig ist. Die Gestaltung orientiert sich dabei an der kunstvollen Laterne des Lutherhauses, die 2015 restauriert worden war. Zusammen bilden sie jetzt ein stimmiges Ensemble, das das historische Erscheinungsbild der Vorkriegszeit dank traditioneller Handwerkskunst aus der Region endlich wieder erfahrbar macht.

Die Lutherrose weist den Weg

Anzeige

Das neue „Lutherbanner“ erfüllt zugleich wieder die Funktion, für die es einst geschaffen wurde: den Blick der Einwohner und Gäste der Stadt auf das Lutherhaus und seinen berühmtesten einstigen Bewohner zu lenken. Die Lutherrose, die schon das historische Banner schmückte, verweist dabei nicht nur auf den Reformator Martin Luther, der hier zwischen 1498 und 1501 im damaligen Haus der Familie Cotta gelebt hatte, sondern auch auf die Lutherbibel, deren Übersetzung in Eisenach begann und die die Lutherrose als Markenzeichen und Qualitätssiegel trug. Das „Lutherbanner“ lädt damit künftig auch dazu ein, die Ausstellungen des Lutherhauses zu erkunden, die Luther, seiner Bibelübersetzung und den vielfältigen Wirkungen der Reformation bis in die Gegenwart anschaulich vermitteln.

Dank für gute Zusammenarbeit

Lutherhaus-Direktor Dr. Jochen Birkenmeier zeigte sich hocherfreut, dass das Bannerprojekt nach langer Planungs- und Abstimmungszeit nun verwirklicht werden konnte:

2014 übernahm die Stiftung Lutherhaus Eisenach offiziell den Betrieb des Museums. Die Rekonstruktion des ‚Lutherbanners‘ ist ein wunderbares Geschenk zu diesem Jubiläum!

Er dankte insbesondere der Unteren Denkmalschutzbehörde und allen für Baufragen zuständigen Abteilungen der Eisenacher Stadtverwaltung für die gute und konstruktive Zusammenarbeit, ohne die das Projekt nicht hätte realisiert werden können. Sein Dank galt auch den Kolleginnen und Kollegen im Lutherhaus, insbesondere Katrin Hausmann, die das Vorhaben federführend begleitet hatte, sowie Andreas Wiegand für die gelungene Ausführung.

Anzeige