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Nichts: Was im Leben wichtig ist

Premierenfieber: am Samstag, 29. Juni um 19.30 Uhr zeigen die jüngsten Spieler des Eisenacher Theaters am Markt (TAM) ihr aktuelles Stück «Nichts: Was im Leben wichtig ist» zum ersten Mal vor Publikum, im restlos ausverkauften Theater.
Hinter den acht Kindern, die zwischen zehn und dreizehn Jahren alt sind, liegt eine spannende und anstrengende Probenzeit. Mit der Bühnenfassung von Janne Tellers gleichnamigem Roman haben sich die Kinder für ein anspruchsvolles Stück entschieden.

Erzählt wird von dem Schüler Pierre-Anthon, der eines Tages mitten im Unterricht von seinem Platz aufsteht und verkündet, dass nichts irgendetwas bedeuten würde und es sich daher auch nicht lohne, irgendetwas zu tun. Von nun an ist Pierre-Anthon nur noch auf einem Pflaumenbaum sitzend zu finden, von dem herab er seine Mitschüler mit seinen Äußerungen verunsichert. Diese beschließen, heimlich einen «Berg der Bedeutung» zusammen zu tragen, um zu beweisen, dass Pierre-Anthon Unrecht hat. Reihum wollen sie dafür etwas Bedeutendes opfern. Doch was mit alten Fotos beginnt, droht bald zu eskalieren: Als Sofie ihre Unschuld und Johan seinen Zeigefinger opfern sollen, schreiten Eltern und Polizei ein. Nur Pierre bleibt unbeeindruckt. Und die Klasse rächt sich an ihm.

Janne Teller erzählt eine erschütternde Parabel über das Erwachsenwerden, Erziehung und Gewalt in unserer Gesellschaft, eine Geschichte über die Bedeutungslosigkeit jeglichen Strebens, wenn Ideale, Werte und Normen verloren gegangen sind.
Für Regisseur und Theaterleiter Timo Bamberger weist die Geschichte – wenn auch überspitzt – auf ein Problem hin, «das in dieser Klarheit selten thematisiert wird: welche Bedeutung haben für Heranwachsende die Werte und Normen ihrer Eltern, wo doch immer deutlicher wird, dass sie für zeitaktuelle Entwicklungen und Krisen keine Lösungen bieten?» Für Bamberger passt das Stück genau aus diesem Grund optimal in das aktuelle Spielzeitthema «Kollaps 13».

Geprobt wurde seit Januar dieses Jahres mindestens einmal wöchentlich und einmal im Monat im Rahmen einer kompletten Probenwoche. «Das Ensemble hat dabei eine große Spielfreude entwickelt, nicht zuletzt, weil die Kinder zum Teil schon eine mehrjährige Bühnenerfahrung mitbringen. Dennoch gab es auch immer wieder kritische Momente», berichtet Timo Bamberger, «denn das Stück führte in den Proben jeden Einzelnen an die Grenzen seiner darstellerischen Fähigkeiten. Genau diese Momente waren aber wichtig, um eine Form zu finden, eine Bildersprache, die dem Stück entspricht, ohne es zu verniedlichen oder mit der Radikalität im Sinne von Effekthascherei zu hausieren. Die Proben waren ein ständiges Ausprobieren und Grenzen ausloten. Ich war immer wieder erstaunt und erfreut, welche Fähigkeiten unsere Jüngsten mittlerweile entwickelt haben, einfach Wahnsinn.»

In der Rolle des Pierre-Anthon ist Tilmann Zänker zu erleben, der bereits im vergangenen Jahr als Kinderdarsteller beim Sommertheater «Wilhelm Tell» auf der Wartburg das Publikum überzeugte, und als seine Hauptprotagonistin Agnes tritt Felice Schneider-Raab auf. Alle anderen Kinder wechseln permanent die Rollen.

Die Inszenierung ist vor der Sommerpause des Theaters noch einmal zur Kinderkulturnacht am 6. Juli um 18 Uhr zu erleben.
Karten für die Vorstellung sind per Mail unter kontakt@theaterammarkt.de oder telefonisch unter 03691 – 7409470 erhältlich. Weitere Informationen auch unter www.theaterammarkt.de.

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