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Offener Brief – Sanierung Grundschule Thal

Sehr geehrter Herr Landrat,
mit Entsetzen las ich in der gestrigen Ausgabe der TLZ Ihr Statement bezüglich der Sanierung Grundschule Thal. Ich finde es doch sehr unangebracht, einen Vergleich zwischen der Grundschule Thal und den Milliardenausgaben für Griechenland zu tätigen.

Sie wissen doch genau so gut wie wir, dass wir diese Ausgaben in keinster Weise entscheiden bzw. beeinflussen können. Im Gegenteil. Wir sehen weder die 2,8 Mio. Sanierungskosten noch die Startvariante von 1,4 Mio. als notwendig an. Von uns Eltern wurde vorgeschlagen, mit minimalem Aufwand (Berücksichtigung der wirklich notwendigen Maßnahmen) die Schule kurzfristig in einen Zustand zu versetzen, in dem der Schulbetrieb aufrecht erhalten werden kann. (Zumindest so lange die Schülerzahlen konstant bleiben – also für die nächsten 5 Jahre).
Wie sollen wir außerdem über unsere Verhältnisse leben? Wird doch mit unseren Steuergeldern so manches finanziert, was oft nicht notwendig ist.
Außerdem finde ich äußerst bedenklich, dass Sie nun öffentlich versuchen uns «aktiven» Eltern mit lächerlichen Argumenten in den Rücken zu fallen. Vielleicht sollten Sie endlich mal, auf die Probleme der mittlerweile entstanden Elterninitiative eingehen und sich als sogar zweifacher Vater in unsere Lage versetzten. Es ist für uns unverständlich, wie ein Landrat und seine Dezernentin alle Alternativen die ihnen vorgelegt werden, einfach ignorieren.
Die ab August 2010 eintretenden Zustände an der Grundschule Ruhla, werden zu einer deutlichen Verschlechterung des Umfeldes und der Lernmöglichkeiten unserer Kinder führen. Es werden deutliche Abstriche gemacht werden müssen! Es geht uns Eltern nicht um eine machbare (wie von Frau Döring immer wieder betont), sondern um eine gute Lösung für unsere und die zukünftigen Kinder.
Warum können Sie nicht, bevor sich die negativen Auswirkungen zeigen, reagieren? Die Schule in Ruhla ist auf Grund des damaligen Konzeptes, Einführung einer Ganztagsschule, nicht für 150 Kinder ausgelegt und saniert worden.
Unter diesen „machbaren“ Umständen kann keine optimale Bildung mehr stattfinden. Warum möchten Sie das nicht begreifen? Warum wird nicht im Vorfeld einmal ein Testlauf durchgeführt, indem alle Kinder aus Ruhla und Thal mal einen Tag gemeinsam mit Ihnen in der Schule und dem Schulhof verbringen?
Beim Vororttermin mit Frau Döring, bei dem die Thaler Kinder auf dem Schulhof in Ruhla anwesend waren, durften die Ruhlaer Kinder das Schulhaus nicht verlassen. Weshalb lief das so? Wovor hatte Frau Döring Angst oder Bedenken? Wäre vielleicht schon an diesem Tag die beengte Situation aufgefallen? Warum haben die Bürger immer mehr das Gefühl, dass den «großen» Politikern die «kleinen» Zukunftsträger unseres Landes egal sind?
Mir stehen die Haare zu Berge, wenn ich die Floskeln von besserer Ausbildung von den Politikern höre. Auch Sie traten dafür in Ihrem Wahlkampf ein! In der Elternversammlung baten sie uns, Werbung für die Region zu machen.
Wofür sollen wir denn werben? Was im Moment passiert, ist alles andere als positiv, sowohl für die Region als auch für die Art und Weise der CDU-Fraktion Wartburgkreis. Es geht im Moment schon lange nicht mehr um die Schließung der Grundschule Thal, sondern um die Tatsache, wie sie die Kinder und deren Eltern auf ganz üble Weise verschaukelt wollen.
Sie wissen genau so gut wie wir schon heute, dass die Thaler Grundschule nie wieder geöffnet wird. Warum nennen Sie das Kind nicht beim Namen?
Wir Deutschen spenden Millionen Euro als Entwicklungshilfe ins Ausland, wenden Milliarden für Spekulanten der Banken u.s.w.! Warum allerdings, werden unsere „deutschen“ Probleme nicht ernst genommen? Es kostet dem Wartburgkreis keinen Cent mehr, die von uns vorgeschlagene und von allen Eltern angenommene Alternative, die Regelschule Seebach, anzunehmen. Es wäre aber über 160 Kindern geholfen. Diese von allen Betroffenen bevorzugte Alternative wird von Ihnen nicht einmal in Erwägung gezogen.

Sehr geehrter Herr Landrat,
mit Ihrem Auftreten im Kulturhaus haben Sie einen deutlichen Beitrag zur Politikverdrossenheit geleistet. Sie haben es geschafft, sämtliche Anwesenden zu frustrieren, in dem Sie nicht einen einzigen Vorschlag beachten oder annehmen.
Bitte kommen Sie zu uns nach Ruhla. Schauen Sie sich allein die Bedingungen an der Ruhlaer Grundschule an. Zeigen Sie Größe und beweisen Sie uns, dass Ihre Versprechen ernst gemeint sind. Kommen Sie ohne Frau Döring, die allen voran ihre eigene Meinung vertritt und keine andere zulässt. Sie sind der Landrat und Sie sollten auch die letzte Entscheidung treffen. Es sind unter der Herrschaft der Dezernentin schon einige Schule zu Ungunsten der Kinder geschlossen worden. In der Hoffnung recht bald eventuell persönlich von Ihnen zu hören und in der Hoffnung doch noch etwas bei Ihnen zu bewegen verbleibe ich

Mit freundlichen Grüßen aus Ruhla

Rainer Beichler |

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