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Ortskurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz überbringt Fördervertrag in Berka vor dem Hainich

Für die Fortsetzung der Fassadenrestaurierung der Dorfkirche in Berka vor dem Hainich überbrachte am 4. November 2012, Erwin Meusel, Ortskurator Eisenach der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), erneut einen Fördervertrag.

Zum Festgottesdienst wurde Ministerpräsidentin Chrsistine Lieberknecht herzlich begrüßt. In ihrer Predigt betonte Superintendentin Martina Berlich die vielen Stunden die in der Kirche stecken. Auch dankte sie dm Rotarierclub Lüdenscheid für die Unterstützung beim Auf- und Ausbau der Kirche.

Das Dokument über 35000,- Euro für die Natursteinarbeiten, die Neufassung der Fassadenflächen nach historischem Vorbild und die Restaurierung der Putzoberflächen im Innenraum nimmt Pastorin Christine-Dorothea Voigt von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde entgegen. Weitere Unterstützung bei der seit 2002 laufenden Instandsetzung des Kirchenbaus erhält die Gemeinde vom Förderverein, vom Landesamt für Denkmalpflege, der Kirchenkammer und der Oetker-Stiftung.

Die Dorfkirche von Berka vor dem Hainich wurde 1752 auf einem Hügel errichtet. Es handelt sich um eine massiv aus Bruchstein errichtete, verputzte Saalkirche. Das Kirchenschiff überragt im Westen ein quadratischer Turm mit Eckquaderungen, Korbbogenfenster und einen Frontisspiz. Eine Schweifhaube mit Laterne deckt den Turm. Im Osten schließt eine polygonale Apsis an. Die Fassaden des Kirchenschiffs gliedern Stichbogenfenster mit Natursteingewänden und Eckquaderungen sowie Lisenen. Ein Walmdach mit Gauben überspannt den Bau. Über den Zugängen zum Kirchenschiff sind Wappenkartuschen der Familie von Wangenheim angebracht.

Im Inneren finden sich reiche Stuckdekorationen im Rokokostil sowohl an der Kanzel als auch an der Flachdecke. Zweigeschossige Emporen umziehen den Kirchenraum an den Traufseiten, eine eingeschossige Orgelempore mit einem klassizistischen Instrument liegt an der Westseite. Zwei ornamental bemalte Herrschaftslogen bilden im Osten die Emporen. Der aus der Erbauungszeit stammende Kanzelaltar ist mit marmorierten Säulen, Pilastern sowie einem verkröpftem Gebälk geschmückt. Die qualitätvolle Ausstattung der Kirche trägt zur besonderen kunsthistorischen Bedeutung bei.

Marode Dächer führten zu statischen Schäden an den Dachstühlen von Turm und Schiff. Eindringende Nässe schädigte die Decken und gefährdete den Innenraum. Rissbildung trat im Bereich der Fenstergesimse des Schiffs auf. 1962 war ein ungeeigneter, diffusionsdichter Außenputz aufgebracht worden, der zu erheblichen Feuchteschäden im Mauerwerk, großflächigen Putzabplatzungen und Rissen führte.

Inzwischen sind die statische Sicherung des Turmes und die Sicherungen am Kirchenschiff und Dach erfolgt. Der Chor ist inzwischen ebenso statisch gesichert wie die Dachinstandsetzung abgeschlossen. Im Innenraum wurde eine Probeachse angelegt, Kanzelaltar und Orgel restauriert. Die statische Instandsetzung der Außenhülle mit Verpressung und Vernadelung sowie umfangreichen Steinmetzarbeiten wurde abschnittsweise weitergeführt. Nunmehr steht die Instandsetzung der Nordseite des Schiffs und des Chores an.

Die engagierte Gemeinde ist einer von inzwischen über 400 Denkmaleigentümer, die bisher von der DSD als bundesweit tätiger Denkmalschutz-Stiftung dank privater Spenden und Mitteln der GlücksSpirale bisher allein in Thüringen Unterstützung erhalten hat.

Rainer Beichler | | Quelle:

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