Poesie im Schloss

Bildquelle: Werbeagentur Frank Bode | www.werbe-bo.de

Die Stadtverwaltung Eisenach setzt ihre Veranstaltungsreihe „Poesie im Schloss“ mit stimmungsvollen Lesungen fort.

„Nicht nur der Autor der Fleurs du mal“ – Lesung mit Musik.

Gedenkveranstaltung zum 60. Jubiläum des Élysée-Vertrags zur deutsch-französischen Freundschaft.
Der renommierte Autor und Übersetzer Simon Werle, Träger des Deutschen Übersetzerpreises, wird am 29. November (19:30 Uhr) im Salon des Stadtschlosses seine neuen Übersetzungen der Lyrik von Charles Baudelaire unter der Überschrift „Nicht nur der Autor der Fleurs du mal“ präsentieren. Die Rezitation ist in deutscher und teilweise in französischer Sprache geplant. Musikalisch begleitet wird die Lesung von dem in Eisenach lebenden Harfenisten Daniel Noll mit Werken von Bach, Carlo Salzedo und des Zeitgenossen Guillaume Connesson. Gäste können sich auf die Verbindung von französischer Lyrik und Harfenmusik freuen.

Eintritt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Karten gibt es an der Abendkasse.

Russische Lyrik, tschechische Klänge – Konzertlesung

Autor und Übersetzer Simon Werle wird am 30. November (19:30 Uhr) gemeinsam mit der renommierten Pianistin Irmela Roelcke eine Konzertlesung Lyrik des heute zu Unrecht fast vergessenen russischen Dichters Sergej Jessenin (1895-1925) mit Musik des tschechischen Komponisten Leoš Janaček (1854-1928) kombinieren. Werle präsentiert hier seine neuen Übersetzungen des auch folkloristisch inspirierten Dichters unter anderem mit dem Gedicht „Unter dem Waldkamillenkranz“. Roelcke ergänzt diese Stimmungen durch den ebenfalls auch folkloristisch inspirierte Klavierzyklus „Auf verwachsenem Pfad“ – wer will, kann hier auch Bezüge zum Wanderland Thüringen herstellen. Auf jeden Fall aber werden beide Lesungen mit Musik wunderbar auf die bevorstehende Adventszeit einstimmen.

Anzeige

Eintritt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Karten gibt es an der Abendkasse.

Simon Werle
studierte von 1977 bis 1983 Romanistik und Philosophie in München und Paris und arbeitet seither als freier Autor und Übersetzer. Er hat zahlreiche Neuübersetzungen klassischer Theaterstücke vorgelegt, in den achtziger Jahren insbesondere von Racine, Corneille und Molière sowie Übertragungen moderner Autoren wie Koltès, Genet, Duras und Beckett, später auch von englischen Klassikern wie Shakespeare, Ben Johnson und Thomas Otway. Seit den neunziger Jahren gilt ein weiterer Arbeitsschwerpunkt der griechischen Tragödie in Neuübertragungen und eigenen Bearbeitungen. Die Auseinandersetzung mit der Antike hat sich auch in zahlreichen eigenen Stücken niedergeschlagen, von denen acht 2014 in dem Sammelband Mythen.Mutanten erschienen. Parallel dazu trat er seit 1986 mit mehreren Prosabänden und Romanen als Erzähler hervor. Als Lyrikübersetzer machte er sich durch die Neu-Übertragung von Baudelaires ‚Blumen des Bösen‘ einen Namen. Für sein literarisches und übersetzerisches Werk erhielt er zahlreiche Preise, darunter 1985 den Förderpreis für Literatur der Stadt München, 1988 den Paul Celan Preis des deutschen Literaturfonds, 1992 den Johann Heinrich Voß Preis für Übersetzung, 1994 den französischen Orden eines Chevalier des Arts et des Lettres, 2003 den Tukan-Preis der Stadt München, 2017 den Eugen-Helmlé-Übersetzerpreis und 2020 den Paul Scherbart Preis.

Irmela Roelcke
verbindet in ihrer Arbeit das Konzertieren mit dem Lehren, das Ausüben mit dem Reflektieren und Vermitteln von Musik. Dabei entwickelt sie innovative Konzepte und dramaturgisch profilierte Programme. Mit gewissermaßen Glocken- und Glockenspielwerken läuten wir die Weihnachtszeit ein. Die gleichnamige CD mit an diesem Abend gespielten Werken wurde vom Deutschlandfunk mit produziert und vielfach ausgezeichnet. Ein Schwerpunkt der Arbeit von Irmela Roelcke liegt in der Wiederentdeckung und Präsentation selten aufgeführter oder verschollener Klavier- und Klavierkammermusik. Beispielsweise hat sie die weltweit erste Einspielung des monumentalen Klavierquintetts von Artur Schnabel als CD veröffentlicht.

Daniel Noll
Daniel Noll gewann bereits als Jugendlicher zahlreiche Erste Preise in nationalen und internationalen Wettbewerben. Ausgezeichnet wurde er darüber hinaus mit dem Beethoven Bonnensis-Preis der Stadt Bonn sowie – zu Beginn des Studiums – durch ein Stipendium der Hans und Eugenia Jütting-Stiftung, Stendal. Seine ersten Lehrerinnen waren in Bonn Josiane Straub-Acoulon und in Dresden Nora Koch, Soloharfenistin der Dresdner Philharmonie, die ihn auch im Bachelorstudium unterrichtete. Das Masterstudium schloss er bei Françoise Friedrich an der Musikhochschule Frankfurt ab. Weitere wichtige musikalische Impulse erhielt er von Elisabeth Fontan-Binoche, Germaine Lorenzini, Sivan Magen und Marie-Pierre Langlamet. Daniel Noll war im Rahmen der Orchesterakademie Teil des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters sowie anschließend für zwei Spielzeiten im Gürzenich Orchester Köln. Als Gastharfenist wird er regelmäßig u.a. von der Dresdner Philharmonie, dem Beethoven Orchester Bonn, den Duisburger Philharmonikern und dem WDR Funkhausorchester engagiert.

Anzeige
Anzeige