Premiere von „1984“ am Landestheater Eisenach

Bildquelle: Tobias Kromke – „1984“ Tony Marossek, Sebastian Songin
Schauspiel nach dem berühmten Roman von George Orwell
Am Samstag, den 28. März 2026 feiert um 19.30 Uhr eine Vierpersonenversion von George Orwells Zukunftsdystopie „1984“ Premiere im Großen Haus des Landestheaters Eisenach. Regie führte Klaus Kusenberg, Kostüme und Bühne gestaltete Nora Lau, und die atmosphärisch-düsteren Filmprojektionen kreierte Regieassistent und Videograf Joris Bürger.
Als George Orwell im Jahre 1946 begann die ersten Seiten seines richtungsweisenden Romans zu schreiben, war seine Gesundheit durch eine wiederausgebrochene Lungenerkrankung getrübt. 1948 stellte er das Werk, dessen Titel durch Zahlenumdrehung entstand, fertig. Die Veröffentlichung fand im Folgejahr statt, 1950 starb Orwell. Er konnte den Welterfolg des mittlerweile zum Klassiker avancierten Buches nur noch im Krankenhaus wahrnehmen. Doch damit war sein Anliegen Realität geworden – wie auch der Protagonist von „1984“, Winston Smith, wollte Orwell die Gesellschaft zum Nachdenken über tradierte Wertevorstellungen anregen. Und dies ist ihm über sein systemkritisches Buch gelungen, wie sich etwa anhand der Amazon-Bestsellerliste in den USA unmittelbar nach Trumps Amtsantritt 2017 zeigt; darauf stand „1984“ nämlich auf Platz eins.

Nun begibt sich das Landestheater Eisenach zurück ins Jahr 1984, wo Winston Smith in einem fiktiven, totalitären Überwachungsstaat sein Dasein fristet. Als Mitglied der Äußeren Partei arbeitet er im Ministerium für Wahrheit und ist dafür verantwortlich, dokumentierte Geschichte korrigierend an die Parteidoktrin anzupassen. Doch im Geheimen rebelliert Winston gegen das System: Über sein Tagebuch will er die Nachfolgegenerationen vor den Unterdrückungsmechanismen des Regimes warnen. Als er Julia, eine Kollegin, kennen und lieben lernt, beschließt das Paar, einer Untergrundorganisation beizutreten, die die Partei in ihren Grundfesten erschüttern soll. Sein Vorgesetzter O’Brien, angeblich selbst Mitglied der Bewegung, bietet Winston und Julia an, sie in den Geheimbund aufzunehmen. Jedoch ist ihnen die Partei stets einen Schritt voraus. Aufgrund von Denkverbrechen als Systemkritiker verurteilt, werden die beiden getrennt und im sogenannten Ministerium für Liebe gefoltert. Am Ende kämpft Winston nicht nur ums Überleben, sondern auch mit der Frage: Lohnt es sich, weiterzumachen, wenn einem das Menschlichste, das Recht auf eine eigene Meinung, genommen wird?

