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Scheidung geplant: Ende der jetzigen Theaterfusion?

Heute wurde das Ergebnis von „Gesprächen hinter verschlossenen Türen“ bekannt gemacht. Eisenachs Oberbürgermeister Gerhard Schneider, Landrat Ralf Luther (Schmalkalden-Meiningen), Bürgermeister Reinhard Kupietz (Meiningen), Kulturdezernentin Claudia Döring (Wartburgkreis) und Finanzminister Andreas Trautvetter (Vorsitzender Kulturstiftung Meiningen) baten zur Pressekonferenz.
Zum 1. August 2003 soll der Theater-Verbund Eisenach-Saalfeld-Rudolstadt aufgelöst werden. Die Intendanten der Theater Eisenach und Meinigen werden beauftragt einen Kooperationsvertrag für zwei Jahre auszuarbeiten und eine Fusion zum 1. August 2005 vorzubereiten. Dies verkündete Gerhard Schneider heute. Zuvor wurde darüber der Betriebsrat informiert. Ziel sei es, die Theater Eisenach und Meiningen als Produktionsstandorte zu sichern. Sparzwänge in der Theaterlandschaft und Tariferhöhungen (für Thüringen seien es rund 20 Millionen Euro) machen diesen Schritt erforderlich.
Claudia Döring kann mit diesem «sympathischen» Konzept leben. Viel Menschen aus dem südlichen Wartburgkreis gingen ins Theater nach Meiningen.
Wie das künftige Theater aussehen soll, muss nun verhandelt werden. In Meiningen würde die Oper und das Schauspiel sein. Eisenach bekäme die Sparten Operette/Musical, Ballett, Puppentheater, Kinder- und Jugendtheater. Was aus den beiden Orchestern werde, müssen die Experten beraten. Denkbar sind beide, aber mit weniger Musikern, so Trautvetter: «In einen Orchestergraben passen nur 40 Musiker». Neben der Verkehrsnähe habe man noch einen Vorteil – die gemeinsame Bühnengröße. In beiden Häusern werden alle Sparten bespielt, so der Wille der Gesellschafter.
Entschieden ist jedoch noch nichts. In einer nicht öffentlichen Sitzung entscheidet der Stadtrat von Eisenach am Freitag. Auch die anderen Gremien der Gesellschafter müssen noch Beschlüsse fassen. Nach der Trennung werde es noch Theater in Saalfeld/Rudolstadt geben, so die Politiker. Warum erst heute solch ein Vorschlag auf den Tisch komme? Als die Fusionen Eisenach, Rudolstadt und Saalfeld vollzogen wurden, war Meiningen ein Staatstheater – sprich wurde nur vom Land Thüringen gefördert. Hier fehlte damals der Weitblick in der Kulturentwicklung.
In den vergangenen Wochen wurde viel über die zukünftige Theaterlandschaft in Thüringen gesprochen. Auch der Ministerpräsident schaltete sich ein und verlangte Entscheidungen.
Trautvetter betonte: «Die Menschen sollen ins Theater gehen. Sie sind das Maß, dass unser Handeln bestimmt, deshalb müssen wir ihnen Qualität auf den Bühnen anbieten.»

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