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Tag der Städtebauförderung: Der Stern – Ausstellung unter freiem

Am 8. Mai 2021 findet bundesweit in vielen Städten und Gemeinden der Tag der Städtebauförderung statt. Pandemiebedingt nicht in gewohnter Form, dafür aber mit vielen kreativen und digitalen Formaten. In Eisenach wird der Tag mit einer Ausstellung im Freien zur Geschichte des ehemaligen Gasthauses „Zum Goldenen Stern“ und des ehemaligen Katharinenklosters realisiert. Die Ausstellung kann ab 8. Mai am Grundstück in der Kasseler Straße 1 besichtigt werden.

Die Ausstellung ist in einer Kooperation zwischen der Stadt Eisenach, dem Förderkreis zur Erhaltung Eisenachs, Sanierungsbetreuer KEM Kommunalentwicklung Mitteldeutschland GmbH und dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie entstanden.

Ingo Wachtmeister, Hauptamtlicher Beigeordneter der Stadt Eisenach, spricht den verschiedenen Akteur*innen des Projekts seinen Dank aus: „Hier wurden viele Puzzlesteine zu einem Gesamtbild zusammengetragen.“

Grundstück mit Geschichte

Auf großflächigen Planen am Bauzaun werden in der Ausstellung die bewegte Geschichte des Grundstücks, eine Auswahl archäologischer Befunde und die Sicherungsmaßnahmen am Festsaal vorgestellt, welche über Städtebaufördermittel finanziert wurden. So wird auch die Wichtigkeit und Notwendigkeit der Städtebauförderung in Eisenach aufgezeigt.

Das Grundstück Kasseler Str. 1 wurde 2016 seitens der Stadt erworben, um insbesondere den denkmalgeschützten Saal, der an das Gasthaus 1906 angebaut wurde, erhalten zu können. Der Saal beeindruckt durch zahlreiche Stuckarbeiten und Malereien und ist auf Grund seiner Nutzungsgeschichte, insbesondere durch den Eisenacher Sommergewinn für die Stadt von Bedeutung.

Das Grundstück selbst war Teil des Katharinenklosters, welches um 1208 gegründet und 1214 geweiht wurde. Im Zuge der Reformation wurden die Nonnen vertrieben, das Kloster verfiel und wurde nach und nach abgetragen. Archäologen begaben sich ab Sommer 2020 auf Spurensuche, um die Historie zu untersuchen und für zukünftige Entwicklungen Baufreiheit zu schaffen.

Archäologische Untersuchungen

Im Rahmen bauhistorischer Untersuchungen vermutete man Überreste der Klosterbebauung aus dem 13. Jahrhundert und erhebliche archäologische Befunde unterhalb des heutigen Bodenniveaus. Die Stadt Eisenach hatte daher in Zusammenarbeit mit dem Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie gemäß der denkmalschutzrechtlichen Erlaubnis archäologische Untersuchungen und bodendenkmalpflegerische Arbeiten durchführen lassen. Dazu wurden in diesem Jahr die archäologisch relevanten Strukturen und Funde freigelegt, dokumentiert, gesichert, gereinigt und inventarisiert. Die Untersuchungen wurden zeitgleich mit der Sicherung des Saalgebäudes gemacht und mit Städtebaufördermitteln aus dem Bund-Länder-Programm Stadtumbau unterstützt. Die bauliche Sicherung des ehemaligen Festsaals inklusive der wertvollen Malereien wurde durch Mittel von Bund und Land Thüringen in Höhe von etwa 280.000 Euro unterstützt.

„Ich denke, es ist eine ganz wichtige Sache, sich der eigenen Identität zu versichern. Das ehemalige Gasthaus „Zum goldenen Stern“ ist Teil der Eisenacher Identität. Es ist für alle Eisenacher Bürger*innen und darüber hinaus von Bedeutung“, so Wachtmeister.

Die Städtebauförderung

Die Städtebauförderung ist eine zentrale Säule der Stadtentwicklungspolitik des Bundes. Seit 1971  – und damit nunmehr 50 Jahre – unterstützt sie Städte und Gemeinden dabei, baulichen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen sowie ökologischen Herausforderungen zu begegnen. Bis 2020 wurden mehr als 9.300 Gesamtmaßnahmen in 3.900 Kommunen bundesweit gefördert. In den Eisenacher Fördermaßnahmen wurden seit Anfang der 90er Jahre etwa 71,6 Millionen Euro Städtebaufördermittel investiert.

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