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Wartburg, Eisenach und Bach im Weltall

Wer hätte gedacht, dass eine Wartburg auch außerhalb der Erde existiert? Es ist aber tatsächlich so – zwischen Mars und Jupiter gibt es einen kleinen Planeten mit dem Namen Wartburg. Dort bewegen sich auch kleine Gesteinsbrocken mit Namen „Bach“ und „Eisenach“ um die Sonne.

(5478) Wartburg – 5478 ist die laufende Nummer, die man diesem kleinen Planeten zugeteilt hat – wurde am 23. Oktober 1989 von Dr. Freimut Börngen am http://www.tls-tautenburg.de(Karl-Schwarzschild-Observatorium) bei Jena entdeckt und nach der Wartburg benannt. Somit gibt es die berühmte Burg nicht nur auf der Erde, sondern auch im Weltall.

Der kleine Planet Wartburg ist nicht rund, sondern kartoffelförmig. Seine Oberfläche dürfte kraterübersät sein, weil immer wieder kleinere Brocken auf seine Oberfläche gestürzt sind. Die Planetoiden haben im Gegensatz zur Erde keine schützende Atmosphäre.

Seit dem 21. Januar 2002 gibt es zwischen Mars und Jupiter auch einen kleinen Planeten namens „Eisenach“. Entdeckt und benannt wurde der 65 Quadratkilometer große Gesteinsbrocken ebenfalls von Dr. Freimut Börngen.
Mit Blick auf das Bach-Jahr 2000 hatte Dr. Börngen festgestellt, dass es bereits einen Planeten namens Bach gibt. Daraufhin kam er auf die Idee, einige von ihm entdeckte Himmelskörper im Asteroidengürtel nach bedeutenden Wirkungsstätten von Johann Sebastian Bach zu benennen.
Eisenach als Geburtsort Bachs ist einer von neun Planetoiden, deren Namen etwas mit Leben und Wirken des berühmten Komponisten zu tun hat.

Den Planeten (1814) Bach, der nach Johann Sebastian Bach benannt wurde, entdeckte Karl Reinmuth an der Sternwarte auf dem Königstuhl in Heidelberg am 9. Oktober 1931. Reinmuth, nach dem selbst wiederum ein Planet benannt ist, hat von 1914 bis 1957 insgesamt 385 kleine Planeten entdeckt – eine ungewöhnliche Leistung.

Kleine Planeten oder Planetoiden, zu denen auch Wartburg gehört, sind Überreste von der Entstehung unseres Sonnensystems. In den Bereichen, in denen sich die Mehrzahl der kleinen Planeten auch jetzt noch befindet, sind sie vor etwa 5 Milliarden Jahren entstanden.
In diesem Bereich des sogenannten Sonnennebels hatte die Menge des für die Bildung fester Körper verfügbaren Materials einst nicht einen einzigen großen Körper (Planeten) sondern eine Vielzahl kleiner Körper gebildet.
Die Durchmesser der kleinen Planeten betragen generell unter 1.000 Kilometer, die weitaus meisten haben Durchmesser von unter 50 Kilometern.
Die meisten der bekannten kleinen Planeten bewegen sich in einem Abstand von der Sonne, der bei 2,2 bis 3,2 Astronomischen Einheiten liegt (eine AE entspricht 149,6 Millionen Kilometern). Sie rotieren im Planetoidengürtel rechtsläufig (also im Uhrzeigersinn) um die Sonne. Die Umlaufzeiten liegen zwischen 3,2 Jahren und 5,8 Jahren.
Die kleinen Planeten bewegen sich auf elliptischen Bahnen, deshalb schwankt auch der Abstand Wartburg-Sonne.
Die Gesamtzahl der kleinen Planeten kann mit mehreren Millionen angeben werden – einschließlich der Objekte mit Durchmessern bis zu einigen hundert Metern. Entdeckt und nummeriert wurden bisher etwa 60.000 von ihnen.
Der erste kleine Planet, (1) Ceres, wurde am 1. Januar 1801 von Giuseppe Piazzi in Palermo (Italien) entdeckt. Er wurde nach der römischen Göttin des pflanzlichen Wachstums benannt. Der Durchmesser von Ceres beträgt etwa 1.000 Kilometer. Zum Vergleich: Der Durchmesser des Erdmonds beträgt 3.476 Kilometer.
Gunter Cibis, Nürtingen

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