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Appell des Landrates Reinhard Krebs

Bildquelle: Anna-Lena Thamm

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

wir erleben seit dem Ausbruch der Corona-Epidemie in Deutschland eine nie dagewesene Situation. Um die Zahl der Virusinfektionen einzudämmen, sind Maßnahmen erforderlich geworden, wie sie bisher in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht ergriffen werden mussten.
Diese Maßnahmen schränken uns in unserer – längst selbstverständlich – gewordenen Freiheit ein. Sie beunruhigen uns, weil sie zeigen, dass es ernst ist. Sie irritieren zuweilen, weil sie aufgrund der förderalen Struktur unseres Staates von Bundesland zu Bundesland und sogar von Landkreis zu Landkreis nicht einheitlich sind (aber es dennoch ermöglichen, regional angemessene Maßnahmen zu ergreifen).

Das Gebot der Stunde heißt Besonnenheit. Dies bedeutet, weder nachlässig noch mit überzogenem Aktionismus vorzugehen. Dies bedeutet, wohlüberlegt und vernünftig zu handeln. Dies gilt für die politische Ebene ebenso wie für das persönliche Leben eines jeden Einzelnen.
In Zeiten, in denen Menschen Familienfeiern absagen, um andere nicht zu gefährden, in denen selbst Trauerfeiern nur noch im allerkleinsten Kreis stattfinden dürfen, kann es nicht sein, dass unvernünftige Jugendliche – auch bei uns im Landkreis – „Corona-Partys“ feiern. Das ist nur so lange lustig, bis die eigene Großmutter von einem schweren Verlauf betroffen ist und in überfüllten Kliniken kein Bett mehr frei ist.

Ich möchte jeden von Ihnen bitten, die vom Landkreis erlassenen Maßnahmen ernst zu nehmen und uneingeschränkt umzusetzen. Sie dienen Ihrem eigenen Schutz und dem Ihrer Familien. Ich möchte Sie zur Umsicht und zur Rücksichtnahme aufrufen! Dafür gibt es viele erfreuliche Beispiele: Freiwillige, die besonders gefährdeten Menschen die Einkäufe bringen; befreundete Eltern, die sich mehr als sonst gegenseitig bei der Kinderbetreuung unterstützen; Nachbarn, die teilen; Kinder, die auf den Besuch bei den Großeltern verzichten, um sie nicht unnötig zu gefährden. Sie alle tragen dazu bei, dass in der Krise die besten Eigenschaften des Menschen sichtbar werden.

Auch ist es so, dass unsere Gesellschaft noch nie so gut mit Infrastruktur und Technik ausgestattet war, um mit einer solchen Herausforderung umzugehen.

Wir stehen an einer Zäsur, aber nicht vor dem Weltuntergang. Als Gesellschaft werden wir aus der Krise unsere Lehren ziehen. Wie diese aussehen werden, hängt von jedem Einzelnen – auch von Ihnen und mir – ab. Darum: Seien Sie in dieser Zeit besonnen, hilfsbereit und achtsam.

Ihr Landrat

Reinhard Krebs

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