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v.l.n.r.: Wolfram Böhnhardt, Rainer Schönewald, Matthias Doht | Bildquelle: © Brunhild Schönewald / Stiftung Automobile Welt Eisenach

Beschreibung: v.l.n.r.: Wolfram Böhnhardt, Rainer Schönewald, Matthias Doht
Bildquelle: © Brunhild Schönewald / Stiftung Automobile Welt Eisenach

Dipl.-Ing. (FH) Rainer Schönewald 80 Jahre alt

Rainer Schönewald, der langjährige Leiter der Eisenacher Getriebekonstruktion feierte in der letzten Woche im Kreise seiner großen Familie seinen 80. Geburtstag. Beim Überbringen der Glückwünsche des Automobil-Museums-Vereins und der Stiftung Automobile Welt Eisenach durch Wolfram Böhnhardt und Matthias Doht, freute sich der briefmarkenbegeisterte Jubilar besonders über einen Ersttagsbrief mit einer seltenen Auto-Briefmarke aus Lettland.

Rainer Schönewald wurde am 21. November 1938 in Eisenach geboren und war sein ganzes Leben lang eng mit dem Eisenacher Automobilbau verbunden. Er lernte in der damaligen IFA-Automobilfabrik EMW den Beruf des Kraftfahrzeugschlossers und wurde nach vorfristigem Abschluss gleich vom Betrieb zum Studium an die damalige Ingenieurschule Zwickau delegiert. Von dort kehrte er bereits 1958 als frischgebackener Ingenieur nach Eisenach zurück und stand von da an ununterbrochen an den Reißbrettern der Eisenacher Entwicklungsabteilung. Während seine ersten Arbeiten noch dem legendären Vierzylinder-Viertakt-Boxer-Motor galten, wechselte er nach dem Abbruch dieser erfolgversprechenden Motorenkonstruktion in die Getriebegruppe der Abteilung Forschung- und Entwicklung. Dort war er aktiv an der Entwicklung der Getriebe mit Sperrsynchronisierung für den Wartburg 311, 312 und der Neukonstruktion des 353-Wartburg-Getriebes beteiligt und übernahm ab 1970 die Leitung der Getriebekonstruktion im Automobilwerk Eisenach.

Unter seiner Federführung wurden im damaligen RGW-Projekt für das Gemeinschaftsauto mit Skoda drei verschiedene Getriebe für Front- und Hinterradantrieb, sowie für Längs- und Quereinbau des Motors konstruiert. Als ein Höhepunkt seiner Entwicklungen bezeichnet Rainer Schönewald heute immer noch das unter seiner Leitung zusammen mit dem WTZ Karl-Marx-Stadt entwickelte dreistufige Automatikgetriebe, das leider auch nie im Wartburg zum Einsatz kam. Kreative Lösungen, wie eine Freilaufsperre im Differenzial für die Rallyewagen der betriebseigenen Motorsportabteilung oder die Entwicklungen eines  6- und 8-Gang-Getriebes zeugten von seinen weitreichenden Erfahrungen, die auch nach der Liquidation des Automobilwerks gefragt waren. So wurden Rainer Schönewald und seine Mitarbeiter schon 1991 von der Firma EDAG übernommen. Dort konstruierte er im Auftrag von Opel das Allrad-Getriebe des Opel-Vectra und das Easytronic-Getriebe, das Mitte der 1990er Jahre im Opel-Astra zum Einsatz kam, bevor Rainer Schönewald gesundheitsbedingt 1997 aus dem aktiven Berufsleben ausscheiden musste.

Heute widmet er sich mit der ihm eigenen Akribie und Sorgfalt seinem Hobby, dem Briefmarkensammeln und dabei speziell von Marken mit Automotiven weltweit. Aktiv ist er aber nicht nur in der Motivgruppe der Philatelisten, sondern bis heute beteiligt er sich auch aktiv im Verein Automobilbau-Museum Eisenach e.V., so dass ihn der Automobilbau bis heute nicht losgelassen hat.

Andrea T. | | Quelle:

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