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Ehrenabend 2022: Oberbürgermeisterin Katja Wolf würdigt vielfältiges Engagement

Bildquelle: © Stadt Eisenach/Juliane Dubiel-Schwanz
Ihnen wurde von Oberbürgermeisterin Katja Wolf (re.) die Ehrenmedaille verliehen: Lars Leonhardt (v. l.), Thomas Breidenbach, Ingrid Pfeiffer, Ingrid Röschke und Roland Mahler. Um ihre besonderen Verdienste zu würdigen, durften sie sich zudem im Goldenen Buch der Stadt Eisenach verewigen.

Unter der großen Überschrift „Dankeschön“ ehrte Oberbürgermeisterin Katja Wolf am Donnerstag, 15. September 2022, verdiente Bürger*innen der Stadt Eisenach.

Die Festveranstaltung in der Wandelhalle war die erste größere Ehrung dieser Art seit drei Jahren. Während der Pandemie konnten Auszeichnungen – wenn überhaupt – nur in kleinem Rahmen vorgenommen werden. Entsprechend groß war der Kreis der Geehrten: 13 Ehrungen durch die Stadt Eisenach wurden vorgenommen, sieben Einzelpersonen zeichnete die Oberbürgermeisterin im Bereich Ehrenamt aus, zwei Vereine erhielten den Ehrenamtspreis 2022. Des Weiteren wurden 24 Ehrennadeln für langjährige Wahlhelfer*innen übergeben.

Ich möchte Ihnen meine Hochachtung dafür ausdrücken, dass Sie über viele Jahre – ohne müde zu werden oder angesichts von bürokratischen Hürden oder menschlichen Auseinandersetzungen zu verzweifeln – nicht aufgehört haben, sich für das Gemeinwohl einzusetzen. Ihnen allen gilt im Namen der Stadt Eisenach mein ausdrücklicher Dank, würdigte Oberbürgermeisterin Katja Wolf.

Die Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach begleitete das Programm mit Beiträgen auf musikalisch hohem Niveau. Der konzertante Charakter lockerte das Programm erfrischend auf und unterstrich den feierlichen Rahmen des Ehrenabends eindrücklich. Alle mit der Eisenacher Ehrenmedaille Geehrten sowie Karin May und Dieter Suck trugen sich zudem ins Goldene Buch der Stadt ein.

Laudationen

Thomas Breidenbach
Am 1. September 2017 hat Thomas Breidenbach seine Tätigkeit als Geschäftsführer des St. Georg Klinikums Eisenach angetreten. Er verfügt über mehr als 30 Jahre Berufserfahrung in Krankenhäusern. Zunächst machte Thomas Breidenbach eine Ausbildung zum Krankenpfleger, später absolvierte er berufsbegleitend zahlreiche Weiterbildungen für Führungspersonal im Pflege- und Operationsdienst. 2006 schloss er erfolgreich sein Studium zum Diplom-Kaufmann für das Pflege- und Gesundheitsmanagement ab. Mit Beginn der Corona-Pandemie war sein Organisationstalent besonders gefordert. Er sorgte rasch dafür, dass die Abläufe im Klinikum auf die außergewöhnliche Notsituation angepasst wurden. Das war auch einer der Gründe, warum das St. Georg Klinikum zur Schwerpunktklinik für Covid-19-Fälle ausgewählt wurde. Beatmungsgeräte und zusätzliche Betten wurden beschafft, Organisationsstrukturen geändert, Stationen beräumt und zu Isolierstationen umgewandelt. Im Jahr 2020 wurden im Eisenacher Klinikum 145 Covid-19-Patienten betreut, 29 davon mussten mit schweren Symptomen auf die Intensivstation. Von Januar 2020 bis 30. Juni 2021 gab es 114 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion im Klinikum.
Thomas Breidenbach war aber auch außerhalb des Klinikums als guter Netzwerker sehr aktiv. Umsichtig brachte er sich in die Prozesse in Thüringen ein, insbesondere in die Kommunikation der Krankenhäuser in Westthüringen. Er war von Beginn an Mitglied des Eisenacher Krisenstabes während der Corona-Pandemie und informiert die Stadtspitze über die Situation im Klinikum. Thomas Breidenbach zeigte sich engagiert bei der Einrichtung von Testzentren im Stadtgebiet am ZOB und in der Wartburg-Sparkasse. Unbürokratisch wurden Möglichkeiten zur Testung von Beschäftigten der Stadtverwaltung – insbesondere der Feuerwehr – zur Verfügung gestellt. Unter seiner Führung wurden alle Möglichkeiten zur Unterstützung des barrierefrei erreichbaren Impfzentrums der Kassenärztlichen Vereinigung auf dem Gelände des St. Georg-Klinikums aktiviert und umgesetzt. Ebenso basiert der Erfolg der besonderen Impfaktionen in Eisenach auf seinem Engagement.

Lars Leonhardt
Lars Leonhardt hat sich besondere Verdienste um die Pflege der automobilen Tradition der Wartburgstadt Eisenach erworben und auf diese Weise das nationale und internationale Ansehen der Stadt gestärkt. Der gebürtige Schweriner und Diplom-Ingenieur arbeitet aktuell beim Fahrzeugelektrik-Zulieferer HELLA GmbH & Co. KG a.A. in Lippstadt (NRW). Seit Mitte der 1990er Jahre ist er Mitglied im Verein Automobilbau-Museum Eisenach e.V. und war dort seit 2006/07 Vorsitzender des Kuratoriums. Seit Gründung der Stiftung Automobile Welt Eisenach im Jahr 2009 ist er Vorsitzender des Kuratoriums und hat in der ersten Legislaturperiode (2009-2014) maßgeblich das inhaltliche Museumskonzept mit erarbeitet. Er stand auch in der zweiten Legislaturperiode (2014-2019) als Vorsitzender dem Kuratorium vor und wurde jüngst für die kommende Legislatur in dieser Funktion bestätigt.
Im Museum „automobile welt eisenach“ kuratierte Leonhardt die Sonderausstellung „30 Jahre Wartburg 1.3“ (2018) und die derzeitige Exposition „100 Jahre Hans Fleischer“ (2019). Laufend wirkt er fachlich begleitend bei der inhaltlichen Weiterentwicklung des Museums mit. Grundlage dafür ist seine wissenschaftlich fundierte, eigenständig angeeignete Kenntnis der Automobilbaugeschichte Eisenachs und der DDR. Dabei gelingt es ihm hervorragend, lokalgeschichtliche Aspekte dieser Geschichte nationalgeschichtlich einzuordnen und dadurch auch Laien besser verständlich zu machen. Seine Forschungen kulminierten unter anderem in dem Buch „Sportlich-Schnell-Schön 50 Jahre Wartburg-Sportwagen“, welches 2007 beim Verlag Kraftakt, Reichenbach/V. erschien. Seit 2016 ist er Redakteur und Mitherausgeber der Fachzeitschrift „79 Oktan“, die vierteljährlich als Illustrierte für Straßenverkehr, Motorsport und Kraftfahrzeugtechnik erscheint.

Roland Mahler
Roland Mahler war seit 1. Juli 2013 Geschäftsführer des Jobcenters Eisenach. Die Aufgabe sollte er erst nur übergangsweise übernehmen. Es wurden aber acht ereignisreiche und durchaus schwierige Jahre daraus. Mit der Flüchtlingskrise ab 2015 und der Corona-Pandemie seit 2020 bewältigte er besondere Herausforderungen. Mit seiner hervorragenden Zusammenarbeit mit dem kommunalen Träger und dem Engagement für kommunale Themen hat sich Roland Mahler in den zurückliegenden Jahren in Eisenach einen Namen gemacht. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen konnte er die Arbeitslosenquote im Bereich des Arbeitslosengeldes II annähernd stabil halten beziehungsweise sogar senken. Ihm ist es zudem zu verdanken, dass bereits im Jahr 2019 die Jobcenter Eisenach und Wartburgkreis im Gebäude Ernst-Thälmann-Straße 86 in Vorbereitung der Fusion gemeinsam in einem Gebäude untergebracht wurden.
Roland Mahler arbeitete aktiv mit dem Netzwerk Integration, der Lenkungsgruppe für das Förderprogramm „Bildung integriert“ und der Projektgruppe zur Erstellung der Armutspräventionsstrategie zusammen. Sein besonderes Augenmerk galt jederzeit der Verringerung der Kinderarmut durch zahlreiche Werbekampagnen für das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes und beim Aufbau der Jugendberufsagentur. Seine Mitwirkung in der Lenkungsgruppe zur Erstellung einer Wirtschaftsförderkonzeption für die Stadt Eisenach brachte zahlreiche Impulse. Seit Januar 2022 übernahmen die beiden Geschäftsführer der Jobcenter Eisenach und Wartburgkreis neue Aufgaben und Roland Mahler verließ Eisenach in Richtung Suhl.

Ingrid Pfeiffer
Seit mehr als 30 Jahren engagiert sich Ingrid Pfeiffer ehrenamtlich für die Kultur- und Denkmalpflege als Vorsitzende des „Förderkreises zur Erhaltung Eisenachs e.V.“. In Thüringen und über die Landesgrenze hinaus genießt sie Hochachtung für ihren Einsatz insbesondere auf dem Gebiet des Denkmalschutzes. Einige, für die Stadt bedeutungsvolle Vereinsprojekte sind unter anderem die Verleihung der Hausplakette für vorbildliche Gebäudesanierung an private Hausbesitzer am „Tag des offenen Denkmals“, die Restaurierung der Barockskulpturen im Innenhof des Stadtschlosses, die Restaurierung des Geländers an der Esplanade „Kurrentesänger, Henner und Frieder“ sowie der Gedenkstein für Christian Roese am „Roeseschen Hölzchen“.
Hervorzuheben ist das Jahresprogramm des Vereins mit Vorträgen von Sachverständigen aus Teilen der Bundesrepublik, die alle Bereiche der Stadtgestaltung und des Erhalts des kulturellen Erbes beinhalten. Unter ihrem Vorsitz wurde dem Verein zudem im Jahr 2008 der Deutsche Preis für Denkmalschutz („Silberne Halbkugel“) durch das Deutsche Nationalkomitee für Denkmalschutz verliehen. Die CDU-Fraktion des Thüringer Landtages ehrte Ingrid Pfeiffer mit der Medaille „Für besonderes ehrenamtliches Engagement“. Im November 2021 wurde ihr Wirken mit der Verleihung der „Thüringer Kulturnadel“ geehrt. Am 1. Februar 2022 beschloss auch der Eisenacher Stadtrat, ihr die Ehrenmedaille der Stadt Eisenach zu verleihen.

Ingrid Röschke
Ingrid Röschke wurde am 20. Mai 1945 geboren und ist in Eisenach wohnhaft. Seit 1985 engagiert sie sich ehrenamtlich in der „Wildtierpflegestelle“ und der „Wildvogelhilfe“, wofür sie sogar ihr privates Wohnhaus zur Verfügung stellt. In Thüringen und auch über die Landesgrenze hinaus genießt sie große Hochachtung für ihren Einsatz und ihre praktische Hilfe für in Not geratene Tiere. Seit mehr als 30 Jahren setzt sie sich rund um die Uhr mit Herz und Verstand, leidenschaftlich und selbstlos ein, wenn ein Tier Hilfe braucht.
Es ist wichtig, dass es Menschen wie Ingrid Röschke gibt, für die das Leben jedes einzelnen tierischen Wesens denselben Wert hat und allein deshalb seine Bewahrung als zutiefst lohnenswert empfunden wird. Bemerkenswert ist, dass ihr Engagement in diesem Umfang allein durch Privatspenden möglich ist. Diese stille, ehrenamtliche und beispielhafte Initiative und das herausragende Engagement im Bereich des Tier- und Umweltschutzes verdient die Auszeichnung mit der Ehrenmedaille der Stadt Eisenach. So hat es der Stadtrat in seiner Sitzung am 1. Februar 2022 beschlossen.

Bildquelle: © Stadt Eisenach/Juliane Dubiel-Schwanz
Dieter Suck, Ehrenortsteilbürgermeister, und Karin May, Ehrenmitglied des Stadtrates der Stadt Eisenach, wurde von Oberbürgermeisterin Katja Wolf der Ehrentitel verliehen.

Karin May
Die langjährige Stadträtin Karin May hat sich in den vergangenen 25 Jahren in besonderem Maße für die kommunale Selbstverwaltung der Stadt Eisenach eingesetzt und sich für die Lösung einer Vielzahl städtischer Probleme engagiert. Die Verleihung zum „Ehrenmitglied des Stadtrates“ ist ein Dank für ihre große Bereitschaft, über so viele Jahre Verantwortung zu übernehmen und sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich für das Gemeinwohl zu engagieren.
Karin May wurde zur Kommunalwahl am 12. Juni 1994 in den Stadtrat der Stadt Eisenach gewählt. Sie war bis zum 1. Januar 2022 Fraktionsvorsitzende der Fraktion „Die Linke“. Zudem engagiert sie sich als Mitglied im Infrastrukturausschuss. Der Stadtrat entschied am 12. November 2019, sie zum Ehrenmitglied zu ernennen. In dieser Funktion trug sie sich ins Goldene Buch der Stadt ein.

Dieter Suck
Dieter Suck übt das Amt des Ortsteilbürgermeisters von Stockhausen seit Juni 1999 aus. Zur Würdigung seiner Verdienste verlieh ihm der Stadtrat am 12. November 2019 die Ehrenbezeichnung „Ehrenortsteilbürgermeister“. Katja Wolf bedankte sich für sein Engagement über viele Jahre, nicht allein im Ortsteil, sondern auch in der Stadt – seine Arbeit sei schon lange nicht mehr nur ehrenamtlich, so die Oberbürgermeisterin und überreichte ihm die Urkunde. Der frisch gekürte Ehrenortsteilbürgermeister trug sich zudem ins Goldene Buch der Stadt ein.

Erika Herrmanns
Die ehrenamtliche Seniorenbeauftragte der Stadt Eisenach Erika Herrmanns wurde mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland am 28. September 2020 durch den Ministerpräsidenten Bodo Ramelow geehrt. Sie ist in vielen sozialen Bereichen ehrenamtlich aktiv. 2013 wurde sie zur ehrenamtlichen Seniorenbeauftragten der Stadt Eisenach gewählt und vertritt die Interessen von Senior*innen im Landesseniorenrat Thüringen. Um noch professioneller unterstützen zu können, ließ sie sich zur mobilen Wohnberaterin und ehrenamtlichen Pflegebegleiterin ausbilden. Darüber hinaus beteiligte sich Erika Herrmanns im Projekt „Netzwerk Pflegebegleiter“ der Thüringer Ehrenamtsstiftung.
Bereits während ihrer Berufstätigkeit als Polizistin arbeitete Erika Herrmanns ehrenamtlich im Seniorenbeirat. Durch Vorträge bei Vereinen und Senioreneinrichtungen sensibilisierte sie ältere Menschen zu allen Fragen rund um ihre Sicherheit. 2013 entstand in Eisenach dann die Idee, ein Nachbarschaftszentrum zu entwickeln. Erika Herrmanns hat das Nachbarschaftszentrum mit aufgebaut und ist dort fast täglich anzutreffen. Sie gibt dem Zentrum ein Gesicht und ist dessen gute Seele. Zudem ist sie seit über zehn Jahren in der Freiwilligen-Agentur engagiert und unterstützt Projekte wie „Lese-Oma“ und den Schülerfreiwilligentag. Erika Herrmanns ist Mitglied im Deutschen Gewerkschaftsbund, in der Polizeigewerkschaft und arbeitet in mehreren städtischen Gremien mit. Dazu zählt auch das „Bündnis gegen Rechtsextremismus“ der Stadt.

Adelheid Wilk
Adelheid Wilk wurde am 7. Juli 2022 auf der Wartburg mit der Thüringer Rose des Freistaats Thüringen ausgezeichnet. Sozialministerin Heike Werner ehrt damit Thüringer*innen in Erinnerung an die Heilige Elisabeth, die sich vor über 800 Jahren selbstlos für andere einsetzte. Ein solcher Mensch ist auch Adelheid Wilk. Sie wurde 1993 als eine der ersten ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Weißen Rings Thüringen ernannt. Seit 29 Jahren steht sie Opfern von Gewalt und Kriminalität schützend zur Seite.
Adelheid Wilk begleitet Opfer zu Gerichtsterminen, zur Polizei oder hilft ihnen beim Ausfüllen von Anträgen. In der Beratungsstelle des Weißen Rings ist sie stets Anlaufpunkt für Hilfesuchende. Sie unterstützt in Notsituationen und arbeitet gemeinsam mit den Betroffenen daran, neue Lebensperspektiven zu entwickeln. Damit sorgt Adelheid Wilk dafür, dass Menschen, die großes Leid erfahren mussten, nicht aus dem Blick geraten und physische und psychische Folgen von Gewalt und Kriminalität von der Gesellschaft ernst genommen werden.

Florian Suck
Im November 2021 zeichnete Ministerpräsident Bodo Ramelow den Stockhäuser Florian Suck mit dem Ehrenbrief des Freistaats Thüringen aus. Seit 2005 werden anlässlich des Internationalen Tages des Ehrenamts verdiente Thüringer*innen auf diese Art geehrt. Die Feuerwehr lebt von Kameradschaft. Und diese Kameradschaft lebt Florian Suck in vorbildlicher Weise vor. Darüber hinaus investiert er viel Zeit für die Feuerwehr – weit über das übliche Maß hinaus. Als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Eisenach Stockhausen-Hötzelsroda ist er bei den meisten Einsätzen sowie sonstigen Aktivitäten aktiv und führend dabei. So bestritt er allein im Jahr 2019 einen Großteil der 2220 ehrenamtlich geleisteten Stunden.
Bereits im Alter von 25 Jahren wurde er auf Grund seines Engagements und seiner hohen Fachlichkeit zum Wehrführer ernannt. Kontinuierlich erweiterte er sein Wissen durch die Teilnahme an Aus- und Weiterbildungen. Damit deckt Florian Suck Spezialbereiche ab, die die Einsatzbreite der Wehr erweitern und für den Brand- und Katastrophenschutz der Stadt Eisenach einen hohen Stellenwert haben. Florian Suck ist zudem ausgesprochen verlässlich. Wann immer man ihn braucht, ist er zur Stelle und zeigt eine überaus große Bereitschaft, sich einzusetzen. Sowohl die Berufsfeuerwehr Eisenach als auch die Wehren im Umland schätzen ihn hoch.

Heiko Nössler
Bereits am 21. August 2021 erhielt Heiko Nössler das Große Brandschutzehrenzeichen am Bande. Überreicht hat ihm diese hohe Auszeichnung Jens Claus – damals noch in der Funktion als Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz der Stadt Eisenach – während der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Eisenach-Mitte.
Kamerad Heiko Nößler wurde für 50 Jahre Dienst in der Freiwilligen Feuerwehr ausgezeichnet. Stets brachte er sich mit großem Engagement für die Feuerwehr ein und steckte dafür oftmals privat zurück. Zudem führte er als Wehrführer 35 Jahre lang (1981-2016) die Freiwillige Feuerwehr Eisenach-Mitte.

Jonathan Hilbert
Jonathan Hilbert gewann im Gehen bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio die Silbermedaille. Er gehört zum SV Einheit Eisenach, der wiederum an die Leichtathletikgemeinschaft (LG) Ohra-Energie angeschlossen ist. Für Deutschland war es die erste Geher-Medaille seit 29 Jahren – und zugleich die letzte, denn als olympische Disziplin stand das Gehen über 50 Kilometer zum letzten Mal bei den Olympischen Spielen auf dem Programm.
In Japan bewältigte Jonathan Hilbert 50 Kilometer in nur 3:50:44 Stunden. Der gebürtige Mühlhäuser stieß im Jahr 2016 zum Eisenacher Verein, trainiert aber vorwiegend in Erfurt, wo er auch lebt. Bei allen sportlichen Wettkämpfen tritt er für den SV Einheit Eisenach an. Nur das Startrecht läuft über die LG Ohra-Energie. Eine gute Verbindung besteht auch zu dessen Trainer Pjotr Zaslavsky, der in Teilzeit über den Verband angestellt ist und vom SV Einheit Eisenach mit unterstützt wird.

Karl-Heinz Rittel
Nach drei Jahrzehnten und lange nach seinem Renteneintritt verabschiedet sich Karl-Heinz Rittel dann doch in den Ruhestand. An fast allen Eisenacher Schulen war er tätig. Generationen von Kindern haben ihn als unermüdlichen Lehrer in der Umweltbildung kennengelernt. 1960 lernte Karl-Heinz Rittel zunächst Werkzeugmacher mit Abitur im Automobilwerk. Bis zur Wende war er dort stellvertretender Leiter des Polytechnischen Zentrums.
Im Abend- und Fernstudium bildete er sich erst zum Industriemeister und dann zum Lehrmeister weiter. Von 1999 bis 2001 vertrat er die städtische Kinderbürgermeisterin Annette Backhaus. Neben seiner Dienstzeit in der Stadtverwaltung leistete er vieles ehrenamtlich. Papierschöpfen, Waldspaziergänge und Tipps und Tricks, wie man Bäume bestimmt und Pflanzen erkennt, sind nur einige Beispiele seiner langjährigen Tätigkeit. Sein Anliegen – die Themen Umweltverschmutzung, Waldsterben und Müllvermeidung – sind heute aktueller denn je.

Laudationen Ehrenamtspreis 2022

Doris Artschwager
Doris Artschwager engagiert sich seit Jahren in den unterschiedlichen Bereichen des Ehrenamtes. Nach ihrem Renteneintritt hat sie sich nicht zurückgezogen, sondern wollte weiterhin am gesellschaftlichen Leben weiter teilhaben. Sie engagiert sich im „Eine Welt-Laden“ und übernimmt dort regelmäßig Ladendienste. Während der Corona-Pandemie hat sie eine Vielzahl an Masken genäht.
Als im Frühjahr 2022 Jahres freiwillige Helfer für die Unterstützung von ukrainischen Geflüchteten gesucht wurden, überlegte Doris Artschwager nicht lange. Seitdem ist sie regelmäßig in der Kleiderkammer, die in der Gemeinschaftsunterkunft in der Ernst-Thälmann-Straße eingerichtet wurde, anzutreffen. Sie sortiert zusätzlich Spenden im Spendenlager der SWG.

Heidi Lehmann
Wenn Tourist*innen oder Einheimische einen Blick in die Georgenkirche werfen, stehen die Chancen nicht schlecht, dass sie auf Heidi Lehmann treffen. Sie gehört zum Team der offenen Georgenkirche und steht Besucher*innen mit großem Sachwissen Rede und Antwort. Heidi Lehmann bietet speziell für Kinder und Jugendliche authentische und liebevolle Führungen durch die Georgenkirche an und hat bereits zwei Hefte rund um die Georgenkirche erarbeitet.
Zusätzlich arbeitet sie als ehrenamtliche Küsterin. Sie begrüßt bei Gottesdiensten und Konzerten die Besucher, sorgt für Ordnung in der Kirche und übernimmt Schließdienste. Für ihr ehrenamtliches Engagement in der Georgenkirche erhält Heidi Lehmann die Erinnerungsmedaille der Stadt Eisenach.

Tatjana Krasilnikov, Anastasia Radezki, Tamara Wlassenko
Als im Frühjahr 2022 der Krieg gegen die Ukraine ausbrach, war sofort klar, dass ukrainische Geflüchtete, die nach Eisenach kommen, viel Unterstützung benötigen werden. Stellvertretend für die vielen ehrenamtlichen Helfer*innen möchte die Stadt Eisenach drei Frauen für ihr Engagement besonders würdigen.
Tatjana Krasilnikov, Anastasia Radezki, Tamara Wlassenko meldeten sich sofort und wollten helfen. Sie sind seitdem pausenlos Ansprechpartnerinnen für die vielen Fragen, die sich für das neue Leben in Deutschland ergeben. Sie organisieren Hilfe, übersetzen, begleiten zu Terminen. Sie sind auch für die Stadtverwaltung wichtige Ansprechpartnerinnen.
Tatjana Krasilnikov arbeitet als Lehrerin und kümmert sich besonders um Kinder und Jugendliche. So hat sie den Kontakt zum FC Eisenach hergestellt und zwei Jungen zum Fußball gebracht.
Anastasia Radezki hat unter anderem Schulmaterialien für rund 30 Kinder gemeinsam mit der Freiwilligenagentur organisiert.
Tamara Wlassenko bietet wöchentlich eine muttersprachliche Beratung in der Stadtverwaltung an.
Sie alle sind für die ukrainischen Geflüchteten zu Vertrauenspersonen geworden. Ohne ihr Engagement wäre es für die Stadtverwaltung schwierig, die Bedarfe und Probleme der Geflüchteten zu erkennen. Für ihren unermüdlichen Einsatz erhalten Tatjana Krasilnikov, Anastasia Radezki und Tamara Wlassenko die Erinnerungsmedaille der Stadt Eisenach.

Eric Hildebrandt
Der Fußballsport hat im Eisenacher Ortsteil Hötzelsroda eine lange Tradition. Seit 1963 wird dort gekickt. Doch nach der Jahrtausendwende ging es mit dem Verein leider bergab. Soweit sogar, dass ab 2010 keine Mannschaft mehr am Spielbetrieb teilnehmen konnte. Doch dann zog ein junger Mann namens Eric Hildebrandt mit seiner Familie nach Hötzelsroda und wollte sich mit dieser Situation nicht abfinden. Er scharte einige Mitstreiter um sich und übernahm Verantwortung.
Eric Hildebrandt brachte die Begeisterung wieder zurück auf den Hötzelsrodaer Sportplatz. Mittlerweile hat der Sportverein wieder circa 150 Mitglieder (2017 waren es noch 40). Die 1. Mannschaft ist erstmals in der Vereinsgeschichte Kreisliga-Meister geworden. Es gibt mehrere Jugendmannschaften für Kinder zwischen vier und zehn Jahren sowie eine Volleyball-Abteilung. Für dieses Engagement wird Eric Hildebrand mit der Erinnerungsmedaille der Stadt Eisenach geehrt.

Marius Wallstein
Marius Wallstein ist seit 2018 im Rahmen der Lokalen Partnerschaft für Demokratie und des Eisenacher Jugendforums ehrenamtlich tätig. Für das Jugendforum bereitet er die Stadtjugendmeetings vor und ist aktiv an der Durchführung beteiligt. Er sorgte dafür, dass Jugendliche mit Stadträten aktiv ins Gespräch gekommen sind. In seiner Funktion im Jugendforum brachte er sich bei der Erstellung des Eisenacher Bildungsleitbildes und der Nachhaltigkeitsstrategie aktiv ein.
Marius Wallstein nahm an vielen regionalen Demokratiekonferenzen teil. Trotz Studium in Leipzig ist er dem Eisenacher Jugendforum nach wie vor verbunden und unterstützt, wo er kann. Sein Engagement für Demokratiebildung und Jugendbeteiligung motiviert andere Jugendliche. Dafür wird er mit der Erinnerungsmedaille der Stadt Eisenach geehrt.

Bildquelle: © Stadt Eisenach/Juliane Dubiel-Schwanz
Für sein besonderes Engagement erhielt der Städtepartnerschaftsverein den Ehrenamtspreis 2022. Dieser ist mit 1000 Euro dotiert. Heike Apel-Spengler (li.), Vorsitzende des Städtepartnerschaftsvereins, nahm den Scheck von Oberbürgermeisterin Katja Wolf entgegen.

Ehrenamtspreis Eisenacher Städtepartnerschaftsverein
Die ehrenamtlichen Mitglieder des Eisenacher Städtepartnerschaftsvereins kümmern sich um die Kontakte zu den Partnerstädten Eisenachs. Im Frühjahr 2022 erreichte ein emotionaler Aufruf des Bürgermeisters der ungarischen Partnerstadt Sárospatak Eisenach. Sárospatak liegt 60 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt. Die Stadt war so zu einer Station für Geflüchtete aus der Ukraine geworden und benötigte für die Versorgung zahlreiche Hilfsmittel. Zugleich werden von Sárospatak Hilfstransporte in die Ukraine organisiert.
Schnell war klar, dass Eisenach als Partnerstadt helfen will. In einer beispiellosen Spendenaktion wurde in der gesamten Stadtgesellschaft Spenden gesammelt. Anfang April fuhren elf Menschen aus Eisenach nach Sárospatak, um die Spenden persönlich zu übergeben. Sie besuchten unter anderem eine Flüchtlingsunterkunft mit hochschwangeren Frauen. Vor Ort packten sie 500 Lebensmittelpakete, die direkt in das Kriegsgebiet in die Ukraine gebracht wurden. Unter Sirenenalarm wurden die Spendenpakete in einer Turnhalle verteilt und brachten ein wenig Hoffnung zu den Menschen.
Für dieses Engagement, das bis an die Grenze der persönlichen Belastbarkeit ging, wird der Städtepartnerschaftsverein mit dem Ehrenamtspreis 2022 geehrt. Die Auszeichnung ist mit 1000 Euro dotiert.

Freie Waldorfschule Eisenach/Wartburgkreis e.V.
Die Freie Waldorfschule engagiert sich seit Beginn des Krieges für ukrainische Schüler*innen. So nahm die Schule eine Klasse aus Odessa auf. Die Vereinsmitglieder kümmerten sich um die Schüler*innen, die ohne Eltern nach Deutschland gereist sind. Schnell fanden die Kinder Anschluss in der Schule und konnten wieder einen geregelten Alltag finden. Sie nahmen weiterhin am ukrainischen Unterricht teil. Einige konnten so ihren ukrainischen Abschluss erwerben.
Aufgrund der Nachbarschaft zur Gemeinschaftsunterkunft konnten Kinder in der Waldorfschule am Vormittag spielen und erste deutsche Wörter erlernen. Daraus ergaben sich Kontakte zu den Müttern, die Ansprechpersonen und Unterstützung suchten. Mittlerweile lernen 20 ukrainische Kinder an der Waldorfschule. Das Engagement aller Vereinsmitglieder ist nicht nur auf die Beschulung der Kinder ausgerichtet. So werden Patenschaften initiiert, gemeinsame Freizeitangebote organisiert und Spenden zur Unterstützung gesammelt.
Für dieses Engagement wird die Freie Waldorfschule Eisenach/Wartburgkreis mit dem Ehrenamtspreis der Stadt Eisenach 2022 ausgezeichnet. Der Preis ist mit 500 Euro dotiert.

Auszeichnung von langjährigen Wahlhelfer*innen

Insgesamt 24 Wahlhelfer*innen – 17 Frauen und sieben Männer – erhalten die Ehrennadel des Bundesministeriums des Inneren und für Heimat. Damit ehrt Bundesinnenministerin Nancy Faeser an solche Ehrenamtliche, die bei mindestens fünf bundesweiten Wahlen geholfen haben. Seit der Bundestagswahl im Jahr 2017 erhalten alle Wahlhelfer*innen Urkunden für ihren Einsatz. Darüber hinaus werden besonders engagagierte Ehrenamtliche mit einer Ehrennadel ausgezeichnet.

Diese sind:
· Frank Bachmann
· Heike Bärwolff
· Christel Bludau
· Klaus Burschka
· Patrick Ebhardt
· Silvia Feßke
· Katrin Franz
· Marion Gürnth
· Steve Hemleb
· Carola Herbst
· Daniela Hofer
· Gerald Kocian
· Christiane Leischner
· Sylvia Löchner
· Lucienne Müller
· Sandra Oláh
· Melanie Oswald
· Karin Ritschel
· Frank Rothe
· Gesina Schiller-Hardt
· Johann-Georg Schneider
· Ursula Schubert
· Hannelore Volk
· Ingrid Waldhelm

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