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Eine Werner-Aßmann-Halle ohne Zuschauer spielt uns in die Karten

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Marcel Schliedermann in der Saison 2018/2019 im Trikot des ThSV Eisenach

Nachgefragt beim Ex-Eisenacher Marcel Schliedermann nach dem ersten Saisonsieg des TV Emsdetten und vor dem Auswärtsspiel am Mittwoch in der Wartburgstadt

An einem Freitag dem 13. durfte der TV Emsdetten erstmals in dieser Saison jubeln. Ohne Zuschauer in der heimischen Ems-Halle wurde der als Tabellenführer angereiste Aufsteiger Dessau-Roßlauer HV mit 25:23 (14:10) bezwungen. Im Team des TV Emsdetten stehen gleich vier Ex-Eisenacher: Aivis Jurdz (von 2013 bis 2015 in der Wartburgstadt), Tomas Urban (2015 bis 2017), Dirk Holzner (2015 bis 2017) und Marcel Schliedermann (2014 bis 2019). Am Mittwoch, 18.11.2020 gastiert der TV Emsdetten beim ThSV Eisenach. Ein Geisterspiel ab 19.30 Uhr in der Werner-Aßmann-Halle.
Wir sprachen mit Marcel Schliedermann, nach dem ersten Saisonsieg und vor dem Trip an seine einstige Wirkungsstätte.

Die ersten Punkte und derer gleich zwei im 6. Punktspiel der Saison; was entschied für den TV Emsdetten?
Kurz gesagt, eine gute Abwehr und ein starker Torwart, der die entscheidenden Bälle meisterte, waren die Erfolgsgaranten. Unsere interne Zielvorgabe, mindestens 25 Tore werfen und maximal 24 kassieren, wurde umgesetzt. Unsere Minusphase wurde, im Gegensatz zu den bisherigen Punktspielen, klein gehalten. Bei Holztreffern hatten wir Pech.

Nach einer 5-Tore-Führung (13:8 in der 25. Minute) wackelte der Sieg im zweiten Abschnitt mächtig. Beim 18:18 (46.) und gar 18:19 (50.) schienen die Punkte zu entgleiten?
Dieser Phase gingen vier Unkonzentriertheiten mit zwei Fehlwürfen und zwei technischen Fehlern voraus. Die Gäste profitierten davon. Uns gelang es da nicht, den Kopf oben zu behalten, Ruhe zu bewahren und dann zu einem positiven Abschluss zu kommen. Nach unserer souveränen Führung haben wir uns das Leben selbst schwer gemacht. Doch wir konnten auf einen starken Konstantin Madert im Tor bauen, der 41 Prozent der Bälle hielt. Wir trafen vom 18:19 zum 23:21 (48.). Und dann wehrte unser Keeper einen Siebenmeter ab. Der erste Saisonsieg war perfekt.

Der Spieler mit der Nummer 17, Marcel Schliedermann, stand nicht eine Minute auf dem Parkett…?
Ich laboriere an einer leichten Schulterverletzung, bin aber nicht krankgeschrieben und habe auch trainiert. Wer spielt, entscheidet der Trainer. Ich bereite mich ganz normal auf das Mittwoch-Spiel vor und gehe davon aus, in Eisenach aktiv dabei zu sein.

Aivis Jurdzs stand am Freitag nicht im Kader. Ist er noch verletzt?
Aivis Jurdz hat noch mit einer Knieverletzung zu kämpfen. Sein Einsatz am Mittwoch in Eisenach ist fraglich. Die Entscheidung darüber fällt wohl erst am Dienstag. Als erfahrener Spieler verleiht er unserem Angriff und unserer Abwehr zusätzliche Punkte an Sicherheit.

In der vergangenen Saison, Ihrer ersten in der Ems-Halle, wandelte der TV Emsdetten am Rande des Abstieges, schloss die Saison bei Abbruch auf Platz 17 ab. Was muss sich verändern, damit nicht erneut gezittert werden muss?
Klar, wir wollen nicht wieder in diesen Abstiegsstrudel geraten. Leider wurde unsere Saisonvorbereitung durch mehrere Verletzungen beeinträchtigt. Festzustellen ist aber auch, in vier Spielen haben wir uns selbst geschlagen. Zehn Negativ-Minuten wurden uns zum Verhängnis. Wer seine Torchancen nicht nutzt, muss mit der Retourkutsche leben. Wir haben mehrfach geführt, den Vorsprung dann leichtfertig vergeben. Das müssen wir anders machen!

Welche Rolle spielt die Eisenacher Fraktion, mit Dirk Holzner, Tomas Urban und Aivis Jurdzs haben Sie unter der Wartburg in unterschiedlichen Zeitetappen zusammengespielt?
Dirk Holzner und Tomas Urban sind unsere gesetzten Außen. Sie sind zuständig für unser Tempegenstoßspiel, können mit ihrer Erfahrung den Ball sichern. Aivis Jurdz ist der Erfahrenste in unserem Kader, leitet die jungen Spieler an, bringt Ruhe ins Spiel, trägt zur Stabilität in der Abwehr bei.

Und Marcel Schliedermann?
Als fast Dreißigjähriger ist es auch meine Aufgabe, den jungen Spielern zu helfen. Wenn ich spiele und auf der Platte stehe oder auch von der Bank. Jeder der mich kennt, der weiß, ich gebe stets 100 Prozent. Im Training und im Wettkampf. Das erwarte ich auch von allen anderen.

Wie würden Sie die aktuelle Mannschaft des TV Emsdetten skizzieren?
In unseren Reihen steckt wesentlich mehr Potential, das wir aber noch nicht abrufen können. Im Training ist das zu sehen. Wir haben, wie man so schön sagt, viel Luft nach oben.

Am Mittwoch geht es für den TV Emsdetten nach Eisenach. Nach dem Sieg sicherlich mit gestärktem Selbstbewusstsein. Die Werner-Aßmann-Halle ohne Zuschauer, ein Vorteil für den TV Emsdetten?
Ich habe 5 Jahre in Eisenach gespielt. Ich weiß, was eine kochende Werner-Aßmann-Halle ausmachen, welchen Einfluss die lautstarke Kulisse ausüben kann. Eine Werner-Aßmann-Halle ohne Zuschauer spielt uns in die Karten. Wir wollen an die gute erste Halbzeit vom Sieg über Dessau anknüpfen, diese über einen längeren Zeitraum in Eisenach zeigen. Vorab von mir schon mal viele Grüße nach Eisenach! Ich hätte gern in viele bekannte Gesichter geblickt, nach dem Spiel mit den Fans im Foyer geplauscht. Ich hoffe, das wird in nicht mehr allzu ferner Zukunft wieder möglich sein. Ich wünsche allen in Eisenach vor allem, dass si gesund bleiben!

Th. Levknecht

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