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Einer, der mit Leidenschaft verteidigt

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Philipp Meyer konzentriert bei der Erwärmung.

Philipp Meyer ist seit dem Sommer Abwehrchef des ThSV Eisenach

Ein waschechter Bayer steht seit dem Sommer im Kader des ThSV Eisenach. Philipp Meyer, am 25.03.1997 in München geboren, hat die Rolle als Abwehrchef übernommen. Der 2-Meter-Mann kam von Ligakonkurrent DJK Rimpar Wölfe, der sich zur Saison 2022/2023 in Wölfe Würzburg umbenannt hat. Beim TSV Ismaning begann Philipp Meyer im Alter von 7 Jahren mit dem Handball. Im zweiten C-Jugend-Jahr wechselte er zur SG Kronau/Östringen. Von dort ging es im Jahr 2016 zu den Rimpar Wölfen, in die 2. und schließlich in die 1. Mannschaft. Dort entwickelte er sich zu einem der Leistungsträger. Philipp Meyer, der noch zwei Geschwister hat, ist ledig, lebt aber in einer festen Beziehung. Spaghetti Bolognese gehört zu seinen Leibgerichten. Als Traumreiseziele nennt er Neuseeland, Südafrika und Island.

Wir sprachen mit Philipp Meyer, der nach der Realschule sein Fachabitur ablegte, Betriebswirtschaft studiert, sich aktuell in der Vorbereitung für seinen Bachelor-Abschluss befindet. Nach einem Mittelhandbruch wartet er auf sein Comeback auf dem Handballfeld.

Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Selten: Philipp Meyer beim Torwurf.

Was fasziniert Sie an der Sportart Handball?
Die Kombination aus Teamsport, Körperlichkeit und Emotionen.

Sie haben bestimmt nicht gleich als Innenblock-Spieler, als Abwehrchef begonnen?
Soweit ich mich erinnere, habe ich stets im linken Rückraum und im Abwehrzentrum gespielt.

Ihnen wird nachgesagt, auch ein überaus passabler Kreisspieler zu sein?
In der 2. Liga habe ich mehr Spiele am Kreis als im linken Rückraum absolviert.

Die Rolle als Abwehrchef scheint Ihnen auf den Leib geschneidert, was prädestiniert Sie dafür?
Meine Leidenschaft zu verteidigen, meine Körperlichkeit, mein Verständnis für Verteidigung. Durch das Einbringen meiner Stärken kann ich mein Team am besten unterstützen.

Wie wird man Abwehrchef?
Durch hohen Trainingsfleiß, durch gute Trainingsinhalte stellten sich Fortschritte ein. Das Agieren im Abwehrzentrum hat mich gereizt. Dass mir die Möglichkeit gegeben wurde, diese Rolle zu übernehmen, mich im Abwehrzentrum zu beweisen, hat mich zusätzlich motiviert. Der Zuspruch meiner Mitspieler hat mich unterstützt.

Ihre Offensivanteile sind sehr gering?
Mit meiner Rolle in der Abwehr unterstütze ich mein Team aber am besten. Ich bekenne auch, ab und an kitzelt es in den Fingern, auch im Angriffsspiel dabei zu sein.

Als Abwehrspieler steht man nicht so in der Öffentlichkeit wie Angriffsspieler, erscheint auch selten auf Fotos. Wurmt Sie das?
Ich mag meine Rolle. Sie ist ein ganz wichtiger Teil einer erfolgreichen Mannschaft. Leider wird das Abwehrspiel in der Öffentlichkeit oft nicht so wertgeschätzt wie das Angriffsspiel. Ich hoffe, das Abwehrspiel erfährt in Zukunft mehr Aufmerksamkeit.

Spielen Sie lieber in einer 6:0- oder in einer 5:1-Abwehr?
Ich betrachte die 6:0-Abwehr mit bekannten Abläufen als Komfortzone. Die 5:1-Abwehr, auf die der ThSV Eisenach zumeist setzt, erachte ich als neue Herausforderung, als Quelle zur Weiterentwicklung.

Als Abwehrchef rangiert man in der Zeitstrafen-Tabelle zumeist ziemlich weit oben?
Der Abwehrchef hat viele Zweikämpfe zu führen, muss mit Zeitstrafen rechnen. Zur Rolle des Abwehrchefs gehört es auch, Mitspieler zu verteidigen, die im Angriff viel einstecken mussten.

Sie haben sich nach Ihren eigenen Worten bei den DJK Rimpar Wölfen ausgesprochen wohl gefühlt, das Trainieren in Rimpar sowie Punktspiele, Wohnen und Studieren in Würzburg. Ihr Vertrag lief eigentlich noch ein Jahr, doch dann folgte im Sommer dieses Jahres der Wechsel nach Eisenach….
Es war für mich als Mittzwanziger der richtige Schritt, um meine persönliche Weiterentwicklung voranzutreiben. Meine Teamkollegen bei den Wölfen haben meine Entscheidung mit einem lachenden und einem weinenden Auge aufgenommen, wünschten mir viel Erfolg.

Was unterscheidet den ThSV Eisenach von den Wölfen Würzburg?
Die Begeisterung in der Stadt Eisenach für den Handball ist riesengroß. Die Infrastruktur ermöglicht in Eisenach deutlich bessere Trainingsmöglichkeiten. Kurzum, in Eisenach ist alles Professioneller. Bei den Wölfen gehen alle arbeiten oder studieren aktiv. Beim ThSV Eisenach konzentriert sich jeder auf Handball.

Wann sehen wir Sie wieder als Abwehrchef auf dem Parkett?
Ich hoffe recht bald. Die Ärzte müssen grünes Licht geben.

Welche Verletzungen hatten Sie bisher zu beklagen?
Sprunggelenk- und Knieverletzungen zwangen zu einer Pause von zwei bis drei Monaten.

Was ist für den ThSV Eisenach in dieser Saison drin?
Ich benenne unser Ziel: Nach jedem Spiel das Parkett als Sieger zu verlassen. Zuletzt gelang uns das ja bestens.

Was kann Philipp Meyer dazu beitragen?
Meine Erfahrung, mein Trainingsfleiß, meine Person.

Bildquelle: © Th. Levknecht / ThSV Eisenach
Philipp Meyer (re.) mit ThSV-Manager Rene Witte.

Th. Levknecht

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