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Bildquelle: © Frank Arnold • sportfotoseisenach / ThSV Eisenach
Marcel Schliedermann, der emotionale Anführer.

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Marcel Schliedermann, der emotionale Anführer.

Es wird ein heißer Ritt in der Werner-Aßmann-Halle

Eisenach Ex-Kapitän Marcel Schliedermann kommt am Sonntag mit dem TV Emsdetten zum Punktspiel in die Wartburgstadt

Marcel Schliedermann trug von 2014 bis 2019 das Trikot des ThSV Eisenach, zuletzt auch als Kapitän. Nach der Reparatur des Abstieges in die 3. Liga mit dem sofortigen Wiederaufstieg schloss sich der Rückraumspieler im Sommer dem TV Emsdetten an. Mit diesem kommt Marcel Schliedermann am Sonntag, 24.11.2019 zum Zweitbundesliga-Punktspiel in die Wartburgstadt (Anwurf um 18.15 Uhr).

Wir sprachen im Vorfeld mit Marcel Schliedermann:
Sie tragen auch in Emsdetten die Rückennummer 17. War diese frei?
Steht mir doch gut? Ich hatte die Nummer 17 auch in Eisenach. Sie war in Emsdetten frei.

Übernehmen Sie auf dem Spielfeld die gleiche Rolle wie beim ThSV Eisenach? Mit Sören Kress und Ihnen stehen zwei neue Spielmacher im Aufgebot.
Ich übernehme eine ähnliche Rolle wie in Eisenach. Führungsspieler und emotionaler Leader. Als einer von wenigen älteren Spielern obliegt mir die Aufgabe mit, die jüngeren zu führen. Ich spiele alle Rückraumpositionen. Das ist nicht neu. Während der Vorbereitung habe ich auch im linken Rückraum gespielt, inzwischen nahezu durchgängig auf der mittleren Rückraumposition.

Was ist beim TV Emsdetten anders als beim ThSV Eisenach?
Die Trikotfarbe. Ich habe mich in Eisenach 5 Jahre sehr wohl gefühlt. In Emsdetten wurde ich ausgesprochen freundlich aufgenommen. Hier gibt es viele nette Menschen. Der Handball hat in Emsdetten – wie in Eisenach – eine lange Tradition. In Emsdetten wird – ähnlich wie in Eisenach – der Handball gelebt. In der Stadt wird ganz viel über Handball gesprochen. Wir, Johanna und ich, stehen auf ein familiäres Umfeld, mögen keinen Großstadtstress. Wir fühlen uns sehr wohl, sind viel in der Umgebung unterwegs. Johanna konnte ihre bei der Wartburg-Sparkasse begonnene Ausbildung bei der hiesigen Sparkasse nahtlos fortsetzen. Die Mitarbeiter der Sparkasse in Emsdetten sind genauso freundlich wie die in Eisenach.

Der TV Emsdetten rangiert mit einer gegenüber dem Vorjahr neuformierten Mannschaft nach 12 Spieltagen mit 8:16 Punkten auf dem 17. Platz. Das liegt wohl unter den Erwartungen?
Ja, das liegt unter unseren Erwartungen. Wir hatten mit 6 bis 8 Punkten mehr gerechnet. Wir haben mit unserer neuen Mannschaft (7 Zugänge) die ersten fünf bis sechs Spiele in der kompletten Findungsphase absolviert. Die Abläufe waren noch nicht klar, Abstimmungsprobleme traten auf, uns unterliefen viele technische Fehler, die Spielzüge haben noch nicht gegriffen.

Im jüngsten Heimspiel lieferte der TV Emsdetten Tabellenführer TuSEM Essen einen packenden Fight. „In der 2. Halbzeit hat nicht alles gepasst“, konstatierte Ihr Trainer Daniel Kubes. Was war in der ersten Halbzeit gut, was klappte nach dem Seitenwechsel nicht mehr?
Unsere aggressive Abwehr bereitete dem Tabellenführer im ersten Abschnitt arge Probleme. Aus der Abwehr steuerten wir mit ganz viel Tempo den TuSEM-Kasten an. In den Zweikämpfen haben wir uns zumeist durchgesetzt und gute Torchancen erarbeitet. Im zweiten Abschnitt war es überwiegend ähnlich, doch uns unterliefen fünf bis acht unkonzentrierte Minuten, Das Spiel bis dahin hatte uns mit unserem kleinen Kader viel Substanz gekostet. Wir haben wichtige Zweikämpfe verloren, einfache Fehler gemacht und gute Torchancen – ich eingeschlossen – ausgelassen,

Wo besteht aus Ihrer Sicht Nachholbedarf?
In den heißen Phasen müssen wir noch disziplinierter, abgeklärter spielen. Wir dürfen uns von Kleinigkeiten nicht aus der Bahn werfen lassen. Wir müssen unseren Matchplan von der 1. bis zur 60. Minute konsequent durchziehen.

Ihrer neuen Mannschaft können Sie wahrscheinlich gar nicht so viele Hinweise über Ihre alte geben, hat der ThSV Eisenach sein Gesicht erheblich verändert. Wie sehen Sie die Entwicklung bei Ihrem Ex-Verein?
Ich stufe die Entwicklung beim ThSV Eisenach als überraschend gut ein. Die Jungs haben sich sehr schnell gefunden, Die Neuzugänge haben sich gut eingefügt, sind als Team zusammengewachsen. Mit den eigenen Fans im Rücken konnten viele Punkte eingefahren werden. Mein „alter“ Trainer hat natürlich einen erheblichen Anteil an der positiven Entwicklung. Natürlich, seine Spielphilosophie kenne ich aus der gemeinsamen Zusammenarbeit: schneller Handball, aggressive Abwehr, einfache Tore. Ich war ja einige Male während dieser Saison schon in der Werner-Aßmann-Halle, hatte Kontakt mit der Mannschaft sowie vielen Bekannten und Freunden. Ich freue mich auf den Sonntag in Eisenach!

Mit welchen Erwartungen laufen Sie ganz persönlich am Sonntag in der Werner-Aßmann-Halle auf?
Wir werden versuchen, wie gegen TuSEM Essen, lange Paroli zu bieten, dem ThSV Eisenach das Leben so schwer wie möglich zu machen. Was ich tun werde, meine Mannschaft auf die Stimmung einzustellen. Es wird ein heißer Ritt. Ich bin gespannt, wie unsere junge Mannschaft damit umgeht. Ich persönlich rechne mit einem warmen Empfang. Wir sind nicht im Unfrieden auseinander gegangen. Vereinswechsel sind normal. Bei den bereits erwähnten Besuchen wurde ich stets zu freundschaftlichen Gesprächen eingeladen.

Was erwarten Sie von Ihrer Mannschaft?
Der ThSV Eisenach ist der Favorit. Alle bisherigen Gastmannschaften haben sich in der Werner-Aßmann-Halle die Zähne ausgebissen. Wir werden alles in die Waagschake werfen, so lange wie möglich mithalten.

Können Sie schon Aussagen zum personellen Aufgebot des TV Emsdetten machen?
Wenn bei uns ein Spieler fehlt, das macht sich schon deutlich bemerkbar. In unserem 16er Kader stehen drei Torhüter und auch ein A-Jugendlicher. Jeder kann rechnen. Unser Kapitän und Kreisläufer Yannick Dräger steht auf der Langzeitverletztenliste. Ich hoffe, alle anderen sind am Sonntag dabei.

Danke für das Interview!

Th. Levknecht

Andrea T. | | Quelle:

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