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Gemeinsam erreichen wir mehr für uns alle!

Bunt sind schon die Wälder,…kühler weht der Wind!.. So steht es auch um die Diskussionen und im Miteinander zur Rückkreisung. Wenn man sich die ganzen Statements mancher Stadtratskollegen so ansieht, spiegeln sie damit deutlich ihren Ansatz. Mir zeigt das, dass sie sicherlich zum Wohle der Stadt handeln möchten – aber meines Erachtens eine unglückliche Herangehensweise haben.

Sicher, wir denken alle darüber nach – sprechen gemeinsam über Eventualitäten, lassen Zahlen eruieren, manche dieser Stadträte „fordern“ sogar vom Land. Dabei muss ich etwas lächeln. Sicherlich, Bedenken und Lösungsvorschläge bringt man ein. Doch Forderungen? Wie stellt sich Eisenach damit auf? Ich beobachte – nicht gut! Und nicht gut ist auch die Beschreibung der zukünftigen Situation von Eisenach wenn die Rückkreisung nicht vollzogen wird, dieser verwaltungsstrukturelle Schritt. Denn unendlich wird der Topf des Geldes nicht in unsere Richtung ausgekippt. Es gibt viele Kommunen, die dringend Finanzen brauchen.

Nun. Wie stehe ich zu diesem Thema. Auch mich treiben viele Fragen um und manche Antworten gefallen mir ganz und gar nicht. Doch dann ziehe ich die Essenz und es lässt sich erkennen, dass mit dem Geld der Landesregierung, zukünftig abgegebenen teuren Ausgaben (jährlich über 60 Mio.) und neu gemeinsam entwickelten Prozessen mit dem Wartburgkreis, haben wir mehr Chancen, dass Eisenach über mehrere Jahre gut handlungsfähig sein kann.

Die Zeit beim Stadtrat in Eisenach hat mich das Wundern gelehrt. So werden immer wieder Stimmen laut, dass doch die Schulträgerschaft besser beim Wartburgkreis verankert sei. Das sehe ich ganz anders! Wir sind stolz darauf, dass Eisenach nun Hochschulstadt ist und wir auch weiterhin in Sachen Bildung vorn anstehen wollen. Das heißt, Schule als wesentliches Element der kommunalen Selbstverwaltung. Ich frage mich – wo hat der Stadtrat zukünftig noch mitzureden? Schule an sich ist – wenn nicht sogar DIE wichtigste soziale und infrastrukturelle Funktion, der Kern eines Wohnquartiers also Stadtgebietes/Wohngebietes. An der kürzlich stattgefundenen Schultour zur Besichtigung aller Schulen Eisenachs habe ich teilgenommen und stelle fest: Unsere Schulen haben einen guten Stand! Besonders gut geht es der Hörselschule mit großartigem Schulgarten. Zwingend notwendige Sanierungen (unfassbar schlechter Zustand der Sporthalle in der Goethestraße- noch in Nutzung durch die Jacobschule und verschiedene Vereine), doch Verbesserungen finden nach einer gemeinsam erarbeiteten Prioritätenliste kontinuierlich statt. Natürlich sind optische Arbeiten und gern auch weitere Räumlichkeiten willkommen. Denn so können Lehrer ihr Wirken erst tatsächlich entfalten. Und hier ist ein Kernpunkt. Die Kinder brauchen genügend Lehrer, natürlich angemessene Räumlichkeiten und entsprechend Zeit, dass sich mit ihnen individuell beschäftigt werden kann. Jeder von Ihnen, die Sie interessiert sind, kann sich von den Verbesserungen der letzten Jahre überzeugen. Schauen Sie sich die Schule in Eisenach Nord an, den Kunstrasenplatz. Bleiben die Schulen bei der Stadt, kann der Sportplatz auch von Anwohnern nach der regulären Schulzeit genutzt werden. Wenn die Schulen zum Wartburgkreis übergehen und man weiß nicht ob der Wartburgkreis das auch ermöglicht oder vielleicht sogar das Schulgelände einzäumt und die Nutzung für die Bürger im Quartier oder der ansässigen Vereine in Eisenach nicht mehr möglich ist. Doch wir wollen Schule auch als Orte der Begegnung. Meist haben wir Spielplätze an den Schulen, sodass eben diese am Nachmittag für die Öffentlichkeit frei gegeben sind. Hier bieten sich damit neue Möglichkeiten für z.B. Nachbarschaftstreffs in den Schulen, wo ab dem Nachmittag Alt und Jung gemeinsam etwas veranstalten. Wenn wir die nachteilige Veränderungen in manchen Stadt-, oder auch Ortsteilgebieten betrachten, kann man fragen: Warum nutzen wir nicht auch den Standort Schule um ein Sozialangebot aufzubauen und damit für mehr soziale Stabilität Sorge tragen, sich hier neue soziale Netzwerke aus sich heraus mit Leben füllen können.
Hier zeigt sich ein weiterer Punkt, dass sich Kinder mit ihren Schulen identifizieren, sich zur Heimat machen. Sie sind lebendiger Ausdruck der kommunalen Daseinsvorsorge. Dazu gehören auch Apotheken, Bäcker, ein „Konsum“, die Post und einiges mehr. Doch schauen Sie sich um, diese werden mehr und mehr (wurden auf dem Land schon vor langer Zeit) nach und nach geschlossen, weil marktwirtschaftliche Gestaltung eben Daseinsvorsorge nicht abdeckt.

Sie denken weiter: Wie wirken Schulen ins Erwachsenenleben hinein? Schulen sind ein wesentlicher Faktor der Wirtschaftsförderung. Gut ausgebildete Fachkräfte, die in den Firmen benötigt werden, kommen in die Stadt, wenn sie wissen, dass es ein gutes Bildungsangebot gibt. Mir ist wichtig, dass die öffentlichen Schulen locker in den Wettbewerb mit den privaten Schulen treten können und eben nicht die finanzielle Situation der Eltern ausschlaggebend bleiben. Es muss machbar sein, dass in Eisenach alle Schulmöglichkeiten angeboten werden, damit Menschen eine eigene Auswahl treffen können.

Ihre Kinder, sofern sie sich selbständig bewegen, nutzen Bus und Bahn also den öffentlichen Personennahverkehr. Ergo spielt Schule auch hier für uns eine Rolle um mehr Angebote in puncto Mobilität auch für Erwachsene vorzuhalten und mit einzuplanen. Nur wenn die Busse stark genutzt werden, können weitere Linien und Zeiten oder auch Haltepunkte ausgebaut und vielleicht sogar langfristig günstiger gestaltet werden.

Wenn wir der Bundesregierung und Landesregierungen Glauben schenken dürfen, dann entstehen gerade neue Gesetzmäßigkeiten, die die Neuregelung und Kostenträgerschaft von Schulen festlegt und diese fallen dann aus dem kommunalen Finanzsäckchen. Ergo greift das finanzielle Argument auch nicht mehr, dass wir die Schulgebäude zu finanzieren haben.

An diesem Beispiel- und ich möchte Kindergärten und Schulen hier im gleichen Atemzug nennen – habe ich Ihnen meine Gedanken vorgestellt.

Was mir nicht gefällt ist, dass es eine gesetzliche Grundlage ist, dass leider die Jugendarbeit nicht mehr im Verantwortungsbereich der Stadt Eisenach liegt. Und wie stark die Jugendarbeit im ländlichen Raum in den letzten Jahren zurückgegangen ist, zeigt deutlich die Situation. Damit einhergehend die politische Meinungsentwicklung. Auch hier werden Menschen abgehängt (hängen nur noch vor dem PC, berauschen sich mehr und mehr mit Drogen, verlieren an Kommunikationsfähigkeit, soziale Kompetenzen werden zurückgebildet) und es ist an uns – in diesem Bereich stark einzuwirken. Denn wenn sich junge Menschen verirren und sei es aus langer Weile, ist es auch Aufgabe eines Sozialstaates hier die Hand zu reichen, den eigenen, legalen, gesunden Weg zu finden. Deshalb stärken wir z.B. auch die Schulsozialarbeit akut.

Ein Bereich fällt mir schwer, die reine Finanzlehre und deren Details. Die letzten Jahre in Beschäftigung mit einem kommunalen Haushalt habe ich gelernt, dass es für nichts Garantien gibt. Keiner kann genau sagen wie sich z.B. Steuereinnahmen entwickeln oder oder.. Es gibt keine Sicherheit – in keinem Punkt. Außer – es bleibt alles wie es war – alles beim Alten! Dann ist eines ganz sicher, dass nichts mehr geschieht, keine Veränderung, keine Chance auf Verbesserung und keine Möglichkeit zur Mitgestaltung. Denn aus eigener Kraft ist das für unsere Stadt nicht zu leisten. Ich hoffe auf die Lösung der verhärteten Fronten, dass beide aufeinanderzugehen. Denn nur so kann man gemeinsam für unsere Stadt und unsere Region – eben zum Wohle aller handeln, dann gilt WIR.

Dies sind ein paar Beweggründe „ihrer Stadträtin“ Sandra Peschke. Selbst bin ich im Dorf aufgewachsen und habe das Landleben als Kind sehr geliebt und bin daher mit den Bedürfnissen vor Ort vertraut. Ich werde für die Rückkreisung zum Wartburgkreis stimmen, denn ich bin davon überzeugt, dass wir gemeinsam mehr erreichen als jeder für sich!

Herzlich,
Sandra Peschke

Andrea T. |

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