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Handball: Nachgefragt bei Eisenachs Kapitän Peter Walz

Wir müssen mehr Alternativen gegen eine offensive Abwehr auf das Parkett bringen.

Der Verlierer wurde mit tosendem Beifall verabschiedet! Der letztendlich siegende Favorit zeigte sich überglücklich, am Ende beide Zähler mitzunehmen. Nach einer bärenstarken Leistung im ersten Abschnitt, belegt durch eine 17:13-Pausenführung, musste der ThSV Eisenach am Ende dem VfL Gummersbach knapp mit 27:29 den Vortritt lassen. Über 1.100 Zuschauer sorgten für eine lange vermisste Stimmung im Thüringer Handballtempel.

Ja, wir sind sehr glücklich, diese Partie am Ende noch gewonnen zu haben. Der ThSV Eisenach zeigte, was für eine gute Mannschaft er ist. Überragend seine erste Halbzeit. Mit der Umstellung auf eine 3:2:1-Abwehr haben wir das Spiel zurückgeholt, konstatierte Gudjon Sigurdsson, der Coach des VfL Gummersbach.

Unsere Mannschaft bot bis in die zweite Halbzeit richtig guten Handball, wobei mir Torhüter Johannes Jepsen, Daniel Hideg, Fynn Hangstein und Peter Walz am besten gefallen haben, befand Eisenachs Trainer-Urgestein Hans-Joachim Ursinus nach der Partie.

Der 21-jährige vom TBV Lemgo-Lippe gekommene Fynn Hangstein, als Spielgestalter aufgeboten, war mit 9 Treffer (aus 12 Versuchen) bester Werfer der Partie insgesamt.

Wir sprachen mit Peter Walz, dem Kapitän des ThSV Eisenach:
Eine Halbzeit war Ihre Mannschaft voller Hoffnung, dem Aufstiegsanwärter die Punkte abzuknöpfen…?
Zunächst, es war für uns alle eine große Freude und Motivation wieder vor Publikum in unserer Halle spielen zu dürfen. Wir lieferten eine überragende erste Halbzeit, basierend auf einer starken Abwehr im Zusammenspiel mit Torhüter Johannes Jepsen, nutzten die durch unser Tempospiel nach vorn herausgespielten Torchancen effizient.

Was geschah nach dem Seitenwechsel?
Wir bekamen Probleme mit der 3:2:1-Abwehr der Gäste. Wir fanden nicht die richtigen Lösungen. Wir gaben das Spiel aus der Hand. Beim Auswärtssieg in Bietigheim hatten wir bessere Antworten parat auf die offensive Deckung. Zu beachten ist natürlich auch die individuelle Klasse des einstigen Bundesliga-Dinos, der sich nach dem verpassten Wiederaufstieg noch einmal personell verstärkt hat. Nach dem 22:26-Rückstand am Freitagabend haben wir alles probiert, kamen noch einmal bis auf einen Treffer heran. Mein Fazit: Wir müssen gegen offensive Abwehrreihen mehr Alternativen auf das Parkett bringen.

Ihre Mannschaft traf zum Saisonauftakt auf zwei Aufstiegsanwärter, hat 2:2 Punkte vorzuweisen. Sind Sie damit zufrieden?
In den Vorbereitungsspielen hatten wir Probleme in der Abwehr. Beim 29:26-Erfolg in Bietigheim bildete unsere Abwehr die Grundlage. Und auch gegen den VfL Gummersbach ließen wir in der ersten Halbzeit nur 13 Gegentore zu. Allerdings gelangen uns, nach 17 im ersten Abschnitt, nach dem Seitenwechsel nur noch 10 und den Gästen 16 Treffer. Mit den 2:2-Punkten zum Auftakt sollten wir nicht unzufrieden sein, wenngleich gegen Gummersbach mehr möglich war.

Am Freitagabend steht das Auswärtsspiel beim Eintracht Hagen an. Der Aufsteiger sorgte mit zwei Auftaktsiegen für Furore. Sie sind also gewarnt?
Wie vor der Saison kommuniziert, die Liga wird durch zwei starke Aufsteiger qualitativ angehoben. Beide lieferten gleich den Nachweis: Der HC Empor Rostock und Eintracht Hagen starteten mit zwei Siegen in die Saison. Eintracht Hagen ließ dem 30:29-Sieg in Ferndorf einen 35:22-Kantersieg über Rimpar folgen. Das Team spielte sich regelrecht in einen Flow. Im Hagener Kader stehen etliche erst- und zweitbundesligaerfahrene Spieler. Rückraumspieler Philipp Vorlicek, der gegen Rimpar 12 Feldtore markierte, kam gerade von Erstbundesliga-Absteiger HSG Nordhorn-Lingen. Pouya Norouzi war in der vergangenen Saison mit dem HSC Coburg in der 1. Bundesliga am Ball. Etliche Spieler kommen aus der Talenteschmiede des VfL Gummersbach. Auf uns wartet also eine schwere Aufgabe. Um erfolgreich zu sein, müssen wir zwei gleichstarke Halbzeiten abliefern, auf die Deckungsvarianten des Kontrahenten passende Antworten auf dem Parkett finden.

Th. Levknecht

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