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Helder Oliveira gewinnt Internationalen Eisenacher Bach Kompositionspreis

Der Brasilianer Helder Alves de Oliveira gewinnt den zweiten Internationalen Eisenacher Bach Kompositionspreis. Kulturdezernent Ingo Wachtmeister und Kulturamtsleiter Dr. Achim Heidenreich gaben am 3. Juli den Preisträger bekannt. Eine international besetzte Jury wählte am 30. Juni in Klausur aus den bei der Stadt Eisenach eingereichten Kompositionen für den Internationalen Eisenacher Bach Kompositionspreis den Preisträger aus.

Die Inszenierung des Eisenacher Kompositionspreises hat nicht nur international Wirkung erzielt und ist für Eisenach und Thüringen ein Aushängeschild, sondern auch in die Vernetzung nach innen nachhaltig gestärkt. Es ist einfach sehr emotional. Auch zwischen der Thüringen Philharmonie und dem Publikum ist im letzten Jahr eine ganz besondere Beziehung entstanden, sagte Kulturdezernent Ingo Wachtmeister.

Helder Alves de Oliveira studierte in Rio Grande de Norte und in Paraiba, Brasilien, Klavier und Komposition. Derzeit bereitet er seine künstlerische Doktorarbeit im Fach Komposition an der Federal University of Rio de Janeiro vor und ist Fulbright Visiting Researcher an der Louisiana State University/USA. Dort wird er von Jeffrey Perry betreut. Oliveiras Werke wurden vielfach preisgekrönt und werden international an renommierten Orten der zeitgenössischen Musik aufgeführt. „Asensão“ für Orchester lautet der Titel seiner Komposition, mit der er die vierköpfige Jury – Annette Schlünz, Komponistin, Dresden/ Straßburg; Jüri Reinvere, Komponist, Frankfurt/Tallin, Estland; Christian Stötzner, Kirchenmusikdirektor an der Georgenkirche, Eisenach und Professor Dr. Tiago de Oliveira Pinto, Musikwissenschaftler sowie Lehrstuhlinhaber der Unesco Welterbeprofessur Jena/Weimar – überzeugte.

Das siebenminütige Stück für Orchester mit seinem reichen und farbigen Percussion-Part, seinen rhythmischen und klanglichen Beziehungen zur südamerikanischen Musik überzeugte uns in seiner Auseinandersetzung mit südländischer Tradition und Moderne. Wir freuen uns, dass die Musik des vielfach in Südamerika und Kanada ausgezeichneten Komponisten den Weg nach Europa findet, begründete Annette Schlünz die Entscheidung der Jury.

Insgesamt 46 Einsendungen aus 22 Ländern waren im Rennen.

Erneut konnten wir Dank des großen Sohns unserer Stadt, Johann Sebastian Bach, von Eisenach aus eine Weltreise machen, das belegen die internationalen Einsendungen aufs Schönste. Die Zahl der Einsendung hat sich verdoppelt und die Attraktivität des Preises hat sich erheblich erhöht. Durch die hochkarätige Auseinandersetzung mit unserem verpflichtenden musikalische Erbe sichern wir einmal mehr die Aktualität von Bachs Musik, mit dem er nach wie vor das Maß der klingenden Dinge ist, dicht gefolgt von Beethoven, den wir mit unserer Ausschreibung ebenfalls würdigen. Ohne Bach wäre Beethoven nicht Beethoven geworden. Und nicht zuletzt: Nicht nur die musikalische Welt schaut auf diese Stadt Eisenach, betonte Kulturamtsleiter Achim Heidenreich.

Das Preiswerk wird von der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach in der kommenden Saison 2020/2021 als Sonderkonzert uraufgeführt.

Wir freuen uns sehr darüber, dass die Thüringen Philharmonie diesen Preis mitträgt. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken. Wir wünschen uns eine Präsentation des Preiswerkes an Bachs Taufstein in der Georgenkirche, so Heidenreich.

Besonderer Dank gilt auch der Kulturstiftung des Freistaats Thüringen, der Freunde und Förderer des Landestheaters Eisenach e.V. und der Beratergruppe Eisenach, die das Preisgeld in Höhe von 4.000 Euro stellten sowie den Goethe-Instituten, die über ihr weltweites Netzwerk für einen sehr großen Zuspruch an Einsendungen in gesorgt hat.

Empfehlungen der Jury

Drei weitere undotierte Förderpreise empfahl die Jury zur Aufführung:

Patricia Martinez aus Buenos Aires/Argentinien für „PHOSPHOROS“ für Orchester. Sie ist eine etablierte Komponistin, gewann zahlreiche bedeutende Preise und Fellowships unter anderem: IRCAM, VCCA/UNESCO-Aschberg; Yvar Mikhashoff Trust For New Music Foundation; Houston Symphony EarShot, New Music Readings/American Composers Orchestra; Residence Ibermúsicas/meLAB (BR). Sie erhielt Kompositionsaufträge unter anderem. von den Bludenzer Tagen zeitgemäßer Musik und vom Internationalen Musikinstitut Darmstadt/Ferienkurse für Neue Musik. Mit ihren teils sehr experimentellen Kompositionen und Opern wird Patricia Martinez zudem international aufgeführt.

Peter Tilling aus Neustadt an der Weinstraße für „affermare/ Preludio per Orchestra“. Peter Tilling, geboren 1975, ist ein gefragter Komponist, Dirigent, Cellist und Leiter des „ensemble risonanze erranti“. Er arbeitete mit namhaften Dirigenten und Orchestern zusammen, wie Nikolaus Harnoncourt, Thomas Hengelbrock, Franz Welser-Möst, Sylvain Cambreling und Ingo Metzmacher.

Daniel Hensel für „Johnny-1985“. Daniel Hensel, geboren 1978 in Büdingen/Oberhessen, studierte Komposition bei unter anderem Heinz Winbeck (Würzburg) und Manfred Trojahn (Düsseldorf). Danach folgte die Promotion zum Werk Gerhard Schedls, Habilitation an der Martin Luther-Universität Halle-Wittenberg im Fach Systematische Musikwissenschaft 2016. Seitdem ist er Privatdozent. Aufführungen seiner Werke mit renommierten Klangkörpern wie etwa dem Ensemble Modern oder in der Elbphilharmonie.

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